Deborah
- Journal
- Deborah
- Volume
- 2 (1866)
- Issue
- Heft 14 (20.6.1866)
- Date
- 1866-06-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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— 136 — geborene von Wertheimstein, Regina Brandeis (Schwester Der Stifterin), Henriette Wertheimer, Emilie Pfeifer, An- Eonie Bofchan, Regina Wertheimber und Fanni Edle von Hoftnannsthal stehen, wie über den Zweck, den er verfolgt, wollen wir Folgendes bringen und zeigen, wie viel Ersprießliches geschehen kann und geschieht, wenn der erste Impuls auch nur ein schwacher, die Idee aber, die der Thal zum Grunde liegt, eine gute, gedeihliche ist. Wie ein Strom, der einer bescheidenen, sanft dahin rieselnden Quelle seinen Ursprung zu verdanken habend, durch Zuflüsse und Ansammlunlungen mit der Zeit kräftig und umfangreich werden und des Segens viel verbreiten kann, so hat ein Verein, wenn dessen Ausgangspunkt auch ein kaum beachteter war, Aussicht, Großes zu wirken, und so ist es erklärlich, wie der Theresien- Krenzer - Verein im abgelaufenen Jahre eine Bilanz der Einnahmen und Ausgaben von 5712 fl. 59^ kr. aufweisen kann. Der eigentliche Zweck des Vereins ist, Kindern armer israelitischer Eltern den Schulbesuch durch Bestreitung des allenfalls nöthigen Schulgeldes zu ermöglichen, sie mit den erforderlichen Büchern, Schreib- und Zeichnen-Requisiten zu versehen, für Mädchen insbesondere den Unterricht in den Arbeitsschulen, sowie die Materialien zu weiblichen Arbeiten zu bestreiten, ferner sie auch zu Lehrerinnen und Erzieherinnen heranzubilden, um sich ein selbstständiges und unabhängiges Loos zu bereiten. Knaben werden nicht nur bis zu dem Besuche der Realschule unterstützt, die von Schulen entfernten oder kränklichen Kinder werden auch in Privatschulcn versorgt, und hat dieser Unterrichtsbeitrag im Jahre 1865 sich mit 3959 fl. 22 kr. beziffert. An jedem Chanucca findet bei einem festlichen Begehen desselben eine Vertheilung an arme Kinder statt, an welcher Feier sich der Prediger der Gemeinde, der Tempelchor, der Vereins- und Gemeinde-Vorstand und viele Honoratioren betheiligen, und werden zu dem Ende früher Spenden im Baaren und verschiedene Effecten für diese Vertheilung gesammelt, welche Liebesgaben reichlich auszufallen pflegen. Zur Caffügebahrung ist gegenwärtig Herr Dr. Siegmund Edler von Hofmannsthal als Bereinscassier und die Herren Dr. Jellinek, Prediger, E. Pollak, Vorsteher der Armen-Anstalt. Joseph Wertheimer, Vertreter der Cultusgemeinde in Wien, als Revidenten angestellt. So knüpft sich an den Namen „Theresia" das segensreiche Bestehen eines Vereins, der unendlich viel Gutes stiftet und indem er dem mittellosen Theil der israelitischen Bevölkerung Wiens die Mittel bietet, ihren Kindern Unterricht zu verschaffen, gründet er die Existenz unzähliger Individuen. Die Verewigte, der wir dieses geringe Denkmal zu setzen uns verpflichtet fühlten, hat nach dem Ausspruche des Propheten „sich einen Namen erworben, einen ewigen Namen, vorzüglicher als Söhne und Töchter, einen Namen, der nicht aufhören wird." Schließlich können wir diese Tochter des sehr würdigen Hauses Weikersheim nicht besser charakterisiren, als durch die folgenden Worte, welche deren Grabmal enthält: „Als Tochter ihres Vaters Freude, Der, wie sein Auge, sie geliebt. Die Hasmonäer. Historische Novelle, aus dem Englischen. (Fortsetzung.) Dreiundzwauzigstes Kapitel. Eine Täuschung. Während Judah und die Seinen nun bemüht waren, den Feinden nach allen Seiten hin Abbruch zu thun, nachdem diese ohne tüchtige Führer keinen festen Halt im Lande zu erlangen vermochten und aus allen ihren Stellungen mit großen Verlusten vertrieben wurden, hatte Jonathan es vorzüglich auf Jerusalem abgesehen, und wo Gewalt und Macht nicht ausreichte, mußten Klugheit und List das Ihre thun. — Durch Sendlinge mit den glaubenstrcuen Einwohnern der heiligen Stadt in Verbindung gesetzt, gelang mancher Streich bei aller Vorsicht und Wachsamkeit der Syrier. Dazu kam noch die Kenntniß eines geheimen Ganges in die Stadt, der außer den hervorragendsten Gliedern des geheimen Ordens „Söhne der Diener Solamons" keinem Menschen sonst bekannt war, welcher es Jonathan möglich machte, mit einigen Vertrauten in die belagerte Stadt zu dringen, besonders in den Venustempel, der von diesem Orden occupirt und durch unterirdische Wege mit diesem Gange in Verbindung stand. Es war daher möglich, daß Jonathan durch diesen in den Tempel eindrang, und Aspasia, während sie schlief, überfallen und entführen konnte. Ohne ihren Namen zu nennen, übergab er diese seinen Leuten mit dem Aufträge, diese zu seiner Schwester zu bringen und derselben aufzutragen, sie strenge zu bewachen. Rebecca vcrmuthete in ihr keine andere Person, als die Tochter des Hohenpriesters, die Jonathan noch einmal mit Lebensgefahr gerettet hat. Sie nahte sich der Gefangenen mit besonderer Schonung und Milde. „Du scheinst sehr erschöpft zu sein, liebe Schwester," sagte Rebecca mit herzlichem Tone. „Womit kann ich dir dienen?" Die auffallende Aehnlichkeit Rebecca's mit Jonathan belebte Aspasia mit tausend Hoffnungen, die Schrecken der verflossenen Nacht zerschmolzen wie ein böser Traum und Rebecca schien ihr ein Engel des Trostes zu sein. „Wer bist du, Engel des Himmels?" fragte sie leise. „Ich bin Rebecca, die Schwester Jonathan's." Aspasia drückte Rebecca's Hand an ihr klopfendes Herz, zu reden vermochte sie kein Wort. Einen Augenblick war sie nicht Aspasia, sie war ein Weib und die zärtlichsten Gefühle regten sich in ihr. Die unschuldige Rebecca wußte nicht, welche Schlange sie an ihr Herz drückte. „Du bist erschöpft, gute Jphigenia," sagte sie, „ich will dir einige Erfrischung bringen." „Bleibe!" rief Aspasia mit einer Stimme, die Rebecca erschreckte. Rebecca glaubte sie krank und fragte, ob sie einen Arzt holen sollte. „Mir fehlt nichts, das irgend ein Arzt mir zurückgeben könnte," sagte Aspasia. Das Alter Aspasia's mochte Rebecca wohl aufgefallen sein; sie hatte sich Jphigenia viel jünger gedacht, doch