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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1840-11-22 · Heft 7 (22.11.1840) · page 2

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
2 (1840-1841)
Issue
Heft 7 (22.11.1840)
Date
1840-11-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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26 jenigen, von denen man annahm, daß sie keine Schuppen und Floßfedern besäßen, indem er auf die Arten hindeuten wollte, welche sich im Schlamme aufhalten. Hieher gehören die Muscheln (Schalthicre), welche, wie man behauptet, zu Koliken geneigt machen, denen sich Erscheinungen von Entzündungen zugcsellcn. Ein Gesetz des Numa schloß die Fische ohne Schuppen von den zu Ehren der Götter angestellten Festmahlen aus. „Man hat die Bemerkung gemacht," sagt der Professor der Gesundheitslehre Tourterelle, „daß die hauptsächlich von Fischen lebenden Völkerschaften dem Aussatze und anderen Hautkrankheiten oft unterlagen, so daß man den Genuß der Fische im Allgemeinen stets verbieten muß, wenn eine Neigung zu diesen Krankheiten vorhanden ist. Die Egypter, welche bemerkten, daß derselbe in den mit feuchten Dünsten überfüllten Ländern, wie in Unter-Egypten, die Elephantiasis (knolliger Aussatz) begünstige, sehen mit Schaudern auf denselben-und bei dem gemeinen Manne kam noch die Vorstellung hinzu, daß das Meer das Bild des Typhon sey, der als ein Feind der Familie Osiris galt." Mosis Verbote erstrecken sich nur auf eine kleine Anzahl. Alle unsere Meer- und Flußfische: der Hecht, die Scholle, der Butt, der Weißfisch, die Forelle, der Lachs, der Thunfisch, die Nothfeder re. rc. hätten die Freiheit gehabt, auf den Tafeln der Hebräer zu erscheinen. Ebenso verhält es sich mit den Hühnerarten und allem Wilde; man setzte nur die Raubvögel mit zähem, unverdaulichem Fleische zurück, wie den Adler, Falken, Geier, die Weihe, Krähe, Eule rc. rc., ferner mehrere Thierc, die man noch jetzt zu genießen sich scheuen würde, wie Natten, Maulwürfe und die Insekten, welche die morgenländischen Völker zu essen gewohnt waren, und endlich einige Thiergattungen, deren Naturunmöglich zu bestimmen ist.' Das feine Fett, obgleich man es behauptete, war nicht verboten, sondern nur der Talg; die Benutzung des Bluts aber war in diesen Worten untersagt: „Du sollst das Blut nicht genießen, das die Seele alles Fleisches ist" und zwar aus zwei Gründen, einmal um das Fleisch zuträglicher (in jenem Klima) zu machen *), und dann um der wilden Gewohnheit zu begegnen, die darin bestand, dem Thiere, lange bevor man es tödtete, einen Thcil seiues Blutes zu entziehen. Die diätetischen Vorsichtsmaßregelu erstreckten sich bis aus die Thierc selbst. Man verbot diejenigen, die auf-natürliche Weise gestorben, oder von einem andern Thiere des Lebens beraubt waren; man untersuchte *) Es wurde dadurch zugleich der Genuß aller gestürzten oder an irgend einer Krankheit umgekommenen Thiere verhütet; der Zusatz "du sollst es wie Wasser auf die Erde verschütten" scheint, wenn er die Absicht hat, den Werth desselben herabzusetzen, auf abergläubische Ansichten der Zeit zu deuten; „die Seele ist im Blute" ließe sich noch' heute behaupten. (D. U.) sorgfältig Brust und Unterleib, um die Umstände aufzufinden, die einen ungesunden Zustqnd vcrmüthen lassen mußten. Die Egypter bezeichneten die Thiere, die alle erforderlichen Bedingungen erfüllten, mit einem Siegel von Thonerde, und die Auflegung dieses Siegels war in Pflicht genommenen Leuten vertraut, die sich in verschiedenen Büchern über die Kunst, zu beurthcileu, obein Thier zu den Opfern tauglich sey oder nicht, unterrichten mußten. Derselbe Gebrauch ging auf die Hebräer über, deren Schlächter eine Menge von Regeln über die Instrumente ihres Handwerks, über den Ort des Körpers, wo das Thier verwundet werden darf, über die Art, wie man das Blut ausfließen lassen, wie das Siegel aufgelegt werden soll und über andere Dinge dieser Art kennen müssen, Regeln, die zu-großen Mißbräuchen *) bei den zerstreuten Juden Veranlassung gaben. Kein Verbot traf aber die Hülsenfrüchte, obgleich sich bei den Egyptern Verbote in Bezug auf sie vorfanden. Das Wasser verdient den Namen des ersten und mächtigsten Vcrdauungsmittels. Mahomet, bedenkend, daß Trulikeuheit und Glücksspiele zu den größten Plagen der Völker gehören, verbot den Wein ohne alle Ausnahme. Moses entzog seinen Jüngern diese wohlthuende Flüssigkeit nicht, bezeichnet aber die Ausschweiftmgen im Trünke als ein gehässiges Laster. Das Gesicht derer, die sich ihnen hingebcn, bezeugt den Einfluß, den sie auf Hautkrankheiten ausüben. Damit sich indeß das von den beiden Söhnen Ahrons gegebene Schauspiel nicht wiederhole, machte es der Gesetzgeber den Priestern zur Bedingung, sich des Weines zu enthalten, wenn sie das Heiligthum betreten würden, und ebenso mußten diejenigen, dre sich, unter dem Namen der Nasirim, dem Tempeldienste weihten, in der Zeit, wahrend welcher ihr Gelübde galt, auf den Genuß jeder geistigen Flüssigkeit Verzicht thun. Die gan^e Familie des Rechab machte sich durch die Strenge, mit welcher sie, vom Vater bis zum Sohne, diese freiwillige Entsagung durchführte, berühmt **) Der Wein und die Erzeugnisse, die er liefert, haben der Menschheit in ihrer Kindheit ausgezeichnete *) Ich wüßte nicht von Mißbräuchen zu reden, wenn diese nicht in Kleinlichkeiten aus Mißverständniß bestehen sollen. Die kleinlichste Sorgfalt und sorgfältigste Kleinlichkeit der Leute, die gegenwärtig dem Thiere die großen Halsadern durchschneiden, (SchoHtim) kommt auf eine humane Schonung des Thieres zurück.: Das Schlachtmeffer darf keine wahrnehmbare Scharte haben, (der Nagel des Fingers dient als feinfühlendes Untersuchungsmittel) darf nicht zu schwer noch zu leicht seyn, muß ohne Absatz, ohne Druck und rasch hin und her geführt werden, muß die großen Adern des Halses -und die Luströhre zum größten Theile durchschneiden, darf nicht stechend eingestoßen werden, nicht durch das Rückenmark re. rc. (D. U.) **) Jeremias XXXV.

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