Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 62 (1906)
- Issue
- 3 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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23 Christ wieder auf den Bahnhof. Da bat ihn der Gepäckträger um Auskunft, wie er ein hebräisches und ein englisches Altes Testament erlangen könne. Dieser Wunsch wurde erfüllt. Nach mehreren Wochen trafen Christ und Jude abermals auf dem Bahnhof zusammen. Der Jude eröffnete das Gespräch mit der Frage: „Warum glauben die Christen an Iesum von Nazareth?" und mit der Erklärung, daß er Iesum für einen Betrüger halte. Die Antwort lautete: „Was hätte Jesus mit einem Betrüge gewonnen? Hat je ein Betrüger solche Worte gesprochen oder solche Taten vollbracht wie Jesus? Kennen Sie das Neue Testament? Erinnern Sie sich, daß Juden dies Buch geschrieben und daß dieselben hierfür nur Verfolgung und Tod geerntet haben?" Der Christ erbot sich hierauf, dem Juden ein Neues Testament zu leihen, und fuhr fort: „Vergleichen Sie das Neue Testament mit den Schriften ITTofes und der Propheten und zeigen Sie mir dann, wo jenes Buch Unrecht hat!" Der Gepäckträger nahm das Neue Testament entgegen und versprach, es dem Besitzer wiederzugeben. Nach Verlauf einiger Monate hatte sein christlicher Freund die Freude, von ihm selbst zu hören, daß er sich zu den: Heilande der Welt bekannte. „Ich glaube an Iesum Christum als meinen Messias und Heiland," sagte der Sohn Israels. Zum Nachdenken. Du wirft mich fragen, wie ich mich vom göttlichen Ursprung des Christentums überzeugt habe. Ich will nicht vom inner« Gefühl der Wahrheit sprechen, obwohl dies für mich ein hinlänglicher Beweis ist. Aber ich will dich fragen, ob dein Auge jemals einem Sonnenaufgang zugeschaut und die Tinten und Strahlen verfolgt hat bis zu ihrem Ursprünge, wenn du nun den Punkt gefunden, wovon sie alle ausgehen, wirst du nicht glauben, daß dieser Mittelpunkt die Sonne sei? So geht es mir. Je mehr ich die Geschichte studiere, desto mehr sehe ich, daß durch eine wunderbare Verknüpfung die größten Begebenheiten des Altertums zu dem Zwecke dienen, Christum in der geeignetsten Zeit erscheiiien zu lassen. Der Geschichtsschreiber Johannes voir Müller. 2. Eine andere (Quelle der Überzeugung vom Dasein Gottes, die auf den verstand, nicht auf das Gemüt zurückgeht, wirkt auf mich mit weit größerer« Nachdruck. Sie ergibt sich aus der außerordentlichen Schwierigkeit oder vielmehr Unmöglichkeit, das grerrzenlose und wurrderbare Weltall mit dem Menschen, der die Gabe besitzt, zurück und vorwärts, in die Zukunft, zu schauen, als das Ergebnis des blinden Zufalls oder der Notwendigkeit arizusehen. Wenn ich darüber nachdenke, so fühle ich mich getrieberr, eine erste Ursache anzunehmen, die einen in gewissem Grade rrrenschlichen Intellekt besitzt, und ich verdiene ein Theist (Gottesgläubiger) genannt zu werden. Charles Darwin. 3. Ich betrachte es als eine große Gnade Gottes, für die ich ihm herzlich dankbar bin, daß die Studien, denen ich inein ganzes Leben gewidmet habe, trotz zahlloser Anfechtungen mich in dem Glauben bestärkt haben, daß ein allmächtiges und allweises Wesen Pimmel und Erde erschaffen hat, daß Christus uns eine neue geistliche Welt aufgeschlossen nnb unser Verhältnis zu Gott, unserm allliebenden Vater, und unsere ewige Bestimmung zum Bewußtsein gebracht hat und daß nur alle eingefügt seien in eine wunderbare weltordnung, in ein die ganze, unermeßliche Welt umfassendes Gottesreich, von dem wir hier erst eine dunkle Ahnung haben, das aber einst, wenn wir vom Erdenstaub entkleidet sein lverden, uns offenbar werden wird. Der Botaniker Oswald Peer. 4. Jede für die Verbreitung der heil. Schrift arbeitende Gesellschaft, d. h. jede Bibelgesellschaft, hat ein Recht auf die volle Anerkennung aller rechtlich denkenden Bürger, denn sie fördert die geistige Wohlfahrt der ganzen Menschheit. Die gesellschaftliche Gestaltung unseres Landes, unsere geistige Entwicklung überhaupt gründet sich auf die Bibel. Deshalb muß jedem Aufrichtigen klar sein, daß eine Unterdrückung oder Einschränkung der Verbreitung der Bibel unfern höchsten Zielen einetl unerineßlichen Schaden zufügen würde. _Präsident Roosevelt. ' Das Kurholpiz zu Iohannisbnd r. ZZ. wie früher schon mitgeteilt wurde, besteht in dem böhmischen Gastein eine evangelische Atlstalt, in welcher unterstützungsbedürftige Kurgäste aus Deutschland und Oesterreich ohne Unterschied der Konfession unentgeltliche Aufnahme finden. Die Insassen erhalten außerdem freie Bäder, freie ärztliche Behandlung und Befreiung von der Kurtaxe. Der Begründer und Leiter der Allstalt ist der schlesische Landes-- Bauinspektor und Pauptinann A. Sutter, jetzt in Canth bei Breslau. In Gemeinschaft mit diesem edlen Menschenfreunde sorgt seine Familie für die Erhaltung des seitdem 26. Juli \886 für weite Kreise segensreich wirkenden Unternehmens. Eine Anzahl Freunde, an deren Spitze als protektorin des Pospizes die Prinzessin pilda von Anhalt steht, hilft die bedeutenden jährlichen Kosten aufbringen. Nachdem man sich lange mit geinieteten Räumen begnügt hatte, wurde am 23. August u)05 ein an der Pauptstraße von Johannisbad liegendes, \ö Zimmer enthaltendes Paus, die Villa Bellevue, für die Anstalt käuflich erworben. Am \2. Juni *906 erfolgte die Einweihung dieses pauses. Mehr, als 60 Personen, unter ihnen drei evangelische und ein katholischer Pfarrer, hatten sich zu der Feier eingestellt. Zuerst begrüßte der Posplzleiter die Gäste. Sodann hielt Pfarrer Stiller aus permannseifen die Weiherede, pierauf erstattete der Leiter einen kurzen Bericht über das Werk, in welchem er dasselbe als einen Ausdruck seines Dankes für die einst in Johannisbad erlangte Genesung von einer schweren Krankheit bezeichnete. Passende Gesänge schlossen die Reden ein. während die Gäste nach der Feier mit Kaffee und Kuchen bewirtet wurden, kamen die eingegangenen Glückwunschschreiben zur Verlesung. Lin Rundgang durch das paus und den zu demselben gehörigen Waldpark beendigte das Beisammensein. Schon mehr als 800 Erholungsbedürftige durften sich der großen Vergünstigungen erfreuen, welche das Pospiz gewährt. Gottes Segen ruhe auch ferner auf der Anstalt, auf ihrein Leiter und seiner Familie, den treuen Arbeitern, die mit bewundernswürdiger Tat- und Tragkraft das der Nächstenliebe gewidmete Werk treiben, und ebenso auf den Insassen, den im Pospiz vereinigten Deutschen und Oesterreichern, Christen und Israeliten. Der Segen des Hebens. Line Frau besaß ein Blumenbeet, konnte sih aber nie dazu entschließen, die Blumen abzuschneiden. Infolgedessen blühten sich die letzteren zu Tode. Sie zogen alle Kraft aus den Wurzeln und fielen dann ebenso wie die Blätter ab. von Lude Juli an blieben nur kahle Zweige übrig, während dies Blumenbeet nur kurze Zeit in allen Farben prangte und den Stolz seiner Besitzerin bildete, dann aber die sorgsame Pflege schlecht belohnte, blühte ein anderes Blumenbeet während der ganzen warmen Jahreszeit bis zrun Eintritt des Frostes. Die Frau, welcher es gehörte, sandte jede Woche große Sträuße ihrer Blumen in die Spitäler, um die Kranken zu erfreuen. Mit den: weggeben der Blumen wurde beu Pflanzen aufgeholfen. — Die Ausbreitung des Evangelimns fördert das geistliche Leben derer, die an dasselbe glauben. Dreierlei GHristen. Der Kessel einer Danlpfmaschine kann mit kaltem oder mit heißenr oder mit kochendem Wasser gefüllt sein. Das kochende ist vielleicht nur einige Grade heißer als das heiße, aber diese genügen, um die mächtige Danlpfkraft hervorzubringen, welche den Kolben spielen läßt, durch diesen die Räder antreibt uild