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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-02-27 · Heft 9 (27.2.1842) · page 3

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 9 (27.2.1842)
Date
1842-02-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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35 Nachträgliche Notiz zu dem Schreiben aus Prag, in JW. 4 und 5 dieser Blätter. (Vom Verfasser des ersten Schreibens eingesendet.) Bekanntlich hat, seitdem der Erzvater Jacob in Egypten einbalsamirt wurde, in Israel keine Leichenöffnung wieder stattgefunden. Vor einiger Zeit ereignete sich nun in hiesiger Gemeinde der Fall, daß ein junger Mann an einer Krankheit starb, über welche sich die Aerzte nicht vereinigen konnten. Der Hausarzt drang, damit der Ärzt bei ähnlichen Fallen klarer sehen und das Beste anordnen könne, auf eine Leichenöffnung, in die jedoch der gebeugte Vater, um sich nicht dem Geschwatze des Pöbels auszusetzen, nur unter.« der Bedingung willigte, wenn ein Rabbiner die Erlaubniß hierzu gebe. Rappoport, bei dem deßhalb angefragt wurde, versagte jedoch dieselbe und so kam der Todte ganz zur Ruhe. Bei einem Condolenzbesuche, den hierauf mehrere den Verwandten des Verstorbenen machten, äußerte nun der Verfasser des pp rom der beständige Antagonist von Rappoport: „Ich würde ohne weiteres die Erlaubniß gegeben haben." Demnach scheint derselbe entweder jetzt, oder in seiner gedachten Schrift sich nicht nach seiner Ueberzeugung ausgesprochen zu haben. Oder hat er vielleicht nach seiner Weise einen neuen exegetischen Fund gethan und liest statt Snyy (Frage) -pjn 72K bxf min ruo- Dein Vater sage ja nicht: Jeder Gebrauch in Israel gelte so viel als ein Gesetz der Tbora!" H. Ehierfch hebräische Grammatik. (Erlangen bei Enke.) Ein sehr empfehlenswerthes Buch. Der Verfasser vermeidet sowohl das Einseitige der rationellen als der traditionellen Methode, ist gründlicher als Weckkerlin, faßlicher als Gesenius, der durch zu viele Ausnahmen das Verstandniß der Regeln erschwert, und führt das, was durch die neuen Forschungen, namentlich Ewald, gewonnen wird, in successi'ver, verständlicher Weise dem Lernenden vor. Besonders gewandt und die Uebersi'cht erleichternd zeigt er sich bei der Verbalflexion. Wir dürfen daher seiner Schrift eine recht zahlreiche Verbreitung, namentlich auf Gymnasien und Universitäten, versprechen. Geschichte des Tages. (Schluß des Artikels aus der Leipz. Allgem. Zeitung.) Hat ja in Deutschland die im „Tempel" vorgenommene Radicalreform im zweiten Jahrzehe-.d unsers Jahrhunderts, besonders aber die übertriebene Projectmacherei im Anfänge desselben, die innere Kraft -es JudenthumS zeitweilig, geschwächt, den Jndifferentisv'.us mittelbar gepflegt, ja selbst die Taufe herbeigeführt. *) Um wie viel leichter wäre dies in Großbctttannien möglich, in -es ätherischen MissionsgeisteS Heimat, wo englisches Gold, die Jntrigue und die schwache Anzahl der Juden, die selbst wieder in zwei verschiedene Synagogen, wenn auch nicht Sekten zerfallen, die baldigste Zersplitterung zur , otbwendigen Folge haben müßten. *) „Das soll doch nun und nimmer sein!" rufen wir daher mit dem Lebendigen aus. Wo dem gan:en Körper der Stoß droht, da wende man alle Kraft an, jenen adzun ehren, und denke zuletzt, wenn die Gefahr vorüber, daran, ein wundes Fleckchen zu heilen. Nur durch die entgegengesetzte, vom Sultan Mahmud befolgte Praxis ward dre heut'ge Entnervung des o-manischen Reichs herbeigeführt, der theure Preis, um welchen er daS von ihm gestreute Samenkorn eu. ropäischer Cultur erkaufte, zu einer Zeit, wo der Staatskörper an Arm und Bein gekürzt und an der Ferse zchon vom listigen Nachbar verwundet war. Das diene dem Judenrhume zum warnenden Beispiel! Endlich konnte und durfte Teurich« land den ersten Schritt in der Damascener Affaire, die der Diplomatie zunächst Gestellten ausgenommen, nicht wagen. Das erstere nicht, weil große Versammlungen dort nicht so gang und gäbe sind; daS zweite noch weniger, weil, wie schon erwähnt, namentlich in Deutschland über jüdische Nationalität ein Charivari erhoben Worten wäre, statt der christlicherseits in England bei dieser Gelegenheit angestimm» ten Serenade. Was also in Deutschland nicht möglich war, das geschah in England. ES kennte dort geschehen; aber Anerkennung verdienen sie in hohem Grate, die Anstrengungen der edlen Briten, des hochherzigen Sir MoseS vor Allen, nicht weil er eS wagte, übers Meer zu setzen, nein, well er es zeigte, wie man auch im neunzehnten Jahrhunderte für seine entfernten Brüder fühlt, weil dieses Gefühl sich deutlicher offenbarte als in eniem traurigen Blick auf das Blatt, welches die traurige Kunde nach Europa brachte, deutlicher als in einem der Presse übergebenen Artikel, auf welchem mehr als ein warmer Dertheidiger seiner Glaubensehre anderwärts sich beschränken mußtet Edel aber wie feine That müßte auch der dafür gezollte Dank sein, er bestehe weder in einem Pocale, noch in einer Riesenadresse, sondern einfach in den Worten: „Man hege das Vertrauen zu ibm, daß er, im Vereine mit fernen gesegneten englischen Mikbrüdern, die jüdische Sache zu unterstützen nie aufhören werdedaß er der Wächter ihrer Ehre werde, der Beschützer ihrer ') DaS rst nicht wahr! vielmehr hat der Tempel Hunderte wieder mrt dem Gottesdienste befreundet und von der Taufe zurückgehalttn . Redaction. ") Im Gegentherl! Wenn die aufgeklärten Israeliten Englands keinen ihren bester» Ansichten entsprechenden Gottesdienst erhielten, würden sie ganz mit dem Judenthume zerfallen und der Kirche sich zuwenden. Redaction.

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