Deborah
- Journal
- Deborah
- Volume
- 2 (1866)
- Issue
- Heft 11 (20.5.1866)
- Date
- 1866-05-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 112 — des hier Geschilderten mit der Schwester des k. k. Regierüngsrathes Israel Honig Edlen von Königsberg vermählt, k. k. Tabakdistrictsverleger in Chrudim wurde. Zur Familie Frankl zählt auch der bekannte Prager Primator dieses Namens, wie im entfernten Grade der gelehrte Director des Fränkischen Seminars, Dr. Zacharias Frankel. Am 3. December des Jahres 1821 geboren, war die Erziehung Wilhelm Frankl's nach Ableben dessen Vaters von seiner Mutter Theresia, einer geachteten Familie Namens Herman in Mähren entstammend, einer durch Biederkeit wie durch Geist gleich ausgezeichneten Frau geleitet, die für ihre Zeit tüchtig gebildet, alle ihr zu Gebote stehenden Mittel auf die Erziehung ihrer Kinder verwendete. Im elterlichen Hause gut erzogen und unterrichtet, ging Frankl nach Prag, wo er nach Gymnasialstudien sich mit Erfolg dem Studium technischer Fächer zuwendete. Um diese auch praktisch vervollkommnen zu können, wurde er in einem der ersten Handlungs- und Fabriks-Etablissements in Prag als Praktikant ausgenommen. Die Mannigfaltigkeit des Geschäftsbetriebes daselbst bot ihm reiche Gelegenheit, sowohl den heimischen als den Export-Handel und die vaterländische Industrie gründlich kennen zu lernen. Wiederholte Geschäftsreisen vermehrten nicht blos seine Kenntnisse, sie eröffnten ihm auch bei seiner lebhaften Theilnahme für politische und sociale Verhältnisse einen weiten Gesichtskreis in Welt und Leben. Noch jung, aber ernsten Geistes und energischer Thätigkeit, stand er seit dem Jahre 1847 als Vollmachtsträger seines Hauses, das großartige Lieferungen für die Armee auszuführen hatte, in immerwährendem Verkehre mit dem k. k. Kriegs-Ministerium und wurde von den jeweiligen Chefs, welche an der Spitze der Administration standen, bei bedeutenden militärischen Ausrüstungen, und selbst in Fällen, wo es sich um eine Aenderung in der Adjustirung handelte, als Vertrauensmann berufen, um seine Ansichten, seine praktischen Erfahrungen zu vernehmen. Durch seinen Bruder, den bekannten Schriftsteller Dr. Ludw. Aug. Frankl, so wie durch seinen zweiten Bruder Bcrnard Frankl, den verewigten Stadt- und Handelsrath in Prag, kam er häufig in Beziehung mit bedeutenden Personen, welche auf seine geistige Bildung und Richtung von nachhaltigem Einflüsse waren. Im österreichischen biographischen Lexikon von Dr. C. Wurzbach von Tanncnberg lesen wir über Frankl: Treu und unermüdlich seinem Geschäftsberufe folgend, hat es Frankl in seinen Mußestunden nicht versäumt, der Kunst, der Wissenschaft und dem öffentlichen Leben seine Aufmerksamkeit zuzuwcndcn. Ein großer Verehrer der dramatischen Kunst, schrieb er in den Jahren 1847—1849 zwei Dramen und ein Lustspiel; eines hievon, „des Märzen Jdus", wurde vom Burgtheater angenommen, jedoch wegen der geänderten politischen Verhältnisse im November 1848, unterblieb die Aufführung. Seit dem Jahre 1848 lebte Frankl ununterbrochen in Wien und ctablirtc sich daselbst im Jahre 1852 als Kaufmann. Es gelang ihm bald durch redliches Streben, wie durch seine charaktervolle Gcstnnungstüchtigkeit, sich in kaufmännischen Kreisen und bei Personen, zu denen er sonst in persönliche Beziehung trat, Achtung und Vertrauen zu erwerben, die zunächst darin ihren Ausdruck fanden, daß ihn seine Glaubensgenossen im Jahre 1858 in den Vorstand der israelitischen Cultusgemcinde wählten, und dieser ihn schon im Jahre 1859 zum Vorsteher des „Vereines für fromme und wohlthätige Werke" ernannte. So in mannigfacher Richtung in seiner engeren Gemeinde thätig, bewährte sich sein Eifer vorzüglich bei der ins Leben gerufenen Waisenstiftuug, in deren leitendem Comit6 er als Mitglied fungirt. In Anerkennung seines lebhaften Strebens für das Gedeihen der heimatlichen Industrie und des Handels, wählte ihn das Gremium der Kaufmannschaft Wiens zu ihrem Repräsentanten, und der niederösterreichische Gewerbverein zu seinem ordentlichen Mitgliede. Nicht selten auch wird Frankl von der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer bei wichtigen Berathungen als Commissions-Mitglied beigezogen. Um die Mitbegründung des kaufmännischen Vereins „die Union" hat er sich ein anerkanntes Verdienst erworben, in Folge dessen er in den Verwaltungsrath dieses Vereines gewählt wurde. Ein auf so vielen und mannigfachen Gebieten der Administration erfahrener Mann, wie Frankl, hat die Hoffnung, daß er das Ehrenamt eines Gemeinderathes, zu dem ihn das Vertrauen seiner Mitbürger berufen hat, mir Pflichttreue zum Wohle der Metropole des Reiches verwalten werde, treulich erfüllt. Ein vorzügliches Verdienst um die Commune Wien hat sich der Gemeinderath Frankl durch seine Bemühungen bei Errichtung der Central-Markthalle, deren Obmann er ist, erworben, und ist dieses auch bei der am 1. November v. I. erfolgten Schlußsteinlegung allerseits gewürdiget, und von Sr. Majestät durch Verleihung des Ritterkreuzes des Franz Joseph-Ordens belohnt worden. (Früher schon wurde Frankl um seiner Humanitären Thätigkeit willen bei Anlaß der großen Ueberschwemmung mit dem goldenen Verdienstkreuze mit der Krone ausgezeichnet.) Bei dieser feierlichen Gelegenheit hat Se. Excellenz der Herr Statthalter von Nieder-Oesterreich an den Decorirten folgende Ansprache gehalten: „Die großen und vielseitigen Verdienste, welche sich der Obmann des Central-Markthallen-Comite, der hochgeehrte Herr Gcmeinderath Wilhelm Frankl, um die Communalwohlfahrt überhaupt und um die Errichtung und den Bau der Central-Markthalle insbesondere gesammelt hat, haben auch Allerhöchsten Orts die huldreichste Würdigung gefunden und Se. k. k. apostolische Majestät haben mit allerhöchster Entschließung vom 12. Octobcr d. I. demselben in Anerkennung seines gemeinnützigen und Humanitären Wirkens das Ritterkreuz des Franz Joseph-Ordens allergnädigst zu verleihen geruht. Indem ich daher Ihnen, hochgeehrter Herr Gemeinderath, dieses Merkmal der allerhöchsten Huld und Gnade mit meinem — gewiß auch allgemein mitgefühlten — herzlichsten Glückwünsche an Ihre Brust hefte, bin ich von der Ueberzeugung durchdrungen, daß Ihnen dasselbe zum beglückendsten Lohne Ihrer bisherigen, wie zum mächtigsten Sporne Ihrer ferneren eben so gemeinnützigen als aufopfernden Thätigkeit gereichen wird." Daß Herr Frankl in jüngster Zeit ohne sein Hinzuthun zum Director der k. k. priv. Pfandleihanstalt erwählt worden ist, gibt das beste Zeugniß sowohl seiner Geschäftstüchtigkeit, als der allgemeinen Anerkennung derselben. Die Hasmonaer. Neunzehntes Kapitel. Die Maccabäer und Amram. Zu Mizpah, in der Stadt uralter Traditionen, waren die Häupter der Patrioten zur Berathung versammelt; denn Nicanor und Gorgias, an der Spitze eines 40000 Mann starken Heeres, kamen in Eilmärschen immer näher und ihnen sollte Ptolomäus selbst mit der Hauptarmee folgen. — Sklavenhändler aus dem nahen Philistien und Phönicien folgten