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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1841-06-13 · Heft 34 (13.6.1841) · page 3

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
2 (1840-1841)
Issue
Heft 34 (13.6.1841)
Date
1841-06-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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135 Prophet mit Juden aus Jemen gemacht haben, und manchmal der Juden wundervolle Geschichten von der Weisheit Salomo's vernommen haben: wie dieser große König die Sprache der Thiere des Feldes und die der Vögel in der Lust verstand, — und dann wieder mag er wohl manche Stunde (wie auch die Geschichte der Araber selbst uns vermuthen läßt) mit Bahira, dem christlichen Mönch, gesessen und sich durch ihn von den Heilungen unterrichtet haben, die Christus vollführt, wie von den Predigten Johannes des Täufers. So sind diese Sagen des Korans, obgleich fabelhaft, doch auf Wahrheit gegründet, und obgleich entstellt, muß sich doch manche Erzählung in der Wüste über Abraham und Malchisedeck mündlich dort erhalten haben, von denen die heilige Schrift keine Erwähnung thut. Ich bewundere die Liebe der Araber für ihre Vorfahren, und fühle mehr Genuß bei Anhörung ihrer Geschichten von Jsmaöl, wie er, wenn noch ein Kind, geschrien und mit' seinen kleinen Fußen gestampft, während seine Mutter Hagar in der Entfernung ihre Klagen mit dem Geschrei des durstigen Knaben vereinte, und wie dieß am Ende den Herrn, den erbarmungsreichsten und mitleidigsten, zu solchem Grade gerührt, daß er einen seiner Engel geschickt, der einem Wasserquell aus der Erde zu springen gebot, da, wo der Kleine mit den Füßen gestampft, — ich sage, daß ich mehr Vergnügen bei Anhörung eines solchen Mährchens genieße, als bei den trockenen und fröstelnden Spekulationen eines deutschen oder französischen //Infidel", mit welchen er grauenvoll arm macht, nicht bereichert, und die Gemüther der Jugend unserer Universitäten entleert, statt sie zu füllen." Wahr und schön! und wenn die Mährchen immer so unschuldig und anmuthig bleiben, wie das eben angeführte, so habe ich nichts Erhebliches gegen die Folgerung einzuwenden, denn im Verstand ist allerdings keine Poesie. (Schluß folgt). Aus dem Trauerspiele „König Saul" von Karl Gutzkow. (Fortsetzung und Schluß von Nr. 26.) Vierte Scene. Saul (tritt mit einigen Kriegern aus der Höhle.) Die Vorigen. Darauf Abner. Saul. Den Jäger stärkt ein kurzer Schlaf. Der Pfeil Harrt auf dem Bogen; mag das Wild uns bald Zum Schüsse in die Richte kommen: Sieh Ein weißes Frau'ngewand. Ich bin es, Michal. Saul. Und Jonathan. — Ihr lauert wohl auf eine Masche Im Netz, das David um uns aufgestellt. Um gleich hineinzuschlüpfen, als Gefangene, Als Geiseln und gezwungene Ueberläufer, Als Einschlag für ein anzuknüpfendes Gewebe von Verhandlungen! Ihr irrt Euch; Ich geb' um die, die meinem Herzen längst Entfremdet, keine Spanne meines Rechts! Jonathan (gleichgültig, ernst.) Wir sehn dem Kampf als Todtcngräber zu. Geschehe was da will! wir schürfen dem, Der unterliegt, den Weg ins Schattenreich. Abner. (kömmt.) Seyd Ihr schon wach? Saul (auf die Kinder zeigend.) Wer schläft, wenn Diebe schleichen? Abner. Vernahmt ihr in der Höhle nichts? Mir war's Als flüsterts drinn aus allen Ritzen, lachte Und rutschte hin und her. Saul. Im Ratzenloch. Ich schnarchte feil A b n e r. Wahrhaftig, haben Euch Die Ratzen da ein ganzes Hinterviertel Von Eurem Rocke abgenagt. Seht her! Saul (sich betrachtend.) Ich blieb wo hängen! Sauls Waffenträger, (laut rufend.) Seht, den Felsen dort! Fünfte Scene. David (erscheint mit den Seinigen auf dem Felsen über der Höhle.) Die Vorigen. David (einen Fetzen zeigend.) Hier, König Saul, hier ist, was Dir ein Dieb Vom Rocke stahl! Was schläfst Du auch so fest! Mein Schwert war zweifelhaft, sollt es den Hals Dir leise ritzen oder zur Erinnerung Von Deinem Rocke sich den Fetzen schneiden! Saul. Ist das nicht Davids Stimme? Abner (zu den Kriegern.) Auf! den Berg Besetzt! die Wege rings versperrt! Ihr drüben Ihr rechts herum! daß dieser nächtlichen Vampyre Keiner kann entrinnen! Zurück! Senkt Eure Waffen! Hier zurück In diesen Kreis! (Halblaut.) Ich will nicht kleiner sein Als irgendwer, der Großmuth üben kann. (Ruft.) David, mein Sohn! David. Mein Herr und König! Saul. Du warst Der Fuchs, der in der Höhle Hintergrund Mit Augen, die Dich fast verriethen, stack? David. Die Waffen waren's, die so glänzten, Herr! Ich lag mit meiner ganzen Schaar am Boden

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