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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-11-20 · Heft 47 (20.11.1842) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 47 (20.11.1842)
Date
1842-11-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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heit, oder, GsselD istT^ne zu sein. Was nun die veränderte äußere Stellung der Israeliten angeregt, ja unabweislich gefordert hatte, das sUtt sind es endlich, Mdem Mir auf hem auch uns e!nqe^ rgHen Boden sdes Ä e n fM i ch eu Schaffens und Wir» Aix schaffen und wirken im Geiste des Einen. Und fa .... ist und bleibt es der einige Gott Israels und sein Erlödete die Wissenschaft und der bessere Kugendunterrirht z^ ser, dey, in der Glaubensgluth und der Lebensresignaeiner klaren Anschauung I M cher Pe^aygrOxft, wie in dem freien menschlichen gung aus; und wenn äuch'^ch' jftz^Mk slch kntgegkn^ gesetzre. aber gleichmäßig unhaltbaren Anschaungsweisew neben einander laufen, wenn die eine sich nicht scheut, Pharisaismus und RabbinismusÄlllS eMB puren AMnn» als eine Verrücktheit des menschlichen Geistes zu betrachten, ja die Lehrer desselben, die aller irdischen Freudö entsagten und ihr ganzes Lehen dem Studium.des religiösen .Metzes weHetesiH des/ StredeM^jWH HÄrschast ljM blinder Macht über ihre Pflegbefohlenen beschuldigen; während die andere, baar der Einsicht in die damalige Stellung der. Israeliten und in ihre ganze dadurch be-. dingte religiöse Anschauung, allen Satzungeü und Gebräuchen, welche aus dieser Anschauung flössen, eine ewige, eine sittliche Bedeutung unterlegt*), so gewinnt.dei den Tieferdenkenden doch die klare, fromme Würdigung der Geschichte immer mehr Raum, nach welcher dle reliaiose Änsö^uunL der Vorzeit und der Gegen- MtWLMEhKLf*3tÄchen sich g/tzv ü^cht v-sn eirra «^errf^ch « iLe^, 4«d«»^elde vkrlangkn, ja es als den heiligsten Beruf des Israeliten ansehe», daß derselbe seivLL.nD_ien sie G o tte s..w e i h e; daß Alles, was er denkt,, wirkt und strebt, auf d^n sich -e^ehk,l dem tvir Mit jedem Odem unseres Lebens, mit jeder' Faftk unseres DWins aygehören; nur mit dem Anterschi-cde, daß. diese Anerkennung der göttlichen Herrschast über uns, -dieses-r7DL' robo fm wahren Sinne,- in dev rÄigiösen Anschauung der Vorzeit mehr auf den Asraeliren -sich beschränken mußte, da ihm die Pforten menschlicher Wirksamkeit noch' verschlossen^ waren, ' «»sh^end-jetz^ N)d sich diese ihm /öffnen,- wo nicht rschr - bas! Schtvenh blutigen Fanatismus - über ihm sch«M, HlbEr daHtüas-einss den 'ZsraeKtrn'.kK fortwähvMdrr tansiHaülrchrr'BerbinMtg mit seinem Gosse und m dem Glauben, dass /-dieser ihn für das, - was dit Erde ihm Versätze-,- durch^größere Seligkeit im Himmel entschÄ>igen5-werde, erhalten sollte, seine Bedeutung verlörendie Anerkennung der göttlichen Herrschaft durch-EeL Wirken auf dem heiligen Boden der MetzschHeit sich kund geben müsse- Doch darum tzörftr wir nicht auf, Israeliten zu sein. Wik find es vermöge unseres Glaubens an den göistitzen iMd einigen Gott; wir sind es vermöge des Zeugnisses der Gefthichte, die da selbst ausfagt, daß wik inWahrhttt vvtt Gött beruftn, in Wahrheit zuerst elugegangen sind ltt den Glauben an den Einen; wir sind ^vermöge dek Uebung aller jener Gesetze und Zeugnisse,. d^euns an dies-' Berufung erinnern; *) Wir^eriunern mir an den sonst so geistreichen Rabbinen Hirsch in Emdens . , Wirken der Gegenwart' gedient wird und gehuldigt;' so hat die religiöse Anschauung der Vorzeit, wie die der He^nwart, kein höheres, kein heiligeres Wort, als die Herrschaft, als die Heiligung und Verherrlichung des Einen. H et ch ixt) t e -es Tages. Abexmals wird ein Philister — und Philister giebt es in .der politischen Literatur Deutschlands, leider! noch die Menge — von der Rhein. Ztg. wacker mitgenommen. Dieselbe enthält nämlich aus Berlin folgenden Artikel: Mieder ein neuer Publizist will die Reise um den Staat machen. Challier u. Comp. Hierselbst heißt der Rheder, und die Fracht: „Aus den Papieren eines Berliner Bürgers." Berliner? Warum nicht Treuenbrietzner oder Kyritzer? Nach den: Inhalte eben so gut. Auf einem halben Bogen tritt aus: „Nr. 1. Die Judensrage." Der Verfasser hat Angst vor den Juden; natürlich: „Die Kanickel fangen immer an!" Mit folgendem Anlauf stürzt er sich in die Sache: „Es gibt Juden! D-sist/eine große Wahrheit, die mir Alle kennen —; und wir seufzen, wenn wir daran denken. Unsere Voreltern hätten die Juden entweder gar nicht oder minder tyrannisch unter weisen Beschränkungen aufnehmen sollen." Wohl zu merken; man muß Maß halten in der Tyrannei, sie muß eine weise sein.! — Dem Vers, sind die „Deklamationen" der Zeitungen - für die Juden zuwider. „.Die Juden verlangen Humanität von den Christen, und ich frage: verweigert sie ihnen denn irgend ern billig Denkender. unserer Zeit?" Gewiß nicht; aher die- „unbillig Denkenden" thun es. DqS eben ist ja . so überaus anstößig^daß die Staatsgewalt sich nicht entschließen kann, , dem Lichte der Zeit sein Recht zu vrrstatten. Auf Humanität übrigens, oder gar Gnade, brauchen die Juden sich nicht zu beziehen; sie können als Söhne ihres Vaterlandes und als zu den Lasten des Staats tüchtig Herbeigezogene ihr gutes Recht verlangen.— „Im Allgemeinen besitzen die Juden bis'zum heutigen Tage weiter keinen Patriotismus, als den Mischen. Man frage einen polnischen, deutschen oder französischen Indem, was er sei, und wenn er sonst nicht Gründe hat) es zu verläugnen, fo wird er sagen: Jude." Den Franzosen betreffend, ist dies nicht wahr; in Frankreich rechnet es sich auch der Jude zur Ehre, ' Franzose zu sein. Dort hat das Gesetz in wenigen Jahrzehnden die Pöbel- Hastigkeit der „christlichen" Sitte verwischt: der christliche mnd der jüdische Mensch, beide sind gleich tüchtige Staatsbürger. In den Ländern dagegen, wo der Jude gedrückt ist, woher soll er seinen „Patriotismus" nehmen? Soll er in Polen und Ungarn Hochherzigkeit lernen? Etwa von seinen bornirten Unter-

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