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Deborah · 1866-04-01 · Heft 7 (1.4.1866) · page 4

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Journal
Deborah
Volume
2 (1866)
Issue
Heft 7 (1.4.1866)
Date
1866-04-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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— 74 — schöpferisch in den Cultus eingegriffen. Aber auch außer dem Gotteshause strebte er manche ästhetische Reform an; bei freudigen sowohl als traurigen Familienereignissen, überall war er bei der Hand, bei Trauungen, Leichenbegängnissen, Trauergottesdiensten (keguiern), bei all solchen Gelegenheiten strebte er ästhetische Reformen an, die sich in der Wiener Jsraeliten-Gemeinde bleibend erhalten haben. Außerdem wurde er in viele auswärtige Gemeinden zur Einweihung von Tempeln, Synagogen, Jnstallirungen von Rabbinern u. s. w. berufen, und er verweigerte selten einen solchen Dienst. Von kleinern Compositionen sind noch zu erwähnen: „Dudaim", Gesänge für Haus und Schule, Psalmen und weltliche Lieder. Die letztern mögen entstanden sein zur Zeit, da Sulzer auf dem Wiener Conservatorium der Mnsik die Professur des Gesanges inne hatte, was vier Jahre lang der Fall war. Ueber seine Familienverhältnisse ist wenig zu sagen. Er hat 14 Kinder, und ein gewisses musikalisches Talent scheint sich vom Vater auf dieselben übertragen zu haben. Wir erwähnen von denselben nur einen Sohn Julius, Compositeur, von dem erst unlängst in Prag eine Oper unter günstigem Erfolg aufgeführt wurde, dann zwei Töchter: Marie Sulzer. früher Primadonna, gegenwärtig Professorin an der Wiener kaiserlichen Opernschule, und Henriette Sulzer, früher Primadonna an spanischen und italienischen Bühnen, gegenwärtig Direktorin der kaiserlichen Oper in Mexico. Sulzer's Eltern haben den Ruhm des Sohnes nicht nur erlebt, sondern viele Jahre mitzuleben das Glück gehabt. Seine Mutter mag oft an den Ausspruch des sterbenden Großvaters gedacht haben, wenn sie gesehen oder gehört, welche Stellung sich ihr Salomon durch sein Talent und seinen Fleiß in der Welt errungen. Seit einigen Jahren ruhen beide in kühler Erde. Sulzer denkt nicht nur an sie, sondern auch an seine Jugend und an seine Heimatsstätte mit rührender Pietät. Der Gemeinde Hohenems, in welcher er als Cantor seine ersten Sporen verdiente, machte er für den dortigen Tempel ein Harmonium zum Geschenk; es ist seine Ansicht, daß sich dieses Instrument nach und nach in den Tempeln Bahn brechen wird, und er will wenigstens, so viel in seiner Kraft liegt, hierzu beitragen. Mehr als dieses Geschenk ist ein anderes, welches er seiner Vaterstadt noch zu machen gedenkt, nämlich ein Haus, welches er in Hohenems besitzt, und welches er zu einem Stiftungshause machen wird. Wenn man diesen Mann mit grauen Haaren, der heute in seinem 62. Lebensjahre bereits sein vierzigjähriges Jubiläum feiert, betrachtet und sieht, wie er noch im ungeschwächten Eifer für seinen Beruf.lebt, wenn man bedenkt, was er während seiner Laufbahn geschaffen, und wie er es geschaffen, so wird man dessen inne, daß man einem achtunggebietenden Mann gegenüber sich befindet, und fühlt die Wahrheit und Naturnotwendigkeit, die in dem biblischen Gebot enthalten ist: „Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen!" Die Hasmonäer. Historische Novelle, aus.dem Englischen. (Fortsetzung.) Fünfzehntes Kapitel. Die abgetragene Schuld. Wie eine Wetterwolke rauschte Judah mit den siegesbewußten und kampflustigen Patrioten aus der Wüste dem fliehenden Feinde nach, und wurde immer stärker an Mannschaft und Mittel, je weiter er ins Land drang. Die gewonnene Schlacht in der Wüste begeisterte die Freiheitskämpfer und gab ihnen Waffen genug, noch Tausenden die Mittel zum Kampfe zu verschaffen. Apollonius, der mit einem frischen Heere von Jerusalem heranrückte, sammelte die fliehenden Trümmer des geschlagenen Heeres und war ohne Widerstand bis Bethlehem in Judah vorgerückt. Auf dem ganzen Wege hatte er jeden kampffähigen Mann mitgenommen und ins -Heer gebracht, die übrigen Menschen wurden entweder auf dem Sclavenmarkte verkauft oder ermordet, um keinen Feind auf dem Rücken zu haben. Dieses barbarische Verfahren des Wütherichs trug aber bedeutend zu der wachsenden Größe Judah's bei; denn wer dem Schwerte des Apollonius entkommen konnte, flüchtete sich zu Judah und die Erbitterung gegen die königliche Partei, die Hclenisten, wurde so groß, daß die Aristokratie sich nach den festen Plätzen, besonders nach Jerusalem, flüchten und das Land mit den reichen Erträgnissen den Patrioten überlaffen mußte. Zwar wußte Apollonius die Jdumäer und die Nomadenstämme am Jordan gegen die Patrioten aufzustacheln und Judah mußte einen Theil seines Heeres in der Wüste zurück lassen, diese unschädlich zu machen, während er eine andere Abtheilung unter Jonathan zurücklassen mußte, um nicht durch ein an der Küste landendes Heer überrumpelt zu werden; aber das hinderte ihn nicht. rasch dem fliehenden Feinde nachzurücken, bis endlich in der Nähe von Bethlehem die Vorposten der beiden Heere zusammenstießen. Simon wollte zwar, daß Judah sich wieder langsam zurückziehen und den Apollonius in die Wüste locken sollte, damit Judah bei einer entscheidenden Schlacht auf die Unterstützung der beiden andern Heeresabtheilungen rechnen konnte; doch waren seine Vorstellungen vergebens. Judah wußte, daß Seron an der Spitze eines großen Heeres durch Cölosyrien ins Land rückte, daß die Samaritaner, d»e zum ersten Male ihre jüdische Abkunft verleugneten, ihn verstärken werden, und er beharrte darauf, Apollonius anzugreifen und dessen Heer zu vernichten, oder doch so zu schwächen und zu zersprengen, daß es dem Heere Seron's wenig Hülfe leisten konnte und die Hclenisten zu den Patrioten übergehen mußten. Rasch traf er zu einer Schlacht die nothwendigen Anstalten, sandte Boten an Jonathan mit dem Befehle, ihn zu unterstützen, und war schlagfertig, lange ehe Apollonius an eine Schlacht dachte. Apollonius erhielt Boten von Seron, die ihn warnten, sich in keinen Kamps mit den Rebellen einzulassen, bis das frische Heer ihn unterstützen konnte, da die empörten Hebräer nicht nur im Lande, sondern auch aus Egypten, Ceren und Syrien in großen Massen das Rebellenheer verstärkten. Darin sah aber Apollonius einen Spott für die erlittene Niederlage in der Wüste, die er selbst wieder gutmachen wollte, und einen Verrath des Menelaus, der, wie er richtig annahm, den Seron und vielleicht auch den König zu diesem Schritte verleitete. Mit Trotz und Verachtung wies er den Rath Seron's ab und machte eiligst! zu einer Schlacht, um die Rebellen vor der Ankunft Se- I ron's zu vernichten, die geeigneten Anstalten. Seine Wuth

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