Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Journal
- Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
- Volume
- 2 (1840-1841)
- Issue
- Heft 9 (6.12.1840)
- Date
- 1840-12-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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35 geachtet die Geoniin sie nur bis zum 18. Iur bestimmt hatten. In den letzten Iahrhundertcn, als die früheren Anordnungen (sowohl die mosaischen als rabbim'schen) eine kabaliftische Hülle bekamen, wurden folgende zwei Ursachen dieser Trauer angegeben: Istens. Weil nach Angabe des R. Jochanan ben Nuri die Hingeschiedenen Sünder eben um diese Zeit in der Hölle bestraft werden *), da doch die Strafzeit in der Hölle von den Talmudistcn auf 12 Monate bestimmt wird. 2tens. Weil um diese Zeit über die Feldfrüchte Gericht gehalten wird. Allein im Talmud (Traet. Rösch haschana) heisst es: Am Passah wird (im Himmel) über die Fcldftüchte beschlossen **). G eschichte -es Tages. Was doch die Gegenwart nicht Alles erlebt! Rothschild, der reiche Banquier in Paris, und Thiers, der nunmehrige Erminister, find sich in die Haare gerathen. Letzterer ließ nämlich folgenden Artikel in den Constitutionnel einrücken: „In einer Correspondenz aus Paris unterhält die „Times" ihre Leser von angeblichen Zwistigkeiten zwischen der Krone und Herrn Thiers, und von den Verlegenheiten, die deln Conseils- Präfidenten daraus erwüchsen, daß er von der Kriegs- und Friedenspartei hin- und hcrgezogen würde. Diese anekdotischen Details können dem Englischen Publikum pikant erscheinen; aber wir möchten ihm doch rathen, denselben nur ein sehr beschränktes Vertrauen zu schenken, da fie in der Regel alles, nur nicht wahr find. Der Corrcspondent der „Times" erwähnt indessen eines Gerüchtes, welches allgemein verbreitet ist und erwähnt zu werden verdient. Er sagt, daß Herr von Rothschild und andere reiche Banqniers dem Ministerium gedroht hätten, ihm eine furchtbare Oppofition zu erregen, wenn es fich für den Krieg ausspräche. Man spricht in der That seit einigen Tagen viel von Herrn von Rothschild und seinen Umtrieben, er ist ein Finanzmann und deßhalb gegen den Krieg; mchts natürlicher. Herr von Rothschild ist Oesterreichischer Unterthan und Ocsterreichischer General-Consul in Paris, und kümmert fich deßhalb sehr wenig um das, was die Ehre und die Interessen Frankreichs erheischen; auch das begreift fich. Aber was hat Herr von Rothschild, der Mann der Börse, der Agent Oesterreichs, mit unfern Kammern und ihrer Majorität zu thun? Mit welchem Rechte und unter welchem Vorwände dürste fich jener Finanzkönig in unsere Angelegenheiten einmischen? Kümmern ihn die Entschlüsse, die Frankreich ergreifen wird? Ist er Richter über unsere Ehre? Müssen seine pekuniären Interessen unser» nationalen Interessen vorangehen? Wir sprechen von pekuniären Interessen; aber wenn man sehr verbreiteten Gerüchten glauben muß, so wären es nicht allein Beschwerden der Art, welche der israelitische Banquier gegen , opjr pn '"p C* nö£n jtto OTipn v'piS njmta rr-n N”S3 "pno (** ♦ntonnn 7y das Kabinct vom I. März vorbringt; er wolle auch einer verletzten Eitelkeit Genüge leisten. Herr von Rothschild sott nämlich seinen Glaubensgenossen versprochen haben, unsere» General- Consul in Damaskus wegen seiner Theilnahmc an dem Prozesse der dortigen Juden absctzen zu lassen. Die Festigkeit des Conseils-Präsidenten hat den Anforderungen des mächtigen Banqniers widerstanden, und Herrn Ratti-Menton auf seinem Posten erhalten. Daher die Erbitterung des Herrn von Rothschild. Wir wiederholen diese sehr verbreiteten Gerüchte, ohne fie zu verbürgen. Wenn ihnen wahre Thatsachen zu Grunde lägen, so würde die ihnen jetzt gegebene Oeffentlichkeit ohne Zweifel Umtriebe vereiteln, gegen welche die öffentliche Meinung sich empören dürfte; wenn sie falsch sind, so haben wir dem Herrn von Rothschild Gelegenheit gegeben, ihnen öffentlich zu widersprechen." Darauf hat der Baron von Rothschild folgendes Schreiben an den Constitutionnel gerichtet: „Mein Herr! Trotz meiner Abneigung, das Publikum mit mir zu beschäftigen, kann ich doch den Artikel in Zhrer heutigen Nummer, in welcher mein Name auf so seltsame Weise erwähnt ist, nicht unbeanwortet lassen. Die Art Ihres Angriffes macht es mir zur Pflicht, das Schweigen zu brechen, das ich bisher meist bewahrt habe. Nach einem Brief aus Paris in der Times erzählen Sw, ich hätte dem gegenwärtigen Cabinet mit einer furchtbaren Opposition gedroht, im Falle der Krieg ausbrechen sollte. Sie setzen hinzu, da ich ein östreichischer Unterthan und Generalkonsul für Oestreich sey, könne mir das wenig am Herzen liegen, was die Ehre und die Interessen Frankreichs erfordern möchten. Sie schließen mit der Aufforderung: „Wenn diese Gerüchte falsch sind, so haben wir dem Herrn v. Rothschild eine Gelegenheit gegeben, denselben öffentlich zu widersprechen und dem Lande anzuzeigen, daß er fich nicht anmaße, über Majoritäten und Ministerien zu verfügen." Auf welche Weise soll ich nach Ihrem Wunsch eine solche Andeutung ableugnen? Ich kann blos meine Verwunderung darüber aussprechen; daß ich Leute mit ernsten Beschäftigungen mir solche Aninaßungen zuschreiben sehe. Ich habe zu keiner Zeit Oppofition gemacht, und zwar aus dem einfachen Grunde, weil ich nicht wünsche, eine Rolle in der Politik zu spielen. Ich bin, wie Sie sagen, ein Finanzmann; wünsche ich den Frieden, so wünsche ich ihn ehrenvoll für Frankreich und für Europa. Finanzmänner haben unter allen Umständen dem Lande Dienste zu leisten, und ich. glaube, daß ich in dieser Hinsicht nie zurückgeblieben bin. Obgleich Frankreich nicht mein Vaterland ist, so ist es doch das meiner Kinder; ich habe da dreißig Jahre gelebt; ich habe da meine Familie, meine Neigungen und alle meine Interessen. Ich zweifle nicht an Ihrer Bereitwilligkeit, diesen Brief in ihre morgende Nummer anfzunehmen, und habe die Ehre zu seyn rc.„ Die Huldigungeifeier des Königs von Preuße« in den israelitischen Gemeinden dieses Staates. Diese Feier, über welche uns mehrere Berichte vorliegen, ist überall mit Enthusiasmus, aber gewiß nirgends mit mehr Würde ausgeführt worden, als in den israelitischen Gemeinden des Regierungsbezirks Arnsberg; weßhalb wir es uns nicht versagen