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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-09-10 · Heft 37 (10.9.1843) · page 4

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 37 (10.9.1843)
Date
1843-09-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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150 andern Ländern, in pfi, mit ihrem Gelde und ihrem guten ftommen Willen anfangen! Der Herr Banquier kennt auch selbst zu gut die Annehmlichkeit eines beschaulichen Nichtsthuns, als daß er einigen hundert Menschen, denen nach gleicher Seeligkeit gelüstet, nicht sollte dazu zu verhelfen bereit sein. (Luxemburg.) Am 23. Juni wurde dortselbst der durch sein gelehrtes Werk „die Religionsphilosophie des Juden" rühmlichst bekannte vr. Samuel Hirsch als Oberrabbine feierlich eingeführt. Der Vorstand war ihm bis Trier entgcgcngcfahren, von welchem Orte auch der Oberrabbine Cahn sich nach Luxemburg begab um dortselbst die Einführungsrede zu halten. Zu der Feier in der Synagoge fanden sich die hohen Civil- und Militärbehörden, so wie eine Deputation der Ständeversammlung ein. Vor dem Eingänge in der Synagoge wurde der neue Seelsorger von der weiß gekleideten, mit Blumen gezicrden weiblichen Schuljugend mit kindlich freundlichen Worten begrüßt. Die Reden beider Rabbinen, Cahn's und Hirsch's sollen sehr angesprochen und erbaut haben. Man verspricht sich dort von der Wirksamkeit dieses tüchtigen Seelenhirten eine schöne Zukunft für Synagoge, Schule und den sittlichen Zustand seines Rabbinats. Wenn der nunmehrige Oberrabbine in seiner Amtsthätigkeit so viel Lebensphilosophie zeigt, wie er Stärke in der „Religionsphilosophie" beurkundet, so werden die schönen Hoffnungen gewiß in Erfüllung gehen. (Kassel.) Die Gesellschaft der Humanität dortselbst, hat den Herren Kaiser und Wolf Bolcy, aus Rücksicht ihrer Landwirthschaftlichen Betriebsamkeit, Prämien ertheilt. So verächtlich auch Bruno Bauer, in seiner bekannten „Judcnfrage" von dem Judenrhume spricht und urtheilt, es muß ihm doch wichtig dünken. Er, der doch so viel auf seinem beklemmten Herzen haben muß, wählte für seinen Theil in den 21 Bogen aus der Schweiz" — wieder die Juden zum Thema. Wir haben diese 21 Bogen nicht gelesen, denn kaum waren sie aus der Schweiz auf deutschem Boden, wurden sie (o drei mal sieben!) von der Polizei in Empfang genommen. Wenn aber B. B. hier als Gegner des Judenthums, wieder so gewaltig christlich fromm that, wie in der „Judensrage", so wundert es uns, daß man, aus dieser Rücksicht, die Sünden der andern Bogen nicht verziehen hat. (Breslau.) Wenn irgend eine Sache yniZK ClpE tibüQ ist — „die Stelle seines Vaters aussüllt," so ist es der junge Tiktin. Man schmeichelte sich, mit dem Tode des alten, in jene von Streit und Hader zerrüttete Gemeinde den Frieden einkehren zu sehen; allein, wie gesagt, der junge füllt die Stelle des Alten aus. Doch mit dem Unterschiede, der alte Tiktin ließ sich absetzen, um den Kampf für seine Ueberzeugung fortsctzen zu können, und der junge Tiktin kämpft, um angestcllt zu werden. So schrieb er auch neulich eine Brochüre, die die Beantwortung der bekannten von der Staatsregicrung gestellten Fragen an alle jüdischen Gemeinden und Notabilitäten, zum Gegenstände hat. In dieser stellt er nun die Behauptung auf, daß der Sohn eines Rabbinen, wenn er auch in Gelehrsamkeit den Vater nicht erreiche, wenn er eS ihm nur in Frömmigkeit gleich thue, Thronerbe von Gottesgnaden sei, die Gemeinde mag wollen oder nicht. Da thut aber jedenfalls ein Frömmigkeitsmcsscr noth. Eine neue Aufgabe für unsre Naturkundigen! •HDD bv nisn TID Mit einer Einleitung, entnommen aus dem Werke Choreb, nebst Commentar Abudrham und deutscher Uebersetzung, von Wolf Alexander. Krotoschin bei Monasch. Der Verfasser führt uns in einer hebräischen Vorrede in das Getriebe der Zeit, und classificirt die Theilnehmer in „Weise", „Frevler", „Gläubigfromme" und „Unwissende", und verspricht sich, daß seine „Hagada" doch allen genügen werde. Sehr natürlich. Jede Partei hält sich eben am meisten befähigt für die erste Rangloge. Diese gezwungene, nichtssagende Agadetha auf die Agadah verdient nicht ihren Platz. Die Einleitung, aus Hirsch's Chorcb entnommen, ist gut und gediegen, und findet hier sehr zweckmäßig ihre passende Stelle. Nur ist der Styl zu geschraubt, undeutsch und gezwungen. Die „Thamö" u. „Scheeno-jodea-lischols" bedürfen eines klaren Vortrags, und die „Chachamim" und „Raschaim" wollen auch durch eine hübsche Form angesprochen sein. Die Ordnung in der „Agadah" und die deut' schc Uebersctzung sind lobenswerth. Besonders hat uns die gemüthliche Ucbcrsetzung des yrp und angesprochen. Die äußere Ausstattung zeigt wenig Rücksicht auf die ephemere Majestäten, (nach der kecken Bildersprache des Volks spielt jeder Hausvater am Pesachabend den König) für welche das Buch bestimmt ist, doch ist sie immerhin leidlich. Angekommen: Lisco,das Ceremonial-Gesetz des alten Testaments; Liepmannssohn, Lebens-, Tugend-, KlugheitS- und Bildungsregeln. — Die frühern und gegenwärtigen Verhältnisse der Juden in sämmtlichen Landestheilzn des preußischen Staats, von Ludwig von Rönne und Heinrich Simon. — Ucber die Automie der Rabbinen und das Prinzip der jüdischen Ehe von vr. Holdheim. Durch alle Buchhandlungen, in Hersfeld und Homberg durch F. Schuster, ist von uns zu beziehen: NaMnische Gutachten über -ieBertragttchkeit -er freie« Forschung mit dem Rabbinerrarnte. Zwei Abtheilungen. Netto 1 Thaler. Diese Gutachten von siebzehn Rabbinen aus verschiedenen Gegenden Deutschlands, von Männern, welche durch ihre amtliche Stellung, wie durch ihre literarische Wirksamkeit einen bedeutenden Namen haben, sind in der wichtigen Zeitfrage bei der regen Bewegung im Judenthume so entscheidend, daß die Aufmerksamkeit des Publikums nicht genug auf sie gelenkt werden kann. F. E. C. Leuckart in Breslau. Druck und Verlag von F. Schuster in Hersseld.

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