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Dibre Emeth · 1906-01-01 · 4 (1906) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
62 (1906)
Issue
4 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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31 zuvor als eine Müßiggängerin bezeichnet worden war. In Wahrheit arbeitete sie in der Haushaltung, und hierbei hatte sie an der Dienerin eine Gehilfin. — Das Leben vieler Menschen entbehrt des wahren Inhalts, weil sie nichts für das Reich Gottes tun. Paulus nannte sich einen Mitarbeiter oder Mithelfer- Gottes und sagte, daß er allen alles geworden sei, um überall etliche zu erretten (\. Aor. 3,9; 9,22). In seine Fußtapfen sollte jeder Ehrist treten. Als Gottes Mithelfer sollte er die Mitchristen zum Guten an-, vom Bösen abhalten. Als ein solcher sollte er aber auch an den Nichtchristen arbeiten. Gott will ja, daß allen Menschen geholfen werde, und daß alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen ((.Tim. 2. pdri 3, 9). Gott hat auch diesen seinen Willen ausgeführt, indem er ein Rettungswerk für die verlorenen Menschen im alten Bunde vorbereitete und im neuen Bunde durch Iesum und dessen Jünger begründete. Er führt seinen Willen noch immer aus, indem er durch seinen Geist an den Herzen der Menschen wirkt. In diese göttliche Arbeit einzutreten, ist unsere Pflicht, aber zugleich unser hohes Vorrecht. Wenn wir nichts für die Erhaltung und Ausbreitung des Reiches Gottes tun, haben wir nicht nur eine uns gestellte Aufgabe ungelöst, sondern auch eine uns geschenkte Gabe unbenützt gelassen. Gott erinnere uns täglich daran, daß wir immerdar sein sollen, was wir nach den Worten der Bergpredigt (Mat. 5, (3 f.) sind: das Salz der Erde, das Licht der Welt I Zum Nachdenken. Durch eine besondere äußere Anregung kam mein Herz mit einem wunderbaren Manne zusammen; der war anders als ich: harmonisch und klar, seiner selbst gewiß und von sich doch ganz los, wenn es galt, für andere zu leben. Je mehr ich ihn kennen lernte, desto mehr schämte ich mich meiner selbst. Ich fing an, mehr und mehr mich dem Umgänge mit jenem Manne hinzugeben. Ich fühlte, daß ich werden müßte wie er, und daß ich nur durch ihn so werden könnte. Und nun vergeht kein Tag mehr, ohne daß ich ihm gegenüber mich offen ausspreche und mir von ihm neue Antriebe zu ernster Arbeit und sittlicher Selbstüberwindung geben lasse. Seither lebe ich glücklich, getragen und gehalten von ihm. Alle Erdenarbeiten haben ihren Sinn und ihre würze durch sein Beispiel und seine Bähe; alle Erdenfreuden sind durchstrahlt von neuenr Licht. Lr ist inein Zügel und mein Zaum, mein Licht intb mein Ideal. Ich verdanke ibm mein eigenes neues Gewordensein und bin fest überzeugt, daß er so sortfahren wird, mich über nrich selbst hinauszuheben mrd mich in feine Art hineinzuziehen. Dieser freund heißt: Jesus von Nazareth. S. Keller. 2. Täglich können wir die Erfahrung machen, daß Reichtum, Macht, Ansehen und andere irdische Güter im Tode nicht standhalten. Ein Gilt aber gibt es, das uns auch im Tode nicht verläßt, fonberii da ganz besonders feinen unermeßlichen wert offenbart. Dieses Gut ist der christliche Glaube. Derselbe hat tatsächlich die Macht, das Duiikel des Todestals zu erhelleii, die Schrecken des Todes zu überwiilden und an das Gestade der seligen Ewigkeit zu retten. Für diese Siegesniacht des Glaubens legt die Geschichte der christlicheil Kirche ein lautes und gewaltiges Zeugilis ab. Daher solleil wir unfern christlichen Glauben weit höher ach teil als alle vergäilglicheil Güter dieser Erde und uns die Erhaltung, Vertiefung uild Ausbleitllng dieses Glallbeiis nach Kräften angelegen fein lassen. F. See baß. z. Es gibt nur einen weg, Seelen wahrhaft zu gewinnen, uild das ist der weg des Mpfers. Es hat Christus auf Golgatha fein Leben gekostet, und ui der Gemeinschaft mit ihm müssen wir es uns auch unser Leben kosten lasseil, weiln seill Lebe»! dllrch uns als Kanäle andern zufließeil soll. __ Penn Lewis. Kleine Wis/wnszeitung. Die irisch-presbyterianische Mission in Hamburg besitzt seit kurzem eiil Diakonissenheim, in welcheiil jüdische Mädchen Aufnahme ftubeu. Ihr Missionshaus wird von vielen jungen Männern aufgesucht, von denen alljährlich einige der christlichen Kirche beitreten. — Der Westdeutsche Verein für Israel konnte ain 24. September ^05 in Kölil a. Rh., Moltkestr. 80, ein Missionshaus eröffnen. Der in Straßburg wirkende Vereinsarbeiter, p. Klose, gedenkt in seinem Jahresberichte eines jüdischen Mädchens, welches im Gespräch mit dem Lhristell in die Klage ausbrach: „Ach, wie ist inein Leben so inhaltsleer und ziellos! Mein jüdischer Glaube gibt mir keinerlei Hoffnung, weshalb ich mich innerlich längst von ihrn losgesagt habe." In einem andern Hause erfuhr er, daß die kurz vorher verstorbene Mutter in ihrer letztell Krankheit aus dem von ihm bei einem früherell Besilche verkündigten Gottesworte Sterbensfreudigkeit geschöpft hatte. Überhaupt ist auch die Arbeit an Israel nie ganz vergeblich. „Manches Gespräch, mancher Traktat wirken doch im ftilleu zum Segen," heißt es in jenem Bericht. Getauft wurden im Jahre $05 auf den drei Arbeitsplätzen des Vereins elf Erwachsene und sechs Kinder. — In Ani sterd a m wurde an: 24. und 25. April die internationale Judenmissionskonferenz, welche bisher alle 3 Jahre tagte, abgehalten. 27 Gesellschaften waren durch 36 Abgeordnete vertreten. Die Vorträge betrafen u. a. das Wesen des Judentums, jüdische Polemik und christliche Apologetik, die Ausbildung der Arbeiter der Judenmission, die jüdische Auswanderung, die Missionsschulen, die Mission unter den jüdischen Frauen. In Zukunft wird die Konferenz nur alle vier Jahre zusammentreten. — Die Londoner Judenmissionsgesellschaft vereinnahmte i. J. *905 40969 £, darunter 658 für die verfolgten russischen Juden. Sie verausgabte 59988 £. Das Defizit beläuft sich jetzt auf 3858 £. In zehn Städten befinden sich Missionsschulen. \8\7 jüdische Kinder besuchten diese Anstalten im letzten Jahre. Auch Sonntagsschulen sind an vielen Mrten vorhanden. Außerdem gibt es hie und da Abendschulen für Kinder oder Erwachsene. Die in zwölf Städten wirkende ärztliche Mission wurde von vielen tausend Kranken in Anspruch genommen. Unter den Getauften des Jahres waren zahlreiche Kinder. Natürlich hatten die Eltern der Kinder ihre Zustimmung zur Taufe gegeben. — Im Londoner Palestinc House (Boclney Boad, Hacluiey) erscheint aus der Feder von Rev. A. Lukyn Williams eine englische Kritik der bekannten Streitschrift von Isaak Troki: CMssuk Eniuna. — Das Missionskrankenhaus in Safed bringt viele Andersgläubige unter den Schall des Evangeliums. Lines Morgens erschien die Gattin eines dortigen Rabbiners mit ihrem kranken Enkelkind. Seither besuchte der Missionsarzt diese Familie fleißig, vor mehreren Monaten fand die erste Taufe im Krankenhause statt. Sie betraf einen Muhammedaner. Der Mann kehrte bald darauf zu den Seinigen zurück und bezeugt jetzt seinen Glauben an den Heiland vor seiner Umgebung mit großer Kühnheit. Solange er noch im Hospital war, umgaben oft Juden sein Bett, um ihn reden zu hören. Einer von ihnen ließ sich von der Wahrheit überzeugen und wünschte ebenfalls getauft 511 werden. Ratschläge auf den Leöensweg. So l ultet der Titel eines Buches, welches der Direktor des wilhelnr - Ernst - Gyninasiunis in Weimar, Geh. Hofrat Dr. welliger, herausgegeben hat. Das Werk enthält 25 vor Abiturienten gehalteile Ansprachen. Ein Rezensent schreibt: „Der feingebildete Verfasser hat in diesen trefflichen Reden das Beste, was er eigelier Lebelrserfahrullg, fidlem Rachdenken und fremder Weisheit verdankt, den Scheidellden mit auf den Lebensweg gegeben. Seine Hauptgedanken drehen sich um

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