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Deborah · 1866-02-01 · Heft 3 (1.2.1866) · page 10

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Journal
Deborah
Volume
2 (1866)
Issue
Heft 3 (1.2.1866)
Date
1866-02-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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— 34 — zu erhalten. Da mit der Oeffentlichkeitserklärung der Jeschrbas die Militärbefreiung verbunden ist, so ist selbstverständliä) ein Emporblühen des Talmudstudiums zu erwarten. Zum Ruhme' vieler unserer Jeschibas sei daher hervorgehoben, daß in manchen auch weltliches Wissen gepflegt wird, und berechtigt uns dies zu der Hoffnung, daß die Errichtung eines Rabbinerseminars sich nicht mehr auf Jahre hinaus verschieben läßt. Der Beschluß des Pester Cultusvorstandes und der Gemeinderepräsentanz, einen ungarischen Prediger anzustellen, hat im ganzen Lande den freudigsten Wiederhall gefunden. Die kleine Opposition, die sich Anfangs in der Sitzung breit zu machen suchte, mußte bald verstummen und wurde denn auch der Beschluß mit überwiegender Majorität gefaßt. Und so war es recht. Das ungarische Israel wird sowohl die deutsche als die ungarische Sprache zu pflegen haben, und nachdem es bereits seine Volksschulen magyarisirte, so sehen wir nicht ein, warum die Synagoge länger Zurückbleiben soll. Ist einmal auch die ungarische Predigt bei uns eingebürgert, so wird der Fortschritt nicht ausbleiben, und die Masse, die bis heute gegen jede Neuerung zelotisch eiferte, müssen. Wie wir aus den öffentlichen Blättern ersehen, wird die Landtagsmajorität einfach die Rechtsgleichheit aller Confesfionen weitläufige Discusfionen einzulafsen. Die für den Fortschritt begeisterten Israeliten scheinen sich mit dieser Ansicht nicht zufrieden zu geben, da sie für die Anerkennung der israelitischen Religion von Seite des Staates dringen werden. Bei den verschiedenen Parteien unter den Israeliten Ungarns ist es nicht so leicht, das Wahre zu treffen. Doch warten wir den geeigneten Augenblick ab, möglich, daß schon die nächsten Tage Entscheidendes bringen. Sind wir nicht zu engherzig und verkennen wir nicht unseren Werth. Die ritterliche magyarische Nation bedarf uns eben so, wie wir sie. Ungarn kann 350000 treue Söhne gewinnen, die eben so schwärmerisch sich begeistern können, wie irgend ein Kind dieses schönen Landes; wir wieder bedürfen der Nation, da nur durch sie wir groß und stark werden können. Der König und die Königin sind in Person gekommen, die Huldigung ihrer Kinder entgegen zu nehmen, der Ausgleich wird stattfinden. Aber auch für uns wird die Stunde der Befreiung schlagen, Israel wird frei werden. Darum sei auch unser Wahlspruch: Hoch dem Vaterlande, hoch dem Könige." X.... Buntes. Eine polnische Heldin. Mit blaffen Wangen, arg zerfetztem Kleide Hab' ich ein abgezehrtes Weib gesehen, Ich sah Dich nie, doch muß ich Eins gestehen: Ich schien als Bettler vor Dir dazustehen." Sie schaut mich an, es schmückt ein flammend Roth Für einen Augenblick die blaffen Wangen. — Es schweigt ihr Mund, als ich die Gabe bot, Nahm sie, wie Fürsten Völkerzoll empfangen. — Berichte aus den Gemeinden Gesammt - Drstcrreichs. Wien. Am 18. dieses, als am 2. Schewat, fand im hiesigen alten Tempel wie alljährlich ein Requiem für die selige Frau Charlotte, Gattin des sel. Herrn M. L. Biedermann, Hauptbegründers dieses Gotteshauses, und mehrerer in Wien befindlicher religiöser und wohlthätiger Anstalten, statt. Vor der schwarz decorirten heiligen Lade, die nur düster beleuchtet war, ward vom der Verewigten richtete, nur gehoben ward. Redner betonte das Verdienst guter Kinder, die ihren Eltern auch nach deren Ableben einer solchen kann nur Innigkeit und Einigkeit, also Frieden mit sich selbst und unter einander herrschen, und mit Recht kann er einer solchen den heiligen Priestersegen ertheilen, der den Frieden als das Höchste und Beseligendste im Leben darstellt. — Nicht minder erhebend und feierlich war das am 25. Abends ftattgehabte Requiem für die verstorbenen Mitglieder des Vereins mehrere Psalmen, unterbrochen von den Functionen des Predigers, mit wahrhafter Meisterschaft vorgetragen. Ausgezeichnet war die gehaltvolle Rede Dr. Jellinek's, welche an unserm großen Moses

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