Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 37 (10.9.1843)
- Date
- 1843-09-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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149 SrichlrhLe drs Tagrs. (Forts, des Artikels über den Fortbildungsverein zu Barchfeld.) Wir können nicht umhin auch noch die schönen Schlußworte der Statuten unfern geehrten Lesern mitzutheilen.»Möge es diesem Fortbildungsvereine, durch den guten Willen und die kräftige That seiner sämmtlichen Mitglieder, gelingen, seinem Namen, in der edelsten Auffassung, aufs Vollkommenste zu entsprechen, und so den Geist und das Herz seiner Mitglieder fort-, durch- und ausbilden. Möge es uns Unterzeichneten doch gelingelingen, durch Errichtung und Ausrechthaltung dieses Vereins auch zu jener schönen Zeit nur einen kleinen Theil beigetragen zu haben, von welcher der Prophet unS lehrt: »Die Menschen werden einander weder verachten noch beleidigen, sondern wie Kinder eines Vater sich einander lieben, denn voll wird die Erde sein mit Erkenntniß Gottes, und gebildet werden alle Menschen sein, und nach Belehrung, wie die Durstigen nach Wasser lechzen." — So wie aber ein jeder höher ausgebildete lebendige Körper, so gefügig, geübt und ausgcbildet auch die einzelnen Theile auch sein mögen, eines Herzens bedarf, der ihnen Leben, Wärme, Bewegung und Empfindung mittheilt, so auch bei Körperschaften, die sich zu irgend einem geselligen und sittlichen Zweck gebildet. Auch diese brave Gemeinde besitzt ein solches edles Herz und ein erleuchtetes Haupt in ihrem wackern Lehrer Lewald, und dem talmudisch gelehrten und auch sonst sehr gebildeten und gesinnungsstarken Vorsteher Hrn. Löb Lefor. Erstgenannten beehrte neulich seine Vorgesetzte Behörde mit der schmeichelhaftesten schriftlichen Anerkennung seiner Verdienste um die Fortbildung seiner Gemeinde. Die solide Führung seines Amts, fern von aller Charlatanerie, sein Fleiß und sein unausgesetztes Streben, sich als Mensch, Lehrer und Israelit immer mehr zu vervollkommenen, ließ uns schon längst in ihm einen der Hervorragensten seines geachteten Standes erkennen. Die Art und Weise aber, wie Herr Lefor sein Amt führt, will nicht mit der tulmudischen Regel harmoniren n"n rT&’fd£’ T~n bis4: --Wohne nicht in einer Stadt, deren Vorsteher Gelehrte sind". Wir wünschen vielmehr einem jeden Gemeinwesen einen so unterrichteten, gebildeten und thatkrästigen p"n zur Leitung und Wahrung seines zeitigen und ewigen Vortheils, wie ihn oben genannte Gemeinde in Hrn. Lefor zu besitzen das Glück hat. Die Besprechung der Mecklenburg-Schweriner Gottesdienstordnung uns noch vorbehaltend, halten wir es doch für nützlich, bei dem nun herannahenden Neujahrsfest das geehrte Publikum auf eine zweckmäßige Anordnung in derselben aufmerksam zu machen. S. 12 heißt es: ... »Jedoch glauben wir die mißbräuchlich eingeschlichcnen p\pi 77! vor und zwischen die fflJTpn um so eher weglassen zu müssen, als diese einerseits mir der halachisch - gesetzlichen Begründung der verschiedenen Ordnungen der Tekiot (ek. Nosch haschana 34 a -> ppn^ HD’pD) in offenbaren Widerspruch stehen, und andererseits einem wesentlichen dogmatischen Prinzip der israelitischen Religion, wonach wir als »Kinder Gottes", uns nur unmittelbar unserm himmlischen Vater nähern dürfen, zuwider sind". — Es muß in der That einen jeden vernünftig denkenden Israeliten empören, welche absurde Vorstellungen in diesen sogenannten Gebeten, welcher?)rm »Gotteslästerung" — darin ausgedrückt wird. Diejenigen, welche den Namen des Allerheiligsten zu jeder ihr geringfügigsten Betheuerung bei jeder leisen Aufregung gedankenlos über ihre Lippen fahren lassen, sie zittern und beben vor den eingebildeten Herren Tartiel, Scharschiah und Matatron, und wagen sie nur in Gedanken auszusprechen. Wenn der ernste Schall des Schosar fromme Betrachtungen und heilsame Vorsätze in unseren Herzen erweckt, so kann es, nach dem weisen Walten der ewigen Gerechtigkeit, nur von den besten Folgen für uns sein, die Engel mögen wollen oder nicht. Auch ist der Weg von einem frommen Herzen zu Gott gar nicht so weit und so unsicher, daß cS obengenannter Geister-Spediteure bedürfe. Diese »mystische Versenkungen" waren dem unterrichteten Israeliten, namentlich auch den alten Rbanim von jeher zum Gespvtte und Gelächter, die Trucker haben sie zur Empfehlung ihrer Waare eingeschwärzt und der Pöbel (,-/'£') ließ das Leben dafür. Würde und Ernst gebührt dem bedeutungsvollen Moment der Tökiot, aber nicht diese beängstigende drückende Schwüle, dieses haarsträubende Hofmachen vor solchen Wesen, die gar nicht existiren. Die frommen »Baale Tökiot" mögen vor der heiligen Handlung beten nach dem Antriebe ihres frommen Herzens, wenig oder viel, allein zu Gott, ihrem Vater, aber nicht zu Papazah, Taschbasch, Sandalsun, Parafta und Consorten. Denn wenn der liebe Gott auf diese warten wollte, würde nie ein Gebet in den Himmel kommen. (Frankfurt.) H. Lehren, dessen wir schon früher in Betreff der Verwaltung der nach Palästina fließenden, milden Gaben gedacht, hält es jetzt für nothwendig, seinen erschütterten Credit durch eine persönliche JnspectionS - Reise wieder herzustellen, und wankende Sympathien durch seine imponirende Erscheinung wieder zu befestigen. Seht Ihr Maaminim bne Maaminim — Gläubige Kinder von Gläubigen, predigt seine persönliche Erscheinung, mich, den Millionär, mich den Chosid, seht, mich den stattlichen holländischen Mann in eigener Equipage, u. s. w. haben jene deutschen Schlucker angebellt! der deutsche Michel will wissen, was der Holländer mit seinem Gelde macht! Ich gehe nach Deutschland, bensche (segne durch Handauflegen) die Contribuenten, theile Reliquien aus, kleide am Sabbat in weiße Farbe mich re. und die frommen Narren sind wieder aus lange mein. Wozu in Palästina ein Spital? eine Schule? Dort muß gelernt (studirt) werden. Das Kind, der Jüngling, der Mann, der Greis, Alle, groß und klein, müssen sie lernen, und wenn sie gelernt haben, und wissen, wie man zu leben hat nach dem Willen Gottes, dann können sie sterben. Und wenn diese liegen in den Gräbern, dann sollen es die Kinder eben so machen. Stoffe weben, Kleidcrmachen, Häuser und Straßen bauen, Handel und Gewerbe treiben, das Feld und den Weinberg bearbeiten, diese unheiligen Beschäftigungen müssen vor wie nach fern von ihnen gehalten werden. Sie würden ja sonst selbst zu Vermögen, Wohlstand und Achtung gelangen, sie würden unsrer nicht bedürfen, und was sollten dann die frommen Leute in den