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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-05-01 · Heft 18 (1.5.1842) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 18 (1.5.1842)
Date
1842-05-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Gebetbüchern, und letzteres ist ja augenscheinlich eine Wiederholung desselben Satzes im Eingänge, und kündigt sich schon dadurch als späterer Zusatz an.) Im Abendgebete seien die n"N^ yzv mro, ebenso deutsch und im Morgengcbete hebräisch, was durch das mm mmy 'n nicht motlvirt werde, da sich dieses nur auf v"V und nicht auf die pW' mr"D beziehe. (Allein diese mCC , welche bekanntlich spateren Ursprungs sind, und dem 'L'"p selbst nicht gle chkommen, werden doch nicht wichtiger sein, als das Die Anfechtung wegen des hebräischen Gebetes am :"r"i' fallt durch die nothwendige Rücksicht auf das Populär-Bewußtsein zusammen, eine Rücksicht, die Hr. F. bei etwaigen liturgischen Reformen zweifelsohne selbst nehmen würde.) Daß daß, tpri , welches sich im findet, wie das 1j? mpl rc. weggelassen ist, kann dem Tempel nicht zum Vorwurfe gemacht werden, da in der Formel des Maimvnidcs sich noch Mehreres findet, was die Gebetbücher nicht ausgenommen haben; eben so konnten die anstößigen und einer viel größeren Mißdeutung ausgesctzten stellen \j\2) rc, wegfallen, wenn auch das /i:m mne Ipsn beibebalten wurde. Daß man im deutschen Gebete das 7v bis n?n pa wegl.eß, wird kein Mann von Geschmack tadeln, und eben so wenig irgend eine Entstellung des Sinnes oder eine sprachliche Härte in der Auslassung des TJOl (S. 65 u. 174 und in den Stellen S. 69 u 84) finden. W>e demnach auf solche Belege bin dem Tempel Jnconsequenz und Mangel an heiligem Ernst von Hrn. F. vorgeworfen werden konnte, ist in der Tbat unbegreiflich. Hr. F. sucht sich nun für die Idee einer persönlichen Rückkehr nach Jerusalem zu erwärmen, und tadelt den Tempel, daß er die hierauf bezüglichen Stellen in den bisherigen Gebetbüchern (cs sind besonders solche, welche nach ihrem Ausdruck Mißdeutung und Mißverständniß bei dem Nichtisraclitcn Hervorrufen müßen) aus dem seinigen verbannt bade. Hr. F. macht hier viele Worte, im Wesentlichen kömmt das, was er sagt, darauf zurück, der Wunsch, daß in dem Lande unserer Vater unsere Volksthümlichkeit wieder frei hcrvortrete, und wir die Achtung genießen,^ die trotz so vieler Fortschritte der Aufklärung, doch gewöhnlich nur einem durch äußere Macht vertretenem Volke gezollt wird, habe nichts Ungerechtes, hingegen habe das Hinübertragen jener Idee in das Gebiet der „Weltreligion" des „Reiches Gottes" sein Nachtheiligcs, da, so großartig auch eine solche Bestimmung sei, sie doch dem größeren Theile unbegreiflich bleibe, und daher ihn im Ausdauern und in der Begeisterung herabstimme. Wir können füglich diese Behauptungen dem Urtbeile unserer Leser überlassen, da es bekannt" ist, wie jener Glaube in der Art, wie ihn Hr. F. festhalten möchte, nicht nur längst aus dem Bewußtsein aller wissenschaftlichen israelitischen Theologen, sondern auch aus dem des Volkes geschwunden ist, daher auch von einer Begeisterung, welche diese Idee erzeuge, keine Rede sein kann; vielmehr das Aussprechen derselben in der Weise, wie dieses in den früheren Gebetbüchern geschieht, eine leere Formel, oder was noch sträflicher ist, ‘ das Bekenntnis einer Lüge vor Gott ist. Uebrigens möchten wir wissen, wie Hr. F. obigen Ausspruch mit dem Glauben an den sittlichen Fortschritt der Menschheit vereinigen kann. Dieser Fortschritt, und besonders die durch ihn erzeugte Achtung des Menschenrechtes in jedem Genoßen des Staates, hat in neuester Zeit fast überall die Lage der Israeliten (die nur eine besondere religiöse, keineswegs aber volksthümliche Gemeinschaft bilden) verbessert, ja sie hie und da den übrigen Bürgern gleich gestellt, und daß dieses bei einem höheren Rechtsbewußtsein einst überall der Fall sein werde, daran sollte billig ein erleuchteter Volrslehrer nicht zweifeln. Eine arge Verleumdung ist es, wenn Hr. F. dem Tempel nachsagt, er habe das Eigentliche des Fortschritts, das nicht ein sich selbst Erzeugendes, ein von der Vergangenheit völlig LosgerifleneS sei, verkannt. Die ganze Welt weiß, (und auch die obigen Beispiele bestätigen dieses) daß der Tempel mit einer wahrhaften Pietät das Üeberkommene geschont habe, daß er die wesentlichen Gebete alle beibehalten, ja nicht einmal sich im Ausdrucke eine Veränderung erlaubt habe, wenn nicht hohe und heilige Gründe es geboten. Hr. F. weiß auch seine Behauptung nur mir'zwei Beispielen zu belegen: weil das deutsche Gebet S.,240 nicht zu Ende des ])"& gesetzt worden und das irZN nur einmal vorkomme. Allein letzteres Beispiel ist an sich von keinem Belang und was das erstere betrifft, so wird jeder, der von einem gebildeten Gefühle geleitet w'rd, gestehen, daß das bercgte in stiller Andacht verrichtete deutsche Gebet nach den vielen ihm vorausgcgangenen hebräischen nur wohllhätig und erhebend wirken muß; wie es denn nicht minder auffallend ist, wenn Hr. F. dem Tempel zum Vorwurf macht, daß er die 2"' rmiy nicht in dem Umfange, wie dieses in den bisherigen Sidurs geschehen (der Idee, und dem durch sie auch für unsere Zeit Bleibenden jener Zeremonie ist allerdings ein Ausdruck gegeben) ausgenommen, da jene Opfer einst verrichtet wurden, jene Gebete und Bekenntnisse einst stattgefunden, an die diese Thatsache begleitenden Umstände sich aber Erinnerungen^knüpften, deren Tilgung ein Eingriff in das Gemüthliche sei!! — , (&cl)hiß folgt.) Srl'chichte des Tages. Höchst betrübend ist, was man ferner über die religiöse Befangenheit und Unduldsamkeit Montefiorcs in Beziehung auf die neue Wcstsimagoge in London erfährt. So hat er sich sogar geweigert, dem Sccrcrär der Synagoge zu aticstiren, daß er (waS bei verkommenden Ehczcugnisscn nöthig ist) solcher, sei, weil er (Montcsiore) jencu gottesdienstlichen Ort nicht als eine Synagoge betrachten könne! Das Comitö der neuen Synagoge hat aber m

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