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Dibre Emeth · 1906-01-01 · 2 (1906) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
62 (1906)
Issue
2 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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15 Begeisterung, in pfahmnt und Lobgesängen, zu Ehren des Gottes, der auch ihnen einen Heiland gesandt hat. 5o trägt denn Petrus kein Bedenken, sie durch die waffertaufe in die Kirche aufzunehmen. Dem aufmerksamen Hörer kann Gottes Geist zuteil werden. Die lvaffertaufe hat mancher unter uns schon empfangen. Wissen wir aber auch etwas von der Geistestaufe, mit welcher Gott die gläubige Andacht segnet? Die Waffertaufe braucht nicht wiederholt zu werden. Aber eine Erneuerung der Geistestaufe tut uns immer wieder not und wird uns auch von Gott in Gnaden gewährt. — Vater im Himmel! Laß uns allezeit aufmerksam hören, was du uns zu sagen hast, damit du dann auch an uns ein Wunder tun und den heiligen Geist, dessen Gemeinschaft wahrhaft beglückt, über uns ausgießen kannst! In 1. Petri 3, 3. Nach 5eneka gab es in der Kaiserzeit Frauen, welche zwei bis drei Landgüter in den Ohren trugen. Eine römische Kaiserin, die Gemahlin Ealigulas, besaß einen 5chmuck, welcher 9 Millionen Mark gekostet hatte. Eine andere, Poppäa Sabina, die Gemahlin Neros, hielt sich 500 Eselinnen, deren Hufbeschläge Gold und Silber aufwiesen. Diese Tiere begleiteten die Kaiserin, wenn dieselbe verreiste. Sie pflegte sich mit der Milch der Eselinnen zu waschen. _ Zum Wachdenken. *. Ich habe die Erde gefragt, und sie hat gesagt: „Ich bin nicht Gott," und alles, was auf ihr ist, hat dasselbe bekannt. Ich habe das Meer und die Tiefen gefragt und alles, was da kriecht und lebt, und sie haben geantwortet: „wir sind nicht dein Gott. Suche höher!" Ich habe die wehenden winde gefragt, und die ganze Luft mit allen ihren Bewohnern hat geantwortet: „Ich bin nicht Gott." Ich habe den Fimmel gefragt, Sonne, Mond und Sterne, und sie haben gesagt: „Auch wir sind der Gott nicht, den du suchst." Und ich habe zu ihnen allen, die mich umgaben, gesprochen: „Ihr habt inir gesagt, daß ihr mein Gott nicht seid. So redet zu mir von ihm!" Und sie riefen alle mit lauter Stimme: „Lr hat uns gemacht." Augustinus. 2. Nach der höchsten Glückseligkeit forschten mühsam die Alten. Sie suchten aus dem Innern der Erde das tief Verborgene mit vieler Anstrengung hervorzugraben durch die Erfindung der Künste, durch vielfache Kombinationen und Schlüsse, durch die unendlichen Streitigkeiten der philosophischen Schulen untereinander. Als aber die Wahrheit, vom Fimmel herabblickend, sah, wie sie unten suchten, was in der Höhe ist, und wie die Sterblichen durch die Verwirrung der Lüge getäuscht wurden, da wurde sie von Mitleid mit dem Elend der Menschen gerührt. Sie erschien selbst unter ihnen im Fleisch, uni sich ihren schwachen Augen offenbaren zu können. Sie rief diesen und ähnlichen Leidenden zu: „Kommt zu mir, alle Leidenden und Belasteten, und ich will euch erquicken!" Sie stillte das unruhige Streben aller nach Glückseligkeit Forschenden, indem sie zu ihnen sprach: „Selig sind, die armen Geistes sind, denn ihrer ist das Himmelreich." Siehe, ohne platonische Meditationen, ohne akademische Disputationen, ohne aristotelische Spitzfindigkeiten ist die Stätte und der weg der Glückseligkeit gefunden! Betritt also den weg der Armut, nicht sowohl der leib'ichen, als der Armut des Geistes, nicht sowohl der äußerlichen Armut, als der Demut! Peter von Llugny. Kleine MssionszeiLnng. Die Berliner Gesellschaft z. B. d. Ehr. u. d. I. verhalf im Jahre 1904/5 25 Israeliten zur Taufe. Das Beiblatt zu der Zeitschrift „Nathanael" erscheint jetzt selbstständig unter den: Namen „Der Messiasbote." — Der in Wien angestellte Missionar der L. I.-M. inachte im Jahre *905 239* Hausbesuche, verbreitete *6 565 Schriften (darunter 426 Neue Testamente), hielt *77 Reden (predigten, Vorträge und Ansprachen) und vollzog zwei Iudentaufen. Die Gesamtzahl der evangelischen Iudentaufen in Wien betrug 1905: *99 (*6? entfielen auf die lutherische, 32 auf die reformierte Kirche). — In der Missionshalle in Rotterdam erschien ein Auswanderer vor Missionar Zalman mit folgendem Bekenntnis: „Ich bin ein Judas. Ich lernte in Rußland das Evangeliunt kennen und wurde iit die griechische Kirche ausgenommen. Als meine Angehörigen dies erfuhren, boten sie alles auf, um mir das Leben unmöglich zu inachen. Daher kehrte ich zum Judentum zurück. Und so stehe ich hier vor Ihnen als ein Judas Ischarioth." Zalman merkte, daß der heil. Geist an dem Herzen dieses Mannes arbeitete, und sagte: „Sie gleichen vielmehr den: Apostel Petrus, der seine große Sünde bereute und die Vergebung derselben erlangte. Hoffentlich werden auch Sie wieder Frieden und Kraft finden." — Ein im südwestlichen Ungarn wirkender Bibelbote erzählt, daß ein jüdischer Richter 30 Neue Testamente gekauft habe, um sie unter den Gefangenen zu verteilen. — Die beiden Missionsschulen in Bukarest haben jetzt nahezu 450 jüdische Schülerinnen, wegen des christlichen Religionsunterrichts war die Mutter einiger Kinder im Begriff, dieselben aus der Schule zu nehmen. Sie unterließ dies nur, weil sie sich sagte, sie könne zu Hause der christlichen Lehre mit aller Kraft entgegenarbeiten. Aber es zeigte sich bald, daß die Kinder, welche den Heiland von Herzen liebhaben, einen größeren Einfluß ausübten als die Mutter. Als andere Juden das Lhristentum verdammten, trat sie als dessen Verteidigerin auf. Sie sagte: „Das Lhristentum hat meine Kinder so umgewandelt, daß ich an seinem Wert nicht zweifeln kann." — In dem Aussätzigenasyl Iesushilfe zu Jerusalem wurde ein kranker jüdischer Knabe, welcher schon einige Jahre lang in der Anstalt weilt, auf seinen Wunsch getauft. Den vorbereitenden Unterricht hatte teilweise ein anderer Aussätziger erteilt. Die Taufe vollzog der arabisch-evangelische Prediger von Bethlehem. Die Jerusalemer Bibelniederlage der Br. und A. B. verkaufte *904. in 23 Sprachen 22*6 heilige Schriften. — In Tanger kamen weitere Uebertritte von Juden wie von Muhammedanern vor. Von den früher Bekehrten fielen einige wieder ab. — In Fez eröffnete ein durch das Lesen des Neuen Testaments zu Lhristo bekehrter österreichischer Jude, H. Dermer, einen Bibelladen. Er hatte in Palästina im Hebräischen unterrichtet und dann eine Jeitlang in Marokko gelebt, ehe er sich hier der Bibelgesellschaft zur Verfügung stellte. In Fez kämpft er mit der Feindschaft der Behörden und dem Fanatismus der Bevölkerung. — Bei einem Besuch der angeblich von den Karthagern gegründeten, *2000 Einwohner zählenden marokkanischen Stadt Saffi (Sophia) verbreitete Missionar Zerbib viele christliche Schriften unter den dort ansässigen 4000 Juden. Binnen *0 Tagen wurden *30 Alte Testamente und Teile, *90 Neue Testamente und Teile, sowie *73 hebräische Traktate verkauft, 220 Neue Testamente und Teile nebst 850 Traktaten verschenkt. Als ein Israelit erklärt hatte: „wir wollen bleiben, was wir sind," fragte ihn Zerbib: „Haben Sie von der unter den Negern vorkommenden Schlafkrankheit gehört?" Jener kannte dieselbe nicht. Da sagte der Missionar: „In moralischer Hinsicht leidet Israel schon 2000 Jahre lang an der Schlafkrankheit. Es will mit Gott und dem Messias nichts zu tun haben. Es hat keinen Sinn für das ewige Leben. Es läßt sich von seinen Ueberlieferungen und seiner Selbstgerechtigkeit beherrschen." Liner der Zuhörer antwortete: „wir sollten wirklich die Aussprüche der Propheten über den Messias studieren." — In der Nähe vonGsaka (Japan) veranstaltete während des russisch-japanischen Krieges eine Deutsche, Frl. Huhold, die im Dienst der englischen Kirchenmission steht, für russische Kriegsgefangene, welche deutsch sprachen, Erbauungsstunden. An diesen Gottesdiensten nahmen

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