Deborah
- Journal
- Deborah
- Volume
- 2 (1866)
- Issue
- Heft 14 (20.6.1866)
- Date
- 1866-06-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2566634-2566635-2566643--78-2566741- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Men, am 20. Juni 1866. Ein Volksl'latt;ur Belehrung und Unterhaltung snr Israeliten. WWD (Die Mene.) Zweiter Iahrg. Nr. 14. /ADW Pränumeralions-Einladung. Mit 1. Juli beginnt der zweite Semester der „Debvrah" und erlauben wir uns, um weitere Pränumeration mit der Versicherung zu bitten, daß wir bemüht sein werden,- unserm Journale durch Bild und Wort die größte Vervollkommnung zu geben. Wir werden, wie bisher, nicht nur die interessantesten Biographien berühmter Persönlichkeiten bringen, wir haben auch für den belletristischen Th eil bestens gesorgt und bei zahlreicher Betheiligung und sofortiger Einsendung.. s-owM. hernächstens als Wochenblatt erscheinen. Therese Meyer, geborene Weikersheim. Das ist die Unterschrift einer Abbildung der Verewigten, deren Porträt unser heutiges Blatt illustrirt. Diese Worte waren vielleicht die letzte Aeußerung und gewiß der letzte Gedanke der Scheidenden. — Es sind die letzten, frommen, heiligen Wünsche einer reinen, nach kurzer Laufbahn der Erde entrückten Seele, die von den zurückgebliebenen Theuern ein Andenken und ein liebevolles, mildes Urtheil heischt; jedenfalls Wünsche eines zartfühlenden Geistes, der in dem Glauben die Welt verläßt, daß mit dem Tode noch nicht Alles abgeschlossen. ist, daß die gesprungene Saite noch eine Weile nachtönt. — Diese bescheidenblühendeBlume, vom schonungslosen Tode viel zu früh geknickt, wollte sich ein Angedenken für kommende Zeiten gründen und hat eine wohlthätige Stiftung ins Leben gerufen, die eben wie sie im Leben, ohne Prunk, ohne Aufsehen zu erregen, im Süllen segenverbreitend wirken soll. Und die ihr im Leben nahegestandenen, wie andere mildthätige Herzen haben diese ihre Stiftung reichlich dotirt, so daß diese zu den ersten in der Wiener israelitischen Cultusgemeinde zählt. Es ist dies der „Theresien-Kreuzer- Ver ein". M Therese Meyer, geborene Weikersheim, verließ das Zeitliche im Jahre 1842 nach einem Leben, das sich mehr durch Innigkeit und stilles Wirken ausgezeichnet hat, als durch öffentliches Auftreten und Vonsichredenmachen in der großen Welt. Ihre Salons waren nicht der Versammlungsort von Sternen erster Größe, ihre Soireen waren nicht glänzend und aufsehenerregend, ihr Haus prangte nicht im leuchtenden Schmucke vielbesternterHerren und im Blumenflor der aristokratischen Damenwelt, aber Häuslichkeit und geräuschloses Wohlthun, wie jede weibliche Tugend, hatte sie sich zur Aufgabe ihres Lebens gemacht, und diese Aufgabe hat sie stets würdig zu lösen gewußt. Den besten Beweis für ihre trefflichen Eigenschaften, mit welchen sie ganz das war, was sie sein wollte, ein Weib im weitesten Sinne des Wortes, finden wir darin, daß ihr zurückgelassener Gatte, Herr I. L. Meyer, noch immer als Witwer lebt und ferner, das Andenken der Verewigten heiligend, auf jedes weitere Familienglück verzichtet. Ueber den Verein, der den Namen seiner Stisterin verewigt und an dessen Spitze jetzt die Frauen: Marie Schnapper,