Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 8 (25.2.1844)
- Date
- 1844-02-25
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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61 telpunkt des Vereins, Leipzig, stattfindenden Generalversammlungen Theil nehmen. Alljährlich wird aber wenigstens ein Mal eine außerordentliche Generalversammlung stattfinden, zu der auch Nichtmitglieder Zutritt haben. In diesen Versammlungen wird Jedermann gestattet sein, für oder gegen die Emancipation der Juden das Wort zu siihren. Sobald der beabsichtigte Verein 300 Mitglieder zählt, wird das provisorische Comite eine Generalversammlung berufen, welche den Verein förmlich zu confti uiren und den Vorstand desselben auf ein Jahr zu wählen hat. Wenn außerhalb Leipzigs sich Vereine von gleicher Tendenz bilden sollten, so erscheint es im Interesse der Sache, daß dieselben sich als Zweigvereine dem Hauptvcreine anschließen. Erklärungen über den Beitritt, sowie Bemerkungen zu dem Statuts-Entwurf nimmt Dr. Freund in Berlin entgegen. In der ersten Hälfte Februars soll zur förmlichen Constituirung des Vereins geschritten werden. (Nach einem Artikel in der Deutsch. Allg. Ztg. soll jedoch die Sache noch nicht so weit gediehen sein, sondern die Constituirung des Vereins erst dann erfolgen, wenn sich 300 Theilnehmer gefunden haben. Red.) G r o ß b r i t t a n i e u. (London.) Um den von der Missionsgesellschaft fortwährend in Syrien so verschwenderisch verbreiteten Schriften und Traktätlcin ein Gegengewicht zu bieten, hat Sir Mos. Montefiorc zwanzig Pfund Sterling zum Behuf der Veranstaltung einer neuen Ausgabe des skN'S hergegebcn. Das Buch wird in Jerusalem in der jüngst auf Kosten Sir M's dorr errichteten neuen Buchdruckcrci aufgelegt. (Jew. Inf.) Palästina. (Acre.) Der englische Konsularagent, Hr. Finzi, ein portugiesischer Jsraelite, hatte rin paar Thcphillin nothig und ersuchte ein Mitglied der engl. Mission in Jerusalem, ihm welche von einem dortigen Sophcr zu kaufen. Dieser, Hr. Samuel Schochet, weigerte sich jedoch, unter Hinweisung aus eine Stelle im Schnlchan Arnch, Thcphillin in die Hände eines Zu geben. Hr. Finzi mußte sich das Verlangte durch andre Vermittelung verschaffen. — Einem israelitischen Bäcker, der an die Missionäre Brod verkauft hatte, wurde deßwegcu der ihm zukommende Anthcil au den von Europa kommenden Unterstützungen entzogen. So berichtet die »Jewish Intelligence.“ Rußland und Pole n. (Von der polnischen Grenze.) (D. A. Z.j Merwürdig ist es, daß die strengen Maßnahmen gegen die Juden auf der russisch - preußischen Grenze bis jetzr auf der unserigcn noch keine Anweuduug gesunden haben, woraus Manche folgern wollen, daß \i: hier überhaupt nicht in der ganzen Ausdehnung, die der Ukas vorschreibt, auSgeführt werden sollen. In Kalisch namentlich sind die Juden ganz unbesorgt und wollen durchaus an eine mögliche TranSlocirung noch gar nicht glauben; alle Regiernngsmaßrcgelu in dieser Hinsicht beschränken sich hier auf eine möglichst genaue Ausnahme israelitischer Scelenlisten. Nicht ohne Schrecken könnte man auch an das künftige traurige Loos der Unzahl von Juden denken, welche längs der polnisch-preußischen Grenze wohnen, wenn der UkaS auch auf sie genaue Einwendung leiten sollte. Moldau und W al l a ch a i. (Jassy.) sT. A. Z.j Das geraubte Judenkind soll endlich auf die Noten des preußischen Generalconsuls, Ritter Ncugcbanr. herauSgegcbeu werden. Obwol der Ministerrarh das Gcgcntheil beschlossen hatte, hat dennoch der Fürst, um daS gute Vernehmen, welches mit diesem L'onsulat jetzt bestehe, anzucrronnrn, den Befehl dazu selbst gegeben. Literat« r. j <L) "izi ''Vjzü oder: Hofagent Maier, der Jude des neunzehnten Jahrhunkerls. Eine Nolksschrift für Israeliten, von L. Krämer, Lehrer in Aitenniuhr (Baiern). Nördlmgen, brr Deck, 1844. 163 S. 12. Nachdem, wir früher bei Erwähnung des WrrkchenS: die Schicksale der Familrr Hoch, von demsUven Verfasser (in unfern israelitischen Annalen) fowol den Wenh solcher woldurchdachtea Volks schriftru, als insbesondere den Beruf res Herr» Krämer zu derartigen Arb eilen gebührend anerkauni haben, gereicht cs uns zum Vergnügen, ans obiges Vuwlem aufmerksam zu uiachen, welches einen bedrureuder: Fortschritt beurkundet. Es enthält eine Erzählung in Form einer LebeuSceschreibung. Dbwcl kein Ortname genannt ist, so spielt doch das Ganze augenscheinlich lu Baiern, und sind die dort obwa'u enden Verhältnisse mit in Bezug genommen. Glückliche und unglückliche Umstände sind aus gelungene Weise wechselnd vorgesuhrt, um daran die einfache, biedere und cdelc Gesinnung und Haltung des Familienvaters und der übrigen Glieder seiner Familie darzustellen, uno zugleich eine verständige Thcilnahme für die Religion der Väter und die Schicksale der Glaubensgenossen, selbst unter Beibehaltung einiger ciitenx gemütblichen Lebcnskormen, durch Beispiel und Lehre zu entwickeln. — Ton und Ausdruck sind ganz dem Style eines Volksbuches angemessen, und das Famrlicnbild ist durchweg in reinster Ein-