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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1841-04-04 · Heft 26 (4.4.1841) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
2 (1840-1841)
Issue
Heft 26 (4.4.1841)
Date
1841-04-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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103 ran erinnert zu werden, daß ein solcher die Bedeutung der jüdisch-religiösen Satzungen fiir die Gegenwart vernichtender Einfluß der chn'stlich - theologischen Denkweise bei den Rabbinen der alten Schule gar nicht denkbar ist, während ihm die Rabbinen und Rabbinatscanvidaten der neuen Zeit vielfältig blosgestellt sind, so daß auch' von dieser Seite her, der Unbefangenheit und Zuverlässigkeit ihres Urtheils in Dingen der jüdisch-religiösen Praris Gefahr droht. Aber auch die Zcitbildung der Theologie im Allgemeinen ist theilweise für' die Anerkennung der jüdischreligiösen Satzungen in ihrer Geltung für die Gegenwart, eine sehr ungünstige. Für mehrere theologische Richtungen nämlich ist die Zeitbildung nach ihren Grundzügen und ihrem ganzen Charakter so sehr eine ungläubige, daß Glaube und Unwissenschaftlichkcit auf ihrem Standpunkte als gleichbedeutend zusammenfallen. Es ist mit solchem Standpunkte eine Befangenheit gegen den historisch-religiösen Glauben verbunden, welche alles was den Letzter« zur Grundlage hat, verdächtigt und in hohem Grade unsicher.macht. Da nun die jüdifchreligiöse Praxis zumeist auf historisch-religiösem Glauben beruhet, so ist es wohl hinreichend klar, daß wenn ein jüdischer Theologe der theologischen Zeitbildung in einer der eben bezeichneten Richtungen sich zugewendet hätte, von Diesem eine sorgfältige, weil vom heiligen Interesse an dem Gegenstände delebte und durchdrungene Würdigung der jüdisch-religiösen Satzungen und der darnach zu beurthcilenden concreten Fälle durchaus nicht zu hoffen, und auch hier wieder die Nabbinen der alten Zeit, insofern auf ihrem gläubigen Standpunkte religiös-historischer Unglaube natürlich ihnen ganz fern bleibt, entschieden im Vortheile sind." Herr Hold he im vermag von dem Standpunkte, welchen er in seiner Schrift einnimmt, Herrn Lowositz nur mit einem indirekten Beweise zu schlagen. „Und warum (entgegnet er) soll der Rabbine von aller Zeitbildung ausgeschlossen bleiben? Warum er allein zu den Tantalus-Qualen verurtheilt seyn? Er, der Mann der Lehre und der Erkenntniß, warum sollte er allein den Baum der Erkenntniß wie in einem irdischen Paradies aufblühcn sehen und nichts von ihm genießen dürfen? Etwa, weil er dadurch die unbefangene Befangenheit bei der Beurtheilung eines religiösen Moments verlöre? Ist es doch auf andern konfessionellen Standpunkten noch keinem Hyperorthodoren eingefallen, im Interesse einer ungetrübten, von jeglicher schlackigen Beimischung der Zeitbildung gereinigten Auffassung des Religiösen, den künftigen Theologen der Gymnasialbildung, der Beschäftigung mit der klassischen Literatur während so vieler Jahre, dem später» Umgang mit Griechen und Römern zu entziehen!" Wir aber können dem Herrn L. direct begegnen, wir brauchen aus seine Argumente ihm nur die Frage vorzuhalten: Gegen welche Ansicht ist denn lie europäisch-wissenschaftliche, oder christlichtheologische Anschauung gerichtet? Gegen die rein-mosaisiMniM; denn die weiß ja' nichts, von den beschränkenden Satzungen, gegen welche jene, eben sowohl die „so natürlichen Einwendungen des gemeinen Verstandes, als dogmatische Gründe kehrt"; also nur die gegen die starr-rabbmische? Nun in Gottes Namen! möge diese durch Befreundung mit der europäisch-wissenschaftlichen Anschauung bei unseren Theologen geschwächt werden. Statt hierüber Bekümmerniß zu haben, dürfen wir uns nur freuen; denn da die christlich-dogmatische Anschauung hier nur den Inhalt der mosaischen und prophetischen Lehre in sich ausgenommen und die europäische Wissenschaft nur dazu diente, jenen Inhalt noch mehr zu begründen, so ist das ein neuer Beweis für die innere Wahrheit der rein-mosaischen Ansicht, die auf diese Weise stets mit der Wissenschaft und den Fortschritten des menschlichen Geistes im Einklänge steht. Deßhalb ist auch für unsere Gottesgelehrten von der vermeintlichen ungläubigen Richtung der Theologie, „welcher Glaube und Unwissenschaftlichkeit als gleichbedeutend erscheine," nichts zu fürchten; denn nur, was in sich keine Wahrheit enthält, was das Product ist einer späteren befangenen Zeit, hat die strengere Prüfung der Gegenwart zu scheuen, was aber das Gepräge der Wahrheit, was seine himmlische Abkunft durch seinen ächt religiösen und sittlich-hohen Geist verräth, das wird aus der freien Prüfung der Wissenschaft nur noch reiner und glänzender hervorgehen. (Fortsetzung folgt.) Geschichte -es Tages. Das Huldigungsfest des Königs von Preußen. Herr Friedländer, nachdem er ergreifende Worte über die Wichtigkeit des stagl. Festes vorangeschickt, sagt u. A. „Wodurch aber legt ein Fürst an den Tag, daß er voll sep der Erkenntniß Gottes, daß auf ihm ruhe der Geist der Weisheit und der Einsicht? Dadurch, daß er Alles, was zur Verbreitung des Lichts, zur Beförderung der Aufklärung dient, durch Rath und That unterstützt. — Eine diesem Streben entgegengesetzte Gesinnung zeigt, daß ihm jene himmlischen Gaben fehlen. Und so sie ihm abgehcn, fühlt das Reich die schrecklichen Folgen dieses Mangels. Wann stürzten Throne zusammen, wann sanken Reiche? Da, als in thörichter Selbstverblendung die Regenten, und nach ihrem Beispiele die Unterthanen, das höhere Wissen höhnend von sich stießen, als sie entweder aus verwerflicher Selbstsucht, oder aus Verderben bringender Unwissenheit, das geistige Leben des Menschen, die Religion in ihrer Wurzel untergruben! Heil dem Lande, das frei ist von diesem Feinde der menschlichen Gesellschaft, und in dessen Schooße die Früchte wahrer Gotteserkenntniß gedeihen! Heil Preußen, dem an diesem Tage ein Fürst geboren, der Gott und durch Zhn Sich Selbst erkennt, der sie begriffen, die Worte des Propheten: »Verachte nicht den, der von eben dem Fleische ist, wie Du, dann leuchtet Deinem Trübsinn Licht, und Deine Mitternacht wird Mittag sepn.« *1 Schluß, der »orige» Rr.

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