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Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts · 1840-11-22 · Heft 7 (22.11.1840) · page 1

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Journal
Der Israelit des neunzehnten Jahrhunderts
Volume
2 (1840-1841)
Issue
Heft 7 (22.11.1840)
Date
1840-11-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Der Israelit des ncunzchnttn tzahrßundcrls. Ei« Wochenblatt für die Kcnntniß des israelitischen Lebens, besonders in religiös-kirchlicher Beziehung. Rr. 7. Herausgegeben von vr. M. Heß, Land-Rabbinen zu Stadtlengsfeld, im Großherzoghum Sachsen-Weimar-Eisenach. Sonntag den 22. November 184«. II. Jahrgang. Motto: Entschieden, freisinnig, muthvoll und wahr. Diätetische Vorschriften-es Pentateuchs.*) Die (diätetischen) Verbote dps Pentateuchs haben hauptsächlich das allgemeine Temperament der Hebräer und die furchtbarsten und verbreitetsten Krankheiten des Landes, das zu bewohnen sie bestimmt waren, im Auge. Die Vortheilc eines einfachen Lebens und der scharf hervortrctcnde Charakter, den sie der Gesetzgebung verleihen, ergeben sich nur als beiläufige Folgen; denn unstreitig muß eine Gesetzgebung, die auf andern Principien beruht, als eine andere, auch andere Resultate liefern (d. h. die mosaischen und katholischen Speisegesetze hatten andere Gründe und andere Folgen.) Die Haut, welche alle äußeren Theile des menschlichen Körpers umhüllt, setzt sich durch alle inneren Theile unter einem anderen Namen und mit deutlichen Verschiedenheiten fort. Die Gelehrten gehen so weit, daß sie annehmen, alle unsere Organe seyen nur Verdoppelungen (Falten) dieser äußeren Haut, und stellen sich daher auf die Seite der Pflanzenkundigen, welche der Meinung sind, daß cs nur ein vegetabilisches Gewebe gebe, dessen verschiedene Gestattungen alle Theile der Pflanzen ausmachen. Die Lippen sind derjenige Theil, an welchem sich die Verbindung der äußeren und inneren Hülle (Haut und Schleimhaut) am deutlichsten zeigt. Die Beziehungen, die sich zwischen diesen beiden Geweben finden, treten in einer Menge von Umständen hervor. Es giebt keine einzige Frau, so wenigste sich mit ihrer Schönheit beschäftigen möge, die in diesem Punkte nicht!eben so Unterrichter wäre, als der geschickteste Arzt, die es nicht zu sagen wüßte, welchen Einfluß eine besänftigende Lebensweise, die Entfernung reizender Ursachen, äußere Waschungen und innere Erfrischungen auf Geschmeidigkeit und Frische der Haut'und der Hautfärbung üben. Und gerade dieses Pn'ncip leitete auch Moses; er hatte, statt Finnen, Schrunden, Hitzblattern und Maler, Ekel erregende Krankheiten, welche die Haut oder die Gliedmaßen befielen, sie entzündeten und furchtbare Leiden verursachten, zu bekämpfen. Als Nahrungsmittel — ich spreche später von den Bädern — pries er vor allem den Gebrauch der Milch äli. Das Land Israels, obgleich es Wein und andere Früchte in Fülle erzeugte, wurde das Land der Milch und des Honigs genannt. Schöne Heerdcn lieferten dieselbe von vorzüglicher Beschaffenheit. Noch heute kann man Leuten, die von hartnäckigen Hautkrankheiten heimgesucht werden, nichts Besseres als Milch anrathen. Der Unterschied, welchen er zwischen den Thieren, die widerkäuen und gespaltene Klauen haben, und denen macht, welchen eine dieser Bedingungen fehlt, genügte ihm, trotz seiner Unvollständigkeit, für seinen Zweck. Die ersteren, welche Rind, Hammel, Ziege, Damhirsch, Reh re. unter sich begreifen, sind erlaubt; die andern verboten, so das Kameel wegen seines unschmackhaften, schweren Fleisches, das Kaninchen, der Hahn, dem HrppokrateS und die Alten die Kraft zuschreiben, das melancholtsche Temperament zu erhitzen und zu erzeugen, das Schwen^- wclches die Egypter verabscheuten, und dessen Genuß noch jefct in diesen Ländern Ausschlagskrankheiten veranlaßt. lluter den Wassertbieren verbietet Moses nur die- *) Aus Salvador's Geschichte der mosaischen Institutionen.

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