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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-01-23 · Heft 4 (23.1.1842) · page 3

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 4 (23.1.1842)
Date
1842-01-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Grundsatz, daß eine Anordnung, die nicht in ganz Israel verbreitet ist, auch von jeder kleinen Versammlung aufgehoben werden könne; dieß gilt aber nur, wenn das Verbot für ganz Israel erlassen worden, von einem Lheile aber nicht angenommen ist. Wenn aber die Weifen einer Stadt oder eines Landes ein Verbot erlaßen und die Einwohner dieser Stadt oder dieses Landes sich dem Verbote unterzogen haben, hat das Verbot tür diese die Gültigkeit, als wenn es von dem größten Theil der Nation angenommen worden wäre, und es ist eine Sache, die von einer Menge angenommen worden, und wieder eine Menge erfordert, um erlaubt zu werden. 8) Glaubt der Verfasser, daß die Macht eines ID, die Anordnung eines früheren “G aufzuheben nie bei Gegenständen statt finde, wo der größte Theil des Publicums nicht dabei bestehen kann. Es ist aber bekannt, daß bei dem Enthalten von Hülsensrüchten durch nur 9 Tage im ganzen Jahre zu bestehen ist, besonders in jetziger Zeit, 'wo der Arme sich größtentheils mit Erdäpfeln näbrt. (Anmerkung des Referenten) Dem Verfasser scheint es unbekannt zu sein, daß die Erdapfel in eben dem Verruf standen, als Hülsensrüchte und Reis; erst um das Jahr 1780 nahm sich ein Einzelner in Prag die Freiheit, dem allgemeinen Gebrauch entgegen, sich derseben öffentlich zu bedienen, was dem damaligen Zeitgeist gemäß von dem mit Recht hochverehrten Radbinen E. Landau nicht nur nicht gemißbilligt, sondern bald darauf selbst in jeinem Hause eingesührt wurde. Seitdem hat sich dieser Gebrauch stillschweigend von selbst behoben. Waren die Erdapfel zur Zeit des R. Moses Iserles bekannt gewesen, batte er mit vollem. Grunde schreiben können pm: mE2 was aber R. Ezechiel Landau in seinem Buch >mj rrr*2 weislich unterlassen hat. Der Verfasser geht nun zu einer Controverse über gegen ein Werk unter dem Titel: Briefliche Mittheilungen (ras nn) und s-. ließt, daß er sich aus gewissen geheimen Gründen in keine Widerlegung der in f'ien HiC'N angeführten Stelle aus ,TSj3i te einlassen will. (Schluß folgt.) Sclchichte des Tages. Ein ersieuliches Moment in der Geschichte des Tages bildet die mildere und unbefangenere Weise, mit welcher, der früheren gehässigen Richtung gegenüber, man sich jetzt über Juden und Judenthuin ausspricht. So äußert ein neuer Schriftsteller; „Unter allen jetzt noch rorhandenen Religionen ist wohl keine da, die sich eines so hohen Alters als die jüdische rühmen könnte. — Tie Geschichte der Juden dehnt sich weit hinaus biS in die früheste Kindheit unserer Erde, und wiewohl ron einem mnstnchen Schleier umbüttt, läßt sie uns das Borge« fallene, wenn auch nicht deutlich erkennen, doch wenigstens ahnen, und welcher Mensch wird es nicht vorziehen, im Sturme wenigstens eine Schlingpflanze zu umfassen, wenn keme Eiche »der sonstige feste Stütze vorhanden ist, wer wird es verschmähe», sich in finsterer Nacht von einem kleinen Sternlein leite» zu lassen, wenn die Sonne fern, und der Mond von dufteren Wolken umhüllt, unsichtbar geworden? — Ja gewiß, mögen auch scharfsinnige Philosophen von der frühesten Jugendgeschlchte der Juden den Goldftaub des Wun» derbaren abzustreifen fachen, mögen sie alle in der unver« gänglichen mosaischen Urkunde erzählte« Offenbarungen und Wunder auf eine noch so faßliche und leichte Weise, als ganz natürlich geschehen, zu erklären sich bemühen, so wird es ch, nen doch nicht gelingen, den weisen Rathschluß der Vorsehung wegzuklügeln, der aus jeder einzelnen Begebenheit dieses Voll« kes Heller als bet allen Änderen hervorleuchtet. Wir dürfen nur an Moses Rettung durch die Königs» tochter, an die Erziehung unter den Feinden seines Volkes erinnern, wo er Gelegenheit hatte, diese und ihre schwache« wunderbaren Seiten kennen zu lernen, und bei der Befrei» ung seines Volkes als Waffe gegen sie zu gebrauchen. Noch könnten wrr unzählige Beispiele anführen,- Josua, Samuel, David, und selbst der Klagrsänger auf den Trümmern von Jerusalem würden uns als Beleg hierzu dienen. Allein wozu dieses Alles,- tte weise Ha.d der Vorsehung läßt sich nirgends, am allerwenigsten in der Geschichte der Juden wegläugnen. Wenn wir die Wahrheit des Gesagten anerkennen, wer» den wir uns gewiß nicht wundern, daß aus der Mitte dieser Nation so viele Propheten oder große Menschen hervorge« gangen, denn man möge kühn den Propheten « Schleier vo» allen ausgezeichneten Männern Juda's reißen, so wird doch noch in ledem derselben ein großer Mensch übrig bleiben, ich sage Mensch, denn dieser kann nie ganz vollkommen sein, und deßwegen doch den Namen eines Großen verdie. nen. Die Geschichte bestätigt diese Behauptung vielfach. War es nun nicht natürlich, daß Männer, welche die gütige Hand der Vorsehung bei der Leitung ihres Volkes er« kannten, welchen zum Ueberflusse noch die Tbaten eines Mo« ses von Jugend an als Wunder erngeprägt wurden, daß solche Männer in Begeisterung entbrannten, und in ihrem heiligen Wahne gleichsam wie von einer Sehergabe, von einem heiligen Nimbus umstrahlt, unrer das Volk traten, und vor ihren Augen wunderba-e Thaten übten? — War hiervon nicht wieder eine Folge, daß dem Juden sein Glaube immer theurer wurde, daß jeder neuerstandene Prophet eine neue Kette war, die llin an die Religion seiner Väter um so i stärker fesselte, daß jede ans Wunderbare gränzende That i eines solchen Mannes frische Wurzel in seinem Herzen schlug, e und ihn mit engeren Banden an das Gesetz Moses knüpfte, , war es nicht natürlich, daß dadurch dem Juden sein Glaube s der Einzige und Wahre schien, und er seinen Geboten mit i fanatischem Eifer nachzukommen suchte, und der Glaube sich « auf solche Art vom Vater auf den Sohn, von diesem wieder i weiter bis in die spätesten Zeiten forterbte? (Forts, folgt'

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