Deborah
- Journal
- Deborah
- Volume
- 2 (1866)
- Issue
- Heft 14 (20.6.1866)
- Date
- 1866-06-20
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 140 — sinn und Unterschätzung der Hindernisse, die sich dereinst uns entgegenstellen dürften. Vor unfern Eltern muß daher indeß unsere Liebe sorgsam geheim gehalten werden. Wenn wir ihnen dereinst mit der Thatsache entgegentreten werden, daß unsere Liebe die Feuerprobe der Zeit, der Jahre überstanden, dann dürften sie wohl nachgeben, während jetzt sie mit einem Gewaltschritte uns zum Ungehorsam, vielleicht auch zu Gewaltschritten trieben. Für jetzt ist also „eifrige Verfolgung unsers Zieles" für mich und Häusler die Parole, für dich und Lotten „Vorsicht". Ich sage für dich und Lotten, ich stelle deine Liebe in eine Reihe mit der meines Mädchens, wie die meines' Joseph mit der Meinigen, denn wir vier treffen in dem einen Punkt zusammen, daß das Gemeine und OewHhwliche tief unter uns liegt, daher unsere Liebe nur eine tiefe, reine und ewige sein kann. Laßt uns also geloben, uns einander beizustehen, in jedem Falle nie von einander zu lassen, ob uns nun Räume trennen oder nicht." Pie vier Edlen umschlangen einander, still das Gelöbniß in tiefster Seele wiederholend. —-Es thut uns leid, jetzt von dieser schönen Gruppe uns schon losreißen zu müssen, um uns an einen andern Schauplatz zu begeben, den wir zur Vervollständigung unserer Erzählung kennen lernen müssen. (Fortsetzung folgt.) Das rechte Med. In eine Schenke kehrt er ein; „Frau Wirthin, frisch! ein Gläschen Wein!" Ein Glas war leer, ein zweites auch, Ob er bezahlen will den Wein? Die Wirthin denkt. des Geldes Klang 2st lieblicher als aller Sang! Und singt mit Wonne und mit Lust; Er singt mit Kraft und mit Gefühl, Das hohe 6 war ihm ein Spiel! Er singt mit wahrer Meisterschaft! Allein die schlaue Wirthin spricht: „Auch dieses Lied gefällt mir nicht! „Gebt Acht, wenn Ihr kein bessres wißt, „Daß Ihr den Wein nicht zahlen müßt!" Daß er vom Weib betrogen war, Doch klüger noch als Weiberlist Ein armer, durst'ger Chasan ist, „Er soll sogleich bezahlet sein!" „Nun, wie gefällt euch dieses Lied?" Fragt der Sänger, eh' er schied; Aus dem Tagebuche rines grweseuen Preßburger Bachur's. (Schluß.) das Feld wird genau recognoscirt, einige bewährte Bachurim sind als Häscher aufgestellt, die haben Luchsaugen, feine Spürnasen, und fahnden nach Büchern und dergleichen Dingen, beobachten, weiht, und einem on äft zufolge soll auch eine neue Lehrordnung folgen; ich bin aber überzeugt, daß die Zügel noch straffer zugezogen werden, ein Umschwung zur Besserung läßt sich unter solchen Auspicien kaum denken. Nun, lieber Emanuel entscheide dich. Du machst ein griesgrämiges Gesicht, „was denn anfangen," fragst du, nun, man muß sich eben die Sache nicht so schwer machen; ein Bachur, den ich vor zwei Jahren unterrichtete, machte es sich leichter. Er war eben in der deutschen Grammatik bis zum Verftnm gekommen, in der Geographie hatte er die Länder Europa's genommen, als ihm plötzlich der Gedanke kam, genug des Gutengethan zu haben, für einen Rabbiner, meinte er, wäre ein solches Quantum von Wissen hinreichend. Seine Worte müssen eine Eingabe der Prophetie gewesen sein, denn schon nach einigen Monaten bestieg er den Thron — eines Seelenhirten. Das goutirtdir nicht? Wohlan, höre einen andern Vorschlag: Du bist zur Matura vorbereitet, mache das Examen, und wir .beziehen sodann im October die Universität; ich wollte ohnehin nur noch diesen Sommer hier ausharren, wir gehen also zusammen.