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Deborah · 1866-02-01 · Heft 3 (1.2.1866) · page 11

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Journal
Deborah
Volume
2 (1866)
Issue
Heft 3 (1.2.1866)
Date
1866-02-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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— 35 die Tugend der Brüderlichkeit und des Zusammenhaltens mit den leidenden Stammesgenoffen hervorhob und nachwies, wiedaswohlthätige Zusammenhalten und Zusammenwirken in Israel stets heidie Bewohner von Meros den Fluch aussprach, „weil sie nicht gekommen zur Hilfe ihrer Brüder im Gotteskampfe". Er zeigte, wie hier über 700 Mitgliedes eines Vereins sich zusammen Schapira, um das dortige Bürgerrecht angesucht haben, und hat Herr Dr. Rajsky in einer glänzenden Rede zu beweisen getrachtet, daß dem Gemeinderathe Nichts im Wege stehe, das Gesuch der Petenten zu berücksichtigen. Nach einer geheimen Berathung wendeten Am 23. d. M. hat die Einweihung des Ofner neuerballten Tempels stattgefunden. Unter den Gästen bemerkte man Se. Excellenz den Herrn Tavernicus, Baron von Sennyei, und Se. Durchlaucht FZM. Fürst Liechtenstein, den Herrn Bürgermeister Paulovics, mehrere Gemeinde- und Statthaltereiräthe, die Herren Pfarrer und andere Civil- und Militärbeamte, wie nicht minder die Vorstände der Nachbargemeinden Pest und Alt-Ofen. Die Festrede wurde von Herrn Dr. Meisl gehalten. Herr Ransburg, haben sich um den herrlichen Bau viele Verdienste erworben. Aus Prag erfahren wir, daß Herr Professor Kampf am Rüsttage des Monats Schewat im Vereinssaale der Beerdigungsbruetwas gethan werden. Ferner Hören wir, daß im Prager Gebärhause zwölf israelitische Kinder auf den Wunsch ihrer Mütter dem Glauben ihrer Eltern erhalten wurden. Tagesneuigkeilen. die schlechte Presse, welche auf diese Weise manövrirt, um das beabsichtigte Ziel endlich doch zu erlangen. Ultramontane wie liberale Blätter, Centralisten und Föderalisten, und wie die Parteimänner alle heißen mögen, auch Judenfreunde wie Judenfeinde verfahren auf diese Art, um durch öfteres Ventiliren einer und derselben Frage das Publikum dahin zu bringen, wo sie es gerne haben möchten. Die ungarischen Blätter haben sich gegenwärtig auf eine erfreuliche Weise der Judenfrage bemächtigt, keines dermehr länger aufschiebbare Sache betrachtet, der nächstens ein günstiges Resultat nicht entgehen kann. Der „Pester Lloyd" bringt unter der Aufschrift: „Eine alte Schuld" folgende Artikel: drücktere war als in Ungarn und seinen Nebenländern, beschloß die Ständetafel in Preßburg eine Repräsentation an den König, in welcher sie, — um uns der Worte des von Franz Deäk verfaßten Berichtes jenes Reichstages zu bedienen, — „die Unge- Beffern rathen, ausführlich auseinandersetzten, und es durch ein Gesetz ausgesprochen wissen wollten, daß die Israeliten unter der heiligen ungarischen Krone überall derselben bürgerlichen zeit in den ernstesten Momenten unseres politischen Lebens den vollgiltigen Beweis geliefert, daß sie für die Verfassung ihres Vaterlandes zu nicht minderen Opfern bereit sind, als ihre christlichen Mitbürger, und wieder erklärte das Repräsentantenhaus derselben auf die Israeliten einzuführen." — Wieder verstoßen vier Jahre; das Land rüstete sich zu den Wahlen für den Reichskeit entbehren, fand namentlich in unserer Hauptstadt wiederholten, unzweideutigen Ausdruck; Franz Deäk aber sprach es geradezu aus : Die Judenfrage sei eine derjenigen, deren Lösung kaum mehr werden, „daß die Israeliten unseres Vaterlandes im Vollgenuß sämmtlicher politischer Rechte allen übrigen Landesbürgern ohne irgend welche Beschränkung gleichgestellt seien." Die Nation, der das historische Recht heilig, ihr konnte und durfte das ältere, das Menschenrecht, nicht minder heilig sein; an ihr lag es darum auch nicht, — wie wir gesehen — wenn ihre zu Gunsten der jüdischen Mitbürger ausgesprochenen Wünsche bis jetzt „fromme Wünsche" geblieben; ihr Bemühen wird es darum hersagen zu können — die alte Schuld möglichst bald und möglichst vollständig abzutragen. An Gelegenheit wird es hiezu schon in den nächsten Wochen unserem Reichstage nicht fehlen. Die Comtischen Thätigkeit eröffnen. Es ist hohe Zeit, daß die Schuld abgetragen werde; die Nation ist dies nicht den Juden allein; sie ist es nicht minder sich selbst und ihren feierlichen Verheißungen schuldig." Die „Arader Zeitung" bringt: „Zur Frage der Gleichbeschlossen ist, dieselbe den Anforderungen der Gerechtigkeit und der Zeit gemäß zu erledigen: das ist ausgemacht. Was soll aber von Seite der Juden geschehen? — Sollen sie Recipirung ihrer Religion und Sicherstellung der Autonomie in Kirche, in Schule verlangen, oder sollen sie an die Formulirung derjenigen Organisation

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