Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 2 (1840-1841)
- Issue
- Heft 34 (13.6.1841)
- Date
- 1841-06-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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134 lichcn Wortes, auch ihre einseitige Richtung. Der Gegensatz, Ln welchen man sich nämlich plötzlich zu dem Inhalte und der Form der bisherigen Vortragsweise setzte, bewirkte, daß man den Boden der israelitischen Anschauung verließ und.'rnit einem philosophischen Cosmopolitismus auch das Trockene und Nüchterne verband. So konnten diese Art Vorträge für die Dauer nicht mehr ansprcchen, weil sie nicht in eine lebendige Verbindung mit den Zdecn und Hoffnungen der Israeliten standen, weil ihnen in dieser Beziehung das volksthüinliche Element abging, und weil sie auch in der Form der Tiefe, Sinnigkeit und Lebensfrische ermangelten, welche in den prophetischen Reden und thcilweise sogar in den Schriften der Rabbinen herrschte. Da erstand in jener großen Stadt des Nordens eine Anstalt, welche ganz besonders dazu diente, die Entwickelung und Verkündigung des göttlicher: Wortes auf die heilsamste Weise zu fördern, wir meinen den israelitischen Tempel in Hamburg. Hierher ward der Verfasser obiger Schrift berufen, und hier eröffnete er auch in Verbindung mit dem so sehr verdienten Dr. Kley dem Vortrage des göttlichen Wortes eine neue Bahn. Salomon sagt einmal, daß er die Art und Weise," wie er zuweilen in seinen Predigten die Schrift erkläre und auslegc, den Rabbinen abgetcrnt; er hat aber von den Lehrern seines Glaubens, und namentlich von ihren größten, tiefsten, begeistertsten, er hat von den israelitischen Propheten noch viel mehr gelernt, er hat durch ein lebendiges Durchdringen der Literatur der Vorzeit, durch Aneignen ihres acht israelitischen Geistes, es gelernt, in diesem Geiste zu predigen, das göttliche Wort mit solcher Frische und Lebendigkeit, wie jene frommen Lehrer, handhaben, er hat die israelitische Geschichte durch den Fortschritt der Zeit und der Wissenschaft, durch die sittlichgroßen Ideen derselben, verklärt, nicht aber sie in dieselben aufgehcn lassen; er hat die aus der Mission der israelitischen Ncligionsgemeinschaft hervorgehende Lcbensanschauuug treulich bewahrt und darum auch (wie der treffliche Mannheimer in Wien) so vielen Eingang in die Herzen seiner Glaubcnsbrüdcr gefunden. Der Tempcl^in Hamburg wirkte aber noch in anderer Weise auf die Entwickelung des göttlichen Wortes ein, indem die regelmäßigen sabbathlichen Vorträge, welche dort statt fanden, seine Prediger in den Stand setzten^ das ganze Gebiet der israelitischen Religionsuud Sittenlehre zu durchgehen, und die Wahrheiten derselben Hörern rmd Lesern vorzuführen. Dem lebendigen Geiste Salomons genügte cs jedoch nicht, die israelitischen Religiouslehren nach Anleitung biblischer Terte zu entwickeln, er machte anch das Leben und die Geschichte der fronunen Mäuner in Israel zum Gcgenstauh seines NaKdenkens, und da waren es besonders drei der größten Lichtgestalten, welche ihn anzogen. Hatte er dem Leben Mosis, dem Manne Gottes, der israelitisches Leben schuf und gründete, eine Reihe von begeisterten Vorträgen geweiht, so mußte er auch auf D avid, "dem Mann nach dem Herzen Gottes," der israelitisches Leben darstellte und verwirklichte, , und äuf^ Eliah, "dem hochbegeisterten Propheten Gottes,"' der für die Erhaltung des israelitischen Lebens kämpfte, seine fromme Aufmerksamkeit richten. Letzterer bildet den Gegenstand der vorliegenden 19 Vortrgge, und wie reichhaltig der Inhalt derselben ist, werden unsere Leser schon aus der bloßen Angabe der einzelnen Themate entnehmen: 1) Eliah's erste Erscheinung, oder Gott ist's, der der Sünde steuert und Grenzen setzt. 2) Eliah's Wanderschaft, oder die Kennzeichen der ächten und wahren Gottesdiencr. 3) Durch den Glauben an die ewige Fortdauer unserer Seele bleiben wir mit unfern Dahiugeschiedenen in einer immerwährenden Verbindung. 4) Gott und seine Verehrer. 5) Die göttliche Vorsehung in dem Leben des Frommen. 6) Eliah's Sieg auf dem Berg Carmel. 7) Das Wanken und Schwanken in den heiligsten Angelegenheiten. 8) Die große Menge ist ein unsicherer und schlechter Führer. 9) Die Macht des Gebetes. 10) Eliah auf der Flucht. 11) Thuen wir genug? 12) Gott stärkt unsere Kraft, und zeigt uns den rechten Weg. 13) Die göttliche Antwort. 14) Der Prophet auf dem Felde. 15) Der Weinberg des Naboth. 16) Es geziemt keinen Menschen, auf seinen sittlichreligiösen Wandel stolz zu sein. 17) Achab's Reue und Buße. 18) Ist kein Gott in Israel? 19) Eliah's Erhebung gen Himmel. Geschichte des Tages. Wir entnehmen der neuesten Schrift von Pückler MuSkan folgende interessante Stellen: "Oft", erzählt Herr Wolff *), "sah ich gravitätische Türken und arabische Kaufleutc in der Wüste neben einander sitzen, ihn **) mit großer Aufmerksamkeit zuhörend, während er'ihnen von der Schönheit Josephs, den Wundern Moses und dex Legende.seiner Himmelfahrt vorerzählte, oder ich fand sie auf die Geschichte von Heyk oder Abgar horchen, die ein -Armenier zum Besten gab, während er gemächlich dazu sein Pfeifchen rauchte. Hier wird man sogleich den Grund erkennen, warum der Koran so voll von Legenden aus dem Thalmud ist. Manche Reise mag der Pseudo- ») Ein Missionär, der früher Israelit war. **) Nämlich einen erzählenden Araber.