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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1840-12-13 · Heft 10 (13.12.1840) · page 3

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
2 (1840-1841)
Issue
Heft 10 (13.12.1840)
Date
1840-12-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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39 32) Cr ist piinktlkch in den Zahlungen, die er zu leisten hat. Handwerkern und Tagelöhnern zahlt er ungesäumt, sobald die Arbeit geleistet ist. 33) Er beobachtet im Umgang die Gesetze der Höflichkeit und des Anstandes, hütet sich dabei aber sehr, daß seine Höflichkeit nicht in Glcißnerei, Kriecherei, oder Falschheit ausarte. 34) Er ist wohlthätig gegen Nothleidende, ohne alle Rücksicht auf Stand, Glauben und Herkunft. Er sucht nicht bloß durch. Spendungen, sondern durch Rath, Belehrung, Trost, Pflege, Verwendung und überhaupt durch alle ihm zu Gebote stehende Mittel zu helfen. (Schluß folgt.) Geschichte des Tages. Der religiöse Fortschritt der deutschen Israeliten findet bereits in der neuen Welt Anklang und Nachahmung. In C h arles town (in Amerika) wird ein Tempel errichtet, ganz wie der Ham« burger, mit Orgel und Choralgesang. Auch das dortige Gebetbuch, vermuthlich auch das Gesangbuch, ins'Englische übersetzt, wird daselbst eingeführt. l)r. Salomon hat bereits die Musikalicn und die nöthigen Bücher hingesandt. Es war dort, wie überall, eine Parthci dagegen, aber die Vernunft hat wiederum gesiegt. Der Chasan, der vor einigen Jahren aus Deutschland nach Charlestown ging, Namens G. Pozenasky, hat das größte Verdienst um die Sache. Er hat, nach dem Muster der in Deutschland gehaltenen Predigten, schon längst dort gepredigt, setzt will er als Prediger nicht weiter fungiren, sondern einem Manne vom Fach Platz machen, und die Gemeinde bemüht sich, einen solchen zu finden. In Europa selbst wird aber immer eifriger an dem großen Werke der gottesdienstlichen Verbesserungen gearbeitet. So hat sich in Preß bürg ein Verein gebildet, der die Gründung einer anderen Synagoge, nach Muster des Wiener Bethauses, zur Absicht hat» Ueberhaupt wird die Opposition gegen CulMsreformen in Ungarn immer schwächer, und deutsche Predigten sind auch bei Landgemeinden ziemlich beliebt. Der alte Chorin in Arad, der fteimüthige und unermüdete Förderer der Reform, ist auch noch immer thätig und hat nun in seinem hohen Greisenalter die G.enugthuung, manchen schönen. Erfolg seiner früheren, mit so vielen Kämpfen verbundenen, Bestrebungen zu sehen. Eine wohl organisirte Hauptschule giebt der Jugend eine bessere Richtung; ein bettächtlicher Theil der Gemeinde hat sich dem Handwerke — im weitesten Umfange — zuzewendet; der Gottesdienst ist geordnet und dessen Veredlung schreitet mit sedem Jahre vor. In Rücksicht auf die vielen Handwerksgesellen und Arbiter in seiner Gemeinde hat Chorin, nach dem Beispiele des ehemaligen Westphälischen Consistoriums der Israeliten, am vergangenen Osterfeste, die Hülsenfrüchte zu genießen erlaubt. — Großes Aufsehen macht in Frankreich als Violoncellist der Israelit Walteufel. Man nennt ihn einen würdigen Nacheiferer von Batta und rühmt ihm nach, daß er seinem Instrumente Töne zu entlocken wisse, die der Kraft und Wohlklang I der menschlichen Stimme gleichen, und alle Zuhörer in Begei-I stcrnng und Erstaunen versetzen. Einer seiner vier Brüder hat eine ausgezeichnete Stelle unter den musikalischen Notabilitäten Frankreichs erhalten. Auch Frank, bisher Professor der Philosophie am Cvllrg von Versailles, ist in gleicher Eigenschaft am Colleg Charlmuagne in Paris angcstcllt worden. Wir haben bereits erwähnt, daß sich in Frankreich Israeliten auch im Seedicnste auszeichnen. Ein Schreiben aus Marseille an den Redakteur der Archive* Isrnelites sagt darüber: Ich will Ihnen nur zwei Namen anführen, da mir im Augenblicke keine andere beifallcn, den Capitain Ed. Patto, Führer des dreimastigen George von 300 Tonnen, und den Capitain I. Julian, Führer der Nathalie, welche dem Hafen von Bordeanr gehört. Wünschen wir die Erhaltung eines ehrenvollen Friedens. Aber sollte der Krieg kommen, so würden wir, ich bin es gewiß, beide dem Rufe der Regierung folgen sehen, wenn sie ihre Dienste verlangt. — Der Verein zur Beförderung der Handwerke unter den Israeliten in Frankfurt a. M. hat seinen 15. Bericht über den Bestand und Fortgang dieser wohlthätig wirkenden Anstalt im DArck erscheinen lassen. — Nach demselben stieg die Gefammtzahl der Unterstützten in dem letztverfloffenen Jahre auf 487. Am Schlüsse des Berichts heißt es u. A.; »Man kann es nicht genug wiederholen, der Verein hat unumstößlich dargethan, daß die Juden, was ihnen Borurtheile lange abstritten, zu jeder bürgerlichen Thätigkeit fähig sind. — Borurtheile haben das Eigenthümliche, daß sie nicht Argumenten, sondern nur Beweisen durch die That weichen. Der Verein hat solche geliefert. Ist gleich der äußere Fortschritt der jüdischen Verhältnisse unmerklich, in dem Geiste der deutschen Ration ist ihrer Beschränkung längst das Urtheil gesprochen, und die Zeit kann nicht mehr fern seyn, in welcher der Verein jede politisch-bürgerliche Beziehung verlieren und nur noch als eine Wohlthätigkeitsanstalt rvscheine» wird. Nach beiden Richtungen hin hat er im Verlaufe seines Bestehens die aufmunterndste Unterstützung gefunden. Es ist ihm hierdurch das Gepräge der Gemeinnützigkeit aufgedrückt worden, bei welcher das durch sein Wirken geförderte Staatswohl höher in Anschlag kommt, als die Bortheile, welche durch dasselbe unmittelbar für die Unterstützten erzeugt werden. An Theilnehmern und Beförderern kann es ihm solchergestalt niemals fehlen." — Zu dem großen Gastmahle am Huldigungsfeste des Königs von Preußen find auf Befehl desselben auch die Borsteher 'der israelitischen Gemeinde hinzugezogen worden. Letztere zeichnete diesen Tag dadurch aus, daß sie ein Hospital für arme, alte und chrenwerthe Mitglieder zu errichten beschloß, von welchem am Huldigungstage die Subscriptionen schon über 1500V Thlr. betrugen. Außer der Feierlichkeit in der Synagoge, bei welcher Dr. Zunz die Rede hielt, fand auch eine in der israelittfchea Gemeindeschule statt, über welche ein Corrcspondent in der Leipz. Allg. Zeitung folgendermaßen referirt: »Auch die israelitische Gemeinde-Knabenschule blieb nicht zurück. Diese Schulfeierlichkeit fand am 18. Oct. statt. Aus der Rede des DirectorS find einige Spiele des Scharfsinns der Erwähnung Werth, welche in mehrer Hinsicht charakteristifch! genannt werden müssen. Er machte darauf aufmerksam, daß der I laufende Wochenabschnitt die Einweihung des Salomonischei»

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