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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-01-08 · Heft 2 (8.1.1843) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 2 (8.1.1843)
Date
1843-01-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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6 sie wissen, daß die Schule lediglich aus jüdischen Schülern besteht, daß jüdische Lehrer darin unterrichten, daß der Religionsunterricht nach diesem oder jenem jüdischen Katechismus erthcilt werde, und daß ein jüdischer Geist in der Schule wehe; cs ist nur der Unterricht in den Religionsschristen in der Ursprache, der sie zu jener Ueberzeugung bringt.'-) Drittens — denkt sich der Einsender die Synagoge wie die Kirche, nämlich getheilt in Priester und Laien indcß jene doch nur D-csn und pan cy kennt; und auch dieses nur im abstrakten Sinne; denn konkret kann, wer heute N"n ist, nach Jahren f"y sein und umgekehrt. Wenn nun Einsender gesteht, daß dem Rab- Linen im Amte allerdings die Religionsschriften in der Ursprache zugänglich sein müßen, so nehmen wir das nach obiger Prämisse für alle Israeliten in Anspruch. Alle sollten Rabbinen fein an Gelehrsamkeit, an sittlichem Wandel und in andern Eigenschaften, die den Geistlichen auszcichnen. Wenn sie cs nicht sind, so mögen sie oder die Umstande es verantworten. Wir dürfen aber nicht, weil es nicht alle sein können, die Institute schließen, in welchen Jedem Gelegenheit gegeben wird, den Anfang zu machen, den Grund zum einstigen n"n zu legen. Man denke vielmehr an die Mittel, wie die Institute für die min und ihre Hilfsmittel gekraftigt und vermehrt werden können, statt daß man, weil man sieht, es will nicht recht gehen, das Kind mit dem Kode ausschüttct. Gesetzt aber auch, nur Rabbinen und Lehrern wäre die Vertrautheit mit den Religionsschriften in der Ursprache vonnöthen, wo sollen Eltern und Lehrer die Anlagen und die Lust zu den ergenthümlichen Kenntnissen, die - dieser Stand fordert, wahrnehmen? 2 3) 2) Hier ist Einsender falsch verstanden worden.. Nicht hat er für die Kinder mancher Eltern den Unterricht des Hebräischen in den Schulen zugestanden, sondern nur ihrem individuellen religiösen Verlangen, dafern solches auf dem Wege des Privat- «nterrichtes befriedigt wird, Gerechtigkeit widerfahren lassen. UrbrigenS hat er die Rücksicht, welche auch die öffentliche Schule auf die Ansichten der Mehrheit der Eltern zu nehmen hat, außer Augen gelassen; er hat ja nicht den Schulbehörden gesagt: Schaffet, es mag den Eltern recht sein, oder nicht, nur den hebräischen Unterricht ab! sondern gerade durch die in seinem Aufsätze entwickelten, r«5p. widerlegten Gründe die Eltern für die richtige Ansicht gewinnen wollen. ») Die Nothwendigkeit des hebräischen Unterrichtes bei der rüheren religiösen Anschauung, resp. der sie hervorgerufenen äußeren Stellung der Israeliten hat Einsender selbst dargethan. Daß aber bei den Anforderungen, welche die jetzige Zeit an die Bildung und die bürgerliche Thätigkeit der Juden macht, die Forderung »Me sollen Rabbinen sein an Gelehrsamkeit" ins Reich der Uumögllchkeit gehöre, sieht wol Jeder ein. Darin sind wir aber ganz mit dem Verfasser einverstanden, daß auch jetzt jeder Israelit C3H werden solle, rfn "durch sittlichen Wandel und andere Wir schreiten nun zu den vom Einsender selbst angeführten, aber seiner Meinung nach nicht stichhaltigen Gründen für die Erlernung der hebräischen Sprache in Schulen. Weil, meint derselbe erstens, die Kinder cs unmöglich zur völligen Kenntniß und zum gründlichen Verständniß der C'pDISl D'V bringen könnten, so falle auch der zeremonielle Grund, daß dieselben die überkommnen Gesetze nicht blos üben, sondern auch verstehen lernen, weg. Aber wollten wir der Jugend alles das, in welchem sie es doch nicht zur Vollkommenheit bringen kann, vorcnthalten, wir dürften ihr gar nichts bieten. Sollten die Kinder nicht in n-li’S nb^n und no^PJ Unterricht erkalten, weil das nicht zugleich mit nrp^ö nDt>n der Fall sein frmn?4) (Schluß folgt.) Eigenschaften, welche den Geistlichen auszeichnen", n"n besonders durch Bekanntwerdung mit den erhabenen Grundsätzen unse» rer Religion und durch das Streben, sie in Gesinnung und Leben zu bethätigen. Daß übrigens bei der Bestimmung der Unterrichtsgegenstände in einer Schule nicht darauf Rücksicht genommen cherden könne, ob einmal ein oder zwei Schüler derselben Rabbinen werden wollen, bedarf keiner Auseinandersetzung. 4) Aber ist es da mit rpJPS und rvC^n abgethan? Müßten die Kinder nicht, um die Zeremonien zu verstehen, wenigstens den ganzen cm miN und zwar nicht bloß den y"ü/f sondern auch den und ppv n’2 lernen? Einsender denkt, daß man heutzutage in unseren Schulen nicht mehr thun könne, als die Kinder auf die Grundbedeutung der Zeremonien aufmerksam zu machen; die Anleitung zur spccicllen Uebung derselben dem elterlichen Hause überlassend. Geschichte des Tages. (Fortsetzung der Aeußerung eines berühmten Schriftstellers über die Nationalität der Juden.) „Gesetzt aber auch, der Begriff werde noch mehr eingeschränkt, so ist doch eine gewisse gleichmäßige Denkart, gefördert durch Sprache und Schrift unerläßlich, um eine solche Nationalität vorauszusctzen. So konnte man in diesem schwachen Sinne allen deutschen Juden des vorigen Jahrhunderts, obwohl sie zerstreut lebten, einen Grad von Nationalität zuschreibcn, weil sie in ihren Schriften wie in den Judengassen Deutschlands, Polens und einiger Nachbarstaaten, sich in einem deutschen Jargon auSdrückte. Wo ist selbst diese Gleichheit geblieben? Abgesehen d<^ von, daß die größere Mehrzahl der Juden spanisch, portugiesisch und arabisch sprach, und die Neligionssachen hebräisch schrieb, folglich die Nationalität wiederum zerthcilt wäre, haben.auch die Deutschen sich nicht mit ihrem Deutsch vereint erhalten können. Während alle Communicationsmittel der Länder und Völker sich so vermehrt haben, daß die entferntesten Völker einander nahe sind, haben gerade die Juden die Befreiung von dem schyöden

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