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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-10-09 · Heft 41 (9.10.1842) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 41 (9.10.1842)
Date
1842-10-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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164 Gebote abweichen *). Wie muß Herr Eger, der von den in der Thora (Pentateuch) vorqeschriebenen 2-i8 Geboten und 365 Verboten spricht, erst gegen den von ihm gewiß hochverehrten Nachmanides (p"ßl) in Harnisch geratben, wenn er in denen Comn-entar zum Sepher Hamitzwoth folgende Stelle gewahrt: mao 'cü2 nn eia® iro a ppina banff r\rm bi;"« phn pooi piabn bv2 N'an ntjcp i? v"v nn ‘m 'n am o'ßann b pa DDDim tnd *otj Ea'sn: mnNi, nnN^> ronnai racn cidd n?ir Ey pona cnBD3i D^m pBD *2b2 rbv *"a cy nya 'JNi nnniNi devb nw nn P?di npibno rn *tr in *>an ’ui Nn dn Nno'on i* p ’bo rwe^ ycattp noi'pa tde na'ß^ na^n Nn cn iNN naniß ^wa eptc6 pdid \dn ma -pi ~p rrnan sann nra i?n N'nran p Nßbya NnaoDN Nina' in ]p:i pa .nna pjon p mson nxö n* annn *N^a' N'nEa^ nn pnn “pai nnN Nauon nn *ai e'jed Ena **) "in In gleiche Verlegenheit 'müssen Herr Deutsch und Genossen kommen. Denn wenn sie Geigern i im Sinne von Maimon. (H. Tschubah 3, 14.) für einen Beschimpfer der jüdischen Gesetzlehrer, (E'ßan n'D^n n*20) erklären, weil er annimmt, die bei den Talmudisten übliche Deutung der Bibel (Deraschah) sei ihnen nicht ein uneigentlicher Sinn der Schrift (NrDDDN) sondern ernstlich als Erklärungen gemeint gewesen, so müssen sie das auch gegen einen von derHvperorthodoxie hochgeachteten Gesetzlehrer, den Moscheh den Nachman (]"a"c"n) thun, der gleichfalls imHWidcrspruch mit Maimonides ***) Nachweis, daß alles das, was die Talmudisten mittelst der dreizeh.* Grundregeln (nN2^) aus der Schrift ableiteten, ihrer Meinung nach auch der wirkliche Sinn der Schrift seist'). Uebrigens ist es eine große Frage, ob der die^ Talmudisten beschimpfe, welcher, wie Geiger. behauptet, ihre Erklärungen und Diskussionen, mit welchen sie Folianten anfüllten, seien ihnen ernstlich gemeint gewesen, oder der, welcher, wie Deutsch und Genossen sie für eine exegetische Spielerei halt. Sehr wahr sagt beßhalb Geiger in dem Aufsätze über das Verhaltnlß des natürlichen Schriftsinnes zur talmudischen Schriftdeutung: „Daß die Gemausten es mit ihren Deutungen im *) Samuel ben Meier bemerkt zu der Stelle 2. Mos. 13, 9. die der Talmud auf die Thephillin anwendetr pva jna£ -{? nn' Ws pny vb -p' bv mb» jwtfp an? Tan to-aop pya *pyy pa stav bv Enma "•'i^ naon bv pb **) Eben so Aden Esrah im Jesob Moreh: niDO2 ENI" rmäw NIM pN nyb ppOiy Nna» msoi EPbm cnpyn "♦miw itrbttn piN?a 'i ***) Sepher Hamizwoth Regel H -r) nnnnä' n^Nn nnva nniN rro^'nE^cnan noa» "•nD^a nnn cna» 2^22 cn:ci pa nam: vollsten Ernste gemeint haben, geht unwiderleglich aus ihrem ganzen Verfahren dabei hervor. Schon oben wurde angeführt, daß sich überall in der Gemara die Frage wiederholt, welche Begründung der Ausspruch der Mischnah in der Bibel habe, und darauf wird dann eben gewöhnlich eine Ableitung von der besprochenen Art gegeben; sollte , diese nicht als eine rechtmäßig vorgenommene und vollkommen begründete betrachtet werden, so wäre Frage wie Antwort ein unnützes Spiel, .ein Scherz, der diesen Männern, welchen Alles eher als ein heiliger Lebensernst abgesprochen werden könnte, anzuheften thöricht ist. Sie gehen aber noch weiter. — Haben sie nämlich zur Begründung irgend einer Meinung eine derartige Bibeldeutung gefunden, und diese Meinung wird von einem andern bestritten, so sind sie alsbald mit der Frage bereit, wozu denn diese Bibelstelle, oder vielmehr die in derselben nach ihrer Betrachtungsweise, liegende Veranlassung zu einer weitern Ausdeutung 'von diesem Lehrer verwendet werde (rra Tay 'Nn» NPp 'Nn nba 'ET), und sie ruhen nicht eher, bis sie irgend eine andere, eben so fern liegende, Bestimmung gefunden haben, die dieser Lehrer aus der Stelle entwickelt habe rc." Aber noch sind wir mit den Herren nicht fertig! Nicht nur, daß sie unter sich in Widerspruch gerathen, daß nach Herrn Eger Herr Deutsch und Genossen Ketzer sind, da sie glauben, die Talmudisten haben ihre Erklärungen nicht ernstlich gemeint, wahrend doch nach Hrn. Eqers Ausspruch nicht von ihnen abgewichen werden darf, und umgekehrt dem Herrn Deutsch Eger als ein Bcschi.mpfer der jüdischen Gesetzlehrer (miß C*ßDn ’TEpn) erscheinen muß, weil er glaubt, sie haben ihre Erklärungen ernstlich gemeint *), so gerat!) ein jeder von ihnen noch besonders in ein unglückseliges Dilemma, aus welchem er schwerlich sich heraussinden wird. Was sagen nämlich die Herren dazu, daß der Talmud nur gegen den Israeliten eine strenge Sittlichkeit zur Pflicht macht? **) Wir, die wir nicht alle Aussprüche der Talmudisten für unbestreitbar halten, sehen diese Ansicht als eine solche an, die zu der Zeit, wo das positive-religiöse Element das rein-sittliche ganz verschlagt, stattsindcn mußte, und auch bei den Lehrern anderer *) Geiger mag sich demnach darüber beruhigen, daß jene Herren ihn vom Rabbinate entfernen wollen. Wenn sic ihren Grundsätzen getreu bleiben wollen, so müssen sie das auch gegen einander, ja der Eine muß nach der Vorschrift des Talmuds (Abodah sarah 26) wenn er einen öffentlichen Todtschlag fürchtet, doch falls der Andere in eine Grube gefallen, die davor stehende Leiter unter irgend einem Vorwände wcgtrageu, damit der ketzerische College nicht wieder herauskommen kann. **) Wir scheuen uns Beispiele hiezu anzuführen; sie sind den Herren hinlänglich bekannt; wie sie denn auch recht gut wissen, daß inner nU'ü"Vu "icht blos der Heide (obgleich gegen solchen auch keine Unsittlichkeit erlaubt sein kann) gemeint ist.

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