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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1842-01-02 · Heft 1 (2.1.1842) · page 3

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 1 (2.1.1842)
Date
1842-01-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
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3 Rede, wie sie gegen die von Gott eingesetzte menschliche Regierung geziemt, ober auch mit dem Muth und dem heiligen Erich, den ein heiliger Zweck fordert, zu kämpfen, und wir haben dabei keinen heißeren Wunsch, als daß man uns immer weniger Veranlassung geben möge, über jenes trübselige Thema zu reden, als daß in dem politischen Bewußtsein der europäischen Völker die Idee des reinen Menschthums die überwältigende Kraft erhalten möge, welche sie in dem Bewußtsein des reinen Jsraelitenthums längst gefunden. — Was endlich den Ausdruck und die Sprache betrifft, so werden wir auch in dieser Beziehung uns auf das innigste an das Gesammtbewußtscin der Zeit anzuschließen suchen; wir werden uns ferner einer edlen Popularität, die eben so frei ist von dem Erkünstelten, wie von dem Gemeinen, befleißigen, und wenn nun neben diesem Allem uns das verbleibt, von welchem jedes segensreiche Wirken im Gebiete der Wahrheit und der Religion abhängig ist. wenn Gott uns die Kraft des . Geistes und die Begeisterung des Herzens erhält, — o dann dürfen wir nicht zweifeln, daß diese Blatter in immer weitere Kreise sich verbreiten, und immer mehr das befördern werden, was sie sich zur Aufgabe gesetzt: den religiösen und bürgerlichen Fortschritt der Israeliten, ihr zeitliches und ihr ewiges Heil. Srlchichtr des Tages. Noch immer sind die öffentlichen Blätter voll des Ruhr meS über lie so innig-religiöse und dennoch so frei-humane Weise, mit welcher das Volk Großbrittaniens sich jetzt aller unterdrückten Religionsgenossen Syriens annimmt; sie geben darüber noch folgende Nachrichten: „In Carlow (Irland) ward eine öffentliche Versammlung gehalten, um die Norhwendigkeir, in der gegenwärtigen Lage der Umstande kräftige und gemeinsame Schritte zu thun, und die dermalige englische Regierung dringend zu ersuchen, daß sie den Juden in Palästina mit alten ihr jetzt zu Gebote stehenden Mitrein vollkommenen Schutz sichern, und für sie gänzliche bürgerliche und religiöse Freiheit möge erwirken, — m Berathung zu ziehen. Der ehrwürdige Decan von Leighlin hatte den Vorsitz, und folgende Beschlüsse wurden gefaßt: 1) Daß nachdem der Allmächtige das Land Palästina Vorzüglich durch die brittischen Waffen von der Macht der Aegypter befreit hat, wir der Ansicht sind, daß Ihrer Majestät Regierung jetzt ihren überwiegenden Einfluß dahin kräftig verwenden sollte, die Juden gegen die grausamen Bedrückungen, denen sie seit Jahrhunderten im Lande ihrer Väter ausgesetzt waren, in Schutz zu nehmen. 2) Daß, da Großbrittanien ehemals das Verbrechen der heidnischen Nationen, die wehrlosen Juden, so lange sie von chrem eignen Lande ausgeschlossen waren, grausam zu bedrücken, gecheilt hat, cs jetzt den besondern Berus hat, we> gen dieses strafbaren Vergehens, durch Benutzung der gegen» wärtlgen günstig'» Verhältnisse, ihnen für alle vormaligen Kränkungen wieder Gutes zu thun, seine Reue zu beurkunden. 3) Daß, nachdem es der Beschluß des Himmels, daß d»e Juden wieder m ihr Land zurückkehren, und daß die Natio, nen zu deren Rückkehr Mitwirken sollen, wir es für Ihrer Majestät Regierung Pflicht halten, ihnen zur Erfüllung die» ses wünschenSwerthen Zieles Vorschub zu leisten. 4) Daß, wie wir es für die Pflicht der Regiernng. halten, alle ihr zu Gebote stellenden Mittel anzuwenden, um das alte Volk Gottes zu beschützen, und es dem Laude seiner Väter wieder;u geben, wir es nicht minder für eine heilige Pflicht der brittischen Christen erachten, jene zu diesem höchst ehrenwerchen Werke aufzufordern, und zu dessen Ausführung zu ermuntern. Die Journale bemerken zu den zwei letzten Beschlüssen, daß wenn dieselben auch wohl schwerlich der den aufgeklärten Israeliten Anklang sinden dürsten, da diese die Erfüllung der prophetischen Verheißungen nicht von dem Boden Palästinas abhängig machen, sondern sie anf die Erlösung und sitt« liche Veredlung des ganzen Menschengeschlechts ausdeh» nen, so zeigen sie doch immer von einem ächt frommen Sinn, und verdienen darum nicht minder die freudigste Anerkennung. Herrliche Früchte trägt schon jetzt der hochsinnige Elfer, mit welchem die russische Regierung sich des ErziehungS, westnS der Israeliten annimmt. All' die Besserstrebenden, welche bisher vor den Verfolgungen des Fanatismus scheu zurücktreten mußten, schaaren sich jetzt unter ihren Banner, und legen Hand an das große Merk der religiös-sittlichen Emanzipation ihrer Glaubensbrüder. So sind bereits an mehreren Orten öffentliche Schulen entstanden, unter welche» die in Wilna, obgleich dort die Hindernisse am schwierigsten waren, am meisten leisten soll. Höchst achtenswerth ist auch die Freiheit, welche die preußische Regierung dem jüdischen Religionsbekenntnisse, gegenüber dem es angegriffenen christlichen, gestattet. Em gewisser Professor Köhler hatte nämlich in den preußr, schen Provinzialblättern von Richter sich auch über die allgemeinen israelitischen Verhältnisse ausgesprochen und die Ansichten und Bestrebungen der neueren jüdischen Theologe» als irrthümlich erklärt. Hierauf erwiderte in dem Juni- Hefte dieser Zeitschrift Dr. Saalschutz inKönigsberg u. A: „Zndeß sott out all' dem Gesagten der vollen Anerkennung detz göttlichen Segens nicht Abbruch geschehen, welche» die christliche Lehre, wo sie wahrhaft waltet, auf die sitt, l»ch-religiöse Denkweise der Menschheit, auf die sittlich, religiöse Basis der Volker-Institutionen ausgeübt hat. Ge, läuterte, zu einem heiligen Streben begeisternde Erkenntnisse von dem Wesen Gottes, reinere sittliche Ansichten und Ge, fühle durchdringen — Dank fei es dem Chrrstenthumel — nach dem thellweifen Untergange des Heidenthums, die Nationen und Individuen, die sich zu seinen Lehren bekennen. Aber wenn wir Israeliten dieser göttlichen Anschauungen, dieses heiligen Segens auch selbst theilhaft befunden werben, so

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