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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1844-02-25 · Heft 8 (25.2.1844) · page 6

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 8 (25.2.1844)
Date
1844-02-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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«s falt gehalten, ohne Ueberladung der Ereignisse, wie ohne Uebertreidung jedweder Art. Wir haben das Büchlein mit Interesse durchgelesen, und glauben, daß es überall einen sehr guten Eindruck machen werde. Die wesentlichsten Fragen, welche heutige Juden beschäftigen, sind darin berührt und mit gesundem Hausverstande und geeigneter Kürze erledigt. Biel Stoff zum Weiterdenken ist dabei natürlich mit eiugeflossen, über welchen der Verfasser nicht hätte sprechen können, ohne die Grenzen des Buches zu weit auszudehnen. — Was die Form betrifft, so hätten wir freilich gewünscht, daß dem Helden des Stückes eine andere Jngendlaufbahn zugetheilt worden wäre, als gerade die eines Hofagenten und Lieferanten, indem es uns scheinen will, daß man in Volksbüchern so sehr als möglich die Aufmerksamkeit der zu belehrenden Mittelklasse von diesem Industriezweige ablenken sollte, um diese mehr auf productive Unternehmungen hinzuleiten und den Werth tüchtiger Arbeiten oder sinniger Benutzung gediegener Kenntnisse zu veranschaulichen. Judeß hat vielleicht der Verfasser eine in seinem Vaterlande bekannte Persönlichkeit vor Augen gehabt. Wir glaubten jedoch obige Bemerkung machen zu müssen, um künftigen ähnlichen Leistungen wenigstens unsere, durchaus unvorgreifliche, Ansicht zu erkennen zu geben; sie hat bereits auf ein anderes, vielfach eingeführtes Lesebuch, dessen Verfasser uns vor dem Abdrucken seines Werkes zu Nathe zog, den Einfluß gehabt, daß der Inhalt eine ihr gemäße Abänderung erlitt, die demselben sicherlich zur Empfehlung gereicht. Auf diese Weise haben wir die Uebcrzeugung gewonnen, daß auch andere praktische Männer unsere Meinung für die richtige halten. — Uebrigens hat unser Verfasser, mit Ausnahme dieses einen Punktes, dem Zwecke, das Volk auf die Wichtigkeit kräftiger Industrie hinzuweiscn, auf alle Weise Genüge geleistet, und theilweise dieselbe durch den Gegensatz der stillem Handwerksbetriebsamkeit gegen die Unsicherheit der größeru Handelsgeschäfte, noch pikanter gemacht. Das Ganze ist, bis auf einen sinnentstellenden Druckfehler S. 100, correct gedruckt. Einige kleine Härten der Construction hätten vermieden werden könenn. Wir empfehlen das Büchlein mit voller Ueberzeugung und wünschen, daß eine reichliche Theilnahme den Verfasser ermuntern möge, noch mehrere ähnliche Schriften zur Volksbelehrung herauszugcbrn. Frankfurt a. M. Jan. 1844. I. M. Jost. (2) ~2D . btcsp j'HN* ob: Landeskunde von Kanaan nach der Stammeintheilung, zunächst für israel. Schulen, bearbeitet von I. Gans, Lehrer der israel. Jugend zu Büren. Nebst einer Charte. Paderborn. Verlag von L. D. Winkler. 1843. Die concrete Anschauung ist da, wo es sich um die Geschichte, Beschreibung, Gesetze und Verfassung eines Landes handelt, beim Jugendunterrichte ein unerläßliches Bedürfniß. Ganz besonders tritt aber dieses Bedürfniß hervor, ja wird ein hohes und heiliges, beim Unterrichte in der biblischen Geschichte. Wie sollte die Jugend das was ihr von der Geschichte, der Religion, der Staatsverfassung desjenigen Volkes erzählt wird, welches zum Träger der höchsten Wahrheiten, zum Hüter und Wächter des Glaubens an den Einigen berufen ward, verstehen, wie sollte sie die göttliche Weisheit jener Gesetze begreifen lernrn, wenn sie kein klares Bild von dem Boden erhält, der jenem Volke zum Erbteil angewiesen ward? Wie sollte sie einerseits die hohe Bedeutung jener Gesetze für die damalige Zeit verehren, auf der anderen Seite aber zugleich die Nothwendigkeit einer Modification, oder Aushebung derselben für die unsrige erkennen lernen, wenn ihr die örtlichen und klimatischen Verhältnisse, in welchen jene Gesetze sich bewegen, verschlossen bleiben? Darum hat man in neuerer Zeit die Nothwendigkeit einer geographischen Kunde des ehemaligen gelobten Landes, zumal für israelitische Schulen, überall erkannt. Aber es fehlte noch sehr an einer recht angemessenen Schrift für diesen Zweck. Man hatte der Jugend entweder zu viel, oder zu wenig gegeben, auch sich in der Darstellung nicht genug zu ihrem Gesichtskreise herabgelassen. Diesem sehr fühlbaren Mangel sucht nun die obige Schrift abzuhelsen, und eö ist ihr dieses im hohen Grade gelungen. Mit prägnanter Kürze, aber zugleich in recht kindlicher Sprache beschreibt der Verfasser erst im Allgemeinen die Lage von Kanaan von Egypten, dem Klima des letzteren und den Sitten seiner alten Einwohner und geht dann zur besonderen Schilderung des gelobten Landes, der Grenzen, Größe, des Klimas, der Produkte, Landplagen, Gebirge, Thäler, Wüsten, Gewässer, Eintheilung und Städte über, knüpft daran eine Beschreibung von Jerusalem, und eine gedrängte Uebersicht seiner Geschichte, und schließt mit der Schilderung des jetzigen politischen Zustandes von Palästina und des Zuges der Israeliten von Egypten nach jenem Lande. Ueberall Deutlichkeit, Leichtigkeit der Darsteh, lung und ächt concrete Zeichnung. Dem Werke ist noch eine sehr gut illuminirte Karte von Palästina beigesügt. Wir sind gewiß, daß diese Schrift eine große Lücke in der pädagogischen Literatur ausfüllen wird und wünschen ihr daher die vielfältigste Verbreitung.

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