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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1843-01-08 · Heft 2 (8.1.1843) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
4 (1843)
Issue
Heft 2 (8.1.1843)
Date
1843-01-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts. Eine Wochenschrift für die Kenntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Herausgegeben von Dr. c § p Großherzogl. Weimarschem Land-Rabdinen zu Stadt-LengSfclv bei Eisenacb. Sonntag, de« 8. Jannae 1843. IV. Jahrgang. Rr. S. Erwiderung auf den Aufsatz Jabrg. HI. Nr. 29 und 30 dieser Blatter: Ist die Erlernung des Hebräischen itt den jüdischen Schulen nothwendig? (Von L. Adler.) (Vorbemerkung der Redaction.) Wir lassen, um unfern Lesern das Urtheil über den Gegenstand zu erleichtern, die Antworten des Einsenders des ersten Aufsatzes unter dem Nachfolgenden in der Form von Anmerkungen abdrucken. Der Einsender jenes Aufsatzes stellt die Frage: ob die Erlernung der hebräischen Sprache in den jüdischen Schulen notwendig sei? und beantwortet sie verneinend. Sprecher muß gestehen, daß er sich beim Lesen dieses Urtheils über einen Gegenstand, der sonst in den jüdischen Schulen so geehrt und geachtet war, in einer peinlichen Seelenstimmung befand. Er fühlte das ganze Gewicht der angeführten Gründe, er mußte gestehen, daß der Verurtheilte nicht verdammt, sondern nach einer vom Ankläger selbst geführten tüchtigen Vertheidigung gerichtet wurde. Er konnte keine Waffe finden, der nicht schon in der Vertheidigung selbst die Spitze abgebrochen worden wäre. Und doch wollte sich nicht die Ueberzeugung in ihm bilden, daß das Todesurtheil ein gerechtes sei. Allein nach reiflicher Ueberlegung fand er die Lösung dieses Nätbsels in der Wahrnehmung, daß das Aktenstück mehr mit Geschicklichkeit, als mit innerer Wahrheit abgefaßt ist. Zuvörderst stellt der Einsender die Nothwendigkeit als fraglichen Gegenstand hin, und da wird es ihm natürlich leicht, seinem „Nein" in der Ueberzeugung seiner Leser Achtung zu verschaffen, aber mit dieser eroberten Achtung geht Einsender einen Schritt weiter, und schließt seinen Aufsatz, indem er das Hebräische in die Kategorie des Entbehrlichen verweist. Die Formenlehre gehört gewiß auch nicht zu den nothwendiqrn Unterrichtsgegenstanden, und nichts destoweniger wird sie hier und dort, als mehr oder minder wichtiger Gegenstand des Unterichtes ausgenommen. a) Zweitens scheidet Einsender gleich in einer Anmerkung die Schulen, wie sie sind, von feiner Frage aus, und behandelt nur dieselben, wie sie nach seiner Ansicht sein sollten. So weit aber Sprechers Erfahrung reicht, bat er noch keine Gemeinde kennen gelernt, in welcher nicht wenigstens die Mehrzahl zu denjenigen Eltern zu zählen wäre, von denen Einsender sagt, daß sie das religiöse Verlangen haben, ihre Kinder zur Kenntniß der Religionsschriften in der Ursprache zu bringen, und in Beziehung auf welche er die Nothwendiqkeit des Unterrichtes im Hebräischen zugesteht. Diese wird aber noch durch den Umstand erhöht, daß eine jüdische Schule von dm Eltern ihrer Pfleglinge auch als eine solche erkannt werden muß. Es reicht aber erfahrungsmäßig nicht hin, in ihnen ein solches Bewußtsein hervorzurufen, wenn 2) Diese Ausstellung des verehrlichen Verfassers widerlegt sich durch die eignen Worte desselben. Schließt nämlich der Einsender seinen Aufsatz damit, „daß er das Hebräische in die Kategorie des Entbehrlichen verweist,« so ist ja damit auch die Nothwendigkeit gehoben. Diese letztere wurde nur vorangestellt, um die Gründe, welche selbst für eine solche sprechen könnten, zu prüfen.

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