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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-05-21 · Heft 21 (21.5.1843) · page 3

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 21 (21.5.1843)
Date
1843-05-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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83 cn ’jnpa lnysoDin pmo pnart renn um kj-deck mson b minn pi mxipD 'b an a^Nin trän chd □tä . r"v nan na nw,an msnr nnosanm cypnn cro cbum 'jdz wüwv anmn rrm ntm) t:n\s‘ cy rros? mzn -obi n^aron nunn T^b ’rs men TZ'N ttü nai "ton:^ n"y otck itzk ab pnu p\s‘ c-ot b cd*? bv2n -pn« -pni pi p:n-iD erren jid jo cn S"r>2i minn jo paa "•\snpac tnraDtf'! Herr Landrabbine Wechsler äußert hierüber: „Daß das Judenthum zur Zeit des ersten Tempels ein ganz anderes war, wie früher und später, daß die prophetischen Reden und Vorschriften einen andern Geist athmen, als die späterer Gesetzlehrer und Rabbinen, kann keinem Schriftkundigen entgehen. Nicht blos scheint hier auf die Ausübung des Ceremoniellen weniger Gewicht und das meiste gelegt auf eine streng monotheistische, kräftig moralische Gesinnung und Gesittung, sondern selbst die hervorgehobenen rituellen Bestimmungen zeigen noch das flüssige, fortschreitende Moment des religiösen Lebens zur Genüge. So wenn z. B. überall nur des Freudenfestes im siebenten Monate und erst spat unter Josias des Passahfestes gedacht wird (2. B. der Könige 23, 22. 23. es. 1. Kön. 8, 2 u. a. a. O.), ohne daß darum eine Rüge von Seite der Propheten erhoben worden ist. So, wenn dagegen überall das Neumondsfest als Hauptfest mit allen Attributen des Festes erscheint und Geltung hat, seiner spätern Bedeutung entgegen (1. Sam. 20, 5. 2. Kön. 4, 23. Jes. 1, 13. 14. 66, 23. Ezech. 46, 1 u. f.), wenn überhaupt Ezechiel in seinen Visionen Kap. 40 ff. vielfach von den mosaischen und spätern Bestimmungen abwcicht. (Forts, folgt.) Gclcfticftte des Tages. Ein neuer Beweis, daß die Erde sich dreht. Dem Papste bricht das Herz über die Abtrünnigkeit der Kinder seiner alten Garde, der alten Spanier, dagegen hat er die schönsten Freuden an den Nachkommen — Mendelsohns erlebt. Der Maler Philipp Veit, Direktor des Städel'schen KnnstinstitutS zu Frankfurt, hat seine wichtige Stelle niedergelegt, weil für erwähntes Institut ein Bild angekaust worden „Huß, vor dem Concil zu Kostniz", auf welchem der Künstler den Reformator mit einem Gesichte darstellt, auf welchem hohe Gedanken, tiefes Gefühl, Ueberzeugung, Gottvertrauen, feste Entschlossenheit und Ergebung ausgeprägt sind; während an den Vätern zu Kostniz das Physische mehr hervorgehobcn, und der intellectuelle und moralische Ausdruck in den Schatten gestellt ist. Nun ist Veit so katholisch, daß er mit dem, solcher Art verherrlichten Ketzer in effigie nicht unter einem Dache wohnen will. Und Veit ist ein Enkel — Mendelsohns! — Seit Gustav Adolph, dem Pfeiler der Kirchen-Reformation, und seiner katholisch gewordenen Tochter Christine, hat es keinen ähnlichen Contrast gegeben. Die Freunde der neuhebräischen Literatur und der organischen Entwickelung des wissenschaftlichen Judenthums werden mit Vergnügen hören, daß der siebente Band des Kerem Chemed zum Drucke bereit liegt, und nur noch die Censur zu passiren hat. Erfreulich ist's, wenn es sich, wie man aus Prag berichtet, bestätigt, daß vr. M. Sachs in den Kreis der geistreichen Mitarbeiter an genanntem Werke eingetreten ist. Wie sehr der Jude — soviel auch vom Gegentheil behauptet wird — sich den Sitten des Landes anschließt, und den Charactcr seiner Bewohner annimmt, zeigt namentlich England. Der fromme Sinn, durch welchen von Privaten öffentliche wohlthätige Anstalten hervorgerufen und unterhalten werden, muß den Engländern vorzüglich nachgerühmt werden. Ter englische Jude verleugnet auch hierin den Engländer nicht. Ein jeder Bericht auS jener glücklichen Insel bringt unS neue Beweise von großartigen Stiftungen und namhaften Legaten, die von Juden auSgehen, um entweder neue gemeinnützige Anstalten zu gründen, oder vorhandene besser zu sundiren. Nach den neuesten Berichten hinterließ der verstorbene Kaufmann Salomon Levy in London circa 70,000 Pf., die nach testamentarischer Bestimmung an verschiedene gemeinnützige Anstalten übergingen. In einer jüdischen Gemeinde im Großherzogthum Posen begnügte man sich am Pesachfeste nicht die Leiden der Vorfahren in Egypten durch ungesäuertes Brod und bitteres Kraut anschaulich zu machen, man wollte auch das Andenken der egyptischen Prügel lebhaft vor die Sinne führen, und an heiliger Stätte unter den Augen des Rabbinen, entwickelte sich eine solche Schlägerei, wie sie nur in einem Marketender-Zelt Vorkommen kann. Da keine Christen gegenwärtig waren und jüdische Zeugen vom Richter verworfen wurden, ließ man den Skandal auf sich beruhen, so ernstlich man auch die Sache Anfangs nahm. Man kann sowohl über den Vorgang als über den Ausgang Manches denken und fühlen, wobei man sich aber Gewalt anthun müßte, wollte man eine gute Miene zu solch' bösem Spiele machen. Es steht natürlich einem Jeden Ifrei, sich nach Belieben auf Seiten Tiktins oder des Breslauer Vorstandes zu stellen. Man kann hier und dort achtungswerth erscheinen. Aber kindisch ist es, wenn man, wie das nun von manchen Seiten geschieht, von dem Tode des Erstgenannten ungünstige Schlüsse für den Fortschritt, oder gegen die Zweckmäßigkeit und Rechtmäßigkeit des Verfahrens gegen Tiktin, oder auch gegen das System, oder gegen die Partei die dieser vertrat, ziehen will. Der Vorstand war entweder von vornherein im Unrechte, dann blieb es Unrecht, und hätte sich Tiktin einer MetusalahS - Lebensdauer zu erfreuen gehabt; oder der Vorstand war im Rechte, sein Streben war ein von allen unedlen Motiven reines, heiliges, Tiktin war dem vernünftigen Fortschritte, nach ihrer besten Ueberzeugung, ein wahrhaftes Hinderniß, dann kann der Aerger und Verdruß, wenn auch eines Oberrabbinens, nicht in der Waage ziehen. Auch bei jedem Schritte, den die Industrie vorwärts thnt, bei einer jeden heilsamen Erfindung, die inS Leben tritt, — man denke nur an die Erfindung der Buchdruckerkunst — leiden Einzelne und ganze Corporationen, die Losung bleibt nichtsdestoweniger: -Vorwärts!"

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