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Deborah · 1866-06-20 · Heft 14 (20.6.1866) · page 7

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Journal
Deborah
Volume
2 (1866)
Issue
Heft 14 (20.6.1866)
Date
1866-06-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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— 141 — Brief eiites französisch-jüdischen Weiers vom Jahre 1855 Bei den jetzigen Kriegs Verhältnissen, wo in unfern wie in den feindlichen Armeen so unzählig viele Juden sich befinden und gewiß auch eine bedeutende Zahl von Officieren und Aerzten, finden wir es angezeigt, den Brief eines jüdischen Officiers an die Seimgen unfern geschätzten Lesern mitzutheilen. woraus ersichtlich ist, wie der Jude, wenn er irgend eine Stellung eingenommen Mit Leib und Seele Jude zu sein, ferner, wie er Mit Liebe und Lust seine Pflicht erfüllt, in Folge seiner Anhänglichkeit an das Vaterland, das ihm die Rechte des Staatsbürgers zuerkennt. Er ist hier in getreuer Uebersetzung ganz so, wie er aus der naiven Feder des Kriegers floß. Sebaftopol, den 1. October 1855. Euren Brief erhalten und noch nicht darauf geantwortet. Was für ein Faulpelz, was für ein Sorgloser ist er, sagt Ihr, er denkt nicht mehr an Euch. Ihr irrt Euch, theure Pauline, und Ihr Alle, die ich Euch so sehr lieb habe, ich habe beständig Eurer gedacht; aber ach, die Märsche, die Wachen, die Piquets, die Laufgräben, die Kanonade, die Füsilade haben mich alle Tage daran verhindert. Ihr entschuldigt mich, nicht wahr? Nun wohlan, geben wir uns die Hand, umarmen wir uns und schließen Frieden. Meine Eltern werden Euch geschrieben haben, daß ich frisch und gesund aus dieser schrecklichen Affaire hervorgegangen bin. Großer Gott, welch' Getöse und welcher Lärm, man sah sich nicht mehr, man war wie närrisch, wie trunken, man war wüthend (verzeiht mir dies Wort), welch'schönes Schauspiel, wie schön unsre braven kleinen Soldaten vor'm Feinde sind, welcher Muth, und welche Ausdauer. O, ich hätte sie mögen Alle umarmen, welche Hingebung für unser schönes Frankreich! Ja, wenn Ihr diese Leute gesehen hättet, Ihr würdet jedesmal vor einem gemeinen Soldaten der Orient-Armee Euren Hut ziehen und Euch vor diesen kleinen Ja, das war schön, aber ach, sehr traurig; welche Opfer hat es uns gekostet! Aber vor Nichts schreckt der französische Soldat zurück, er geht vorwärts, vorwärts, bis endlich seine Aufgabe wesen zu sein. Heute, das heißt, seit dem 10. September, bin ich in Garnison in Sebaftopol, das zertrümmert und noch ganz rauchend eine von Grund aus zerstörte Stadt ist, die nur einen traurigen Anblick von durch unsere Wurfgeschosse umgestürzten oder so angenehm wie möglich zu machen. Und wir sollten sie nicht lieben? wir wären sehr undankbar; was mich betrifft, trage ich sie in meinem Herzen. jüdischer Korporal eine Gode, die ich meinem Onkel bestimmt habe. Unsere Division, welche aus dem 21., 42., 46. und 80. Jules Godchaux. Aus Felix Mendelssohn-Bartholdy's KinderM. gere Natur, wie die Mutter, überhäufte ihn dabei mit Vorwürfen, und noch höre ich die harten Worte: „Hast Du denn vergeben, daß Deine Hand Dein Brot ist?" worauf der Knabe in jener bescheidenen

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