Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 3 (1842)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1842)
- Date
- 1842-01-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Der neue Gesetzentwurf über die Verhältnisse -er Israe liten im Königreiche Hannover läßt gar viel zu wünschen übrig; allein wo die Nacht so finster war, wie da, wird der erste Lichtschimmer doch mit Freuden begrüßt, und besonders schätzt man fich glücklich, -aß das alles edle Menschengefühl so tief herabwürdigeude Schutzverhältniß nun aufhören und das Schutzgeld auf eine billige Weise abgelösi werden soll. Hingegen erweitert sich unser Blick, wenn wir auf Preußen Hinsehen, das trotz einigen augenblicklich hervorgetrete- Beschränkungen unsere Hoffnung auf eine bessere Zukunft schon jetzt zu rechtfertigen scheint. Wie die Zeitungen melden hat der König auf eine die politischen nnd socialen Zustände der Juden in den alten preußischen Provinzen betreffende Vorstellung der Aeltesien und Vorsteher der israelitischen Gemeinden zu Berlin, Königsberg und Breslau durch nachstehende Cabiuetsordre geantwortet; „Ich habe Ihre Vorstellung vom 24. Nov. d. I. dem Minister des Innern zugefertigt, um die darin gemachten Anträge bei den von mir angeordneten Berathungen über die bürgerlichen Verhältnisse der Juden zur Erwägung zu bringen, und behalte ei künftiger Entschließung vor, in wre weit Juden zu akademischen Lehrämtern zuzulassen, und welche Gerechtsame den jüdischen Ger weindeu als Corporationen beizulegen sein werden. WaS aber d>e Angelegenheit des jüdischen Eultus betrifft, so kann die Regulirung derselben zunächst nur von den eigenen Vorschlägen der Juden ausgehen, zu deren Einholung der Minister der geistlichen Angelegenheiten daS Weitere veranlassen wird. Die ganze Sprache dieser höchstes Verfügung verbürgt wenigstens einen Fortschritt in den äußeren, wie in den inneren Verhältnissen und wie könnten wir auch daran zweifein, daß ein so frommer christlicher König keinerlei Druck, es sei gegen welches Volk oder Vekenntniß es wolle, dulden werde. Wird ja daß Chrisienthum (diese so menschliche und liebevolle Tochter des Mosaismus) mit Recht die Charte, die große und ewige Charre der Nationen genannt; vat ja sein Stifter zu der Bruderschaft unter allen Kindern Adams tre unter allen Nationen gefügt und in diesem Sinne der Apostel Paulus allen Völkern zugerufen: Da ist weder Iud' noch Eriech', weder Sclav' noch Freier. Die Bierzahl.') Ich kenne einen Edelstein; Wie blinkt der schön, wie glänzt der rein! Du meinst: er blitz' im tiefen Schachts Aus Indien Hab' ihn 's Schiff gebracht? *) Der Verfasser dicstS Gedickte?, ein evangolischcr Geistlicher in lnestgcr Gegend, l,at stck hcreits durch cinzeluc Gedichte in verschiedenen Journalen, unter welchen eine? „Mütterliche" mit ganz hcsondcrcm Dei-all ausgenommen ward, ausgezeichnet, und wird nächsten? eine Gamms O nein, o nein! Das kann der Edelstein nicht sein. Schau in der Unschuld Augenxaar: Dort glänzt das Kleinod hell und klar Auch kenn' ich einen reinen Quell; Wie rieselt der, wie strömt der hell! Erquickt mit Tropfen tausendfach. Und frischt und regt das Leben wach Lu kennst ihn nicht, Der nur durch reiche Gaben spricht? Es ist der Liebe heil'ger Bronn: Genieß und theile gern davon! Dann weiß ich einen sichern Stab, Ja, sicherer», als Gut und Hab. Mit dem geht's durch das Lebensthal, Durch Frühlings Grün, durch Herbstes Fahl! Im Morgenland Empfängst du ihn aus höchster Hand. Und wollt'st ihn knicken? — Wahr' ihn ja! Der Glaubensftab führt himmelnah. Ein grüner Zweig — o schöne Zelt! — Gesellt sich jenen, daß es vier. Er kündet 's Glück in weiter Fern'; Zeigt — dunkelt es — zum guten Stern. Er weht so kühl. Der Zweig, wenn dir der Tag so schwül! Du kennst ja seine Zauberkraft, Und was die Hoffnung Alles schafft. So schmück' Dich mit dem Edelstein! In Deinen Augen glänz' er rein! Nimm in die Hand den sichern Stab, Den uns, der droben wohnt, einst gab; Und wandre aus BiS zu dem engen Brettcrhaus! Die Hoffnung spricht: es rieselt dorr Nun Lieb' uni) Leben ewig fort!" _ Heinrich Schulze. lang seiner Pocstccn hcrausgehc». Auch für unser Journal hat er nur eine Reihe von poetischen Erzeugnissen, deren Ctoff aus der israelitischen Geschichte gewählt sein wird, zugesagt, und sich einstweilen durch da? nachsolgcndc Gedicht allgemein religiösen Inhalts bei unser» Lesern cingcsnhrt, wozu wir ihm von ganzem Hc.zen Gluck wünschen. Red. So eben erschien bei Schreck in Leipzig, und ist Hersfeld und Homberg bei F. Schuster zu haben: Die Beschneidung den Bsraeliten und ihre Nachbehandlung. In operativer und ritualer Rücksicht bearbeitet von E. C o l I i n, Wundarzt zu Dresden. Mit Knpfertafel. 8. br. 10 Ngr. Druck und Verlag von §. Schuster nr Hersfeld.