Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 62 (1906)
- Issue
- 2 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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auch Juden teil. — £tu Jude, welcher fast fünf Monate die Bibelstunden des Missionars der £. J.--M. in Montreal besuchte und jetzt ein Christ ist, schrieb: „Ich habe mich davon überzeugt, daß das Neue Testament der lange ersehnte Schlüssel ist, welcher die Tür der großen Schatzkammer des Alten Testammls aufschließt. Ich bete zu Gott, daß meine Brüder Jesum, den von unseren Vätern verworfenen und gekreuzigten Gottessohn, als ihren Messias anerkennen/' Worth Ariedkänders neuestes Werk. Der in Wien lebende jüdische Gelehrte Moritz Friedländer ließ $05 bei Georg Reimer in Berlin ein Buch erscheinen, welches betitelt ist: „Die religiösen Bewegungen innerhalb des Judentums im Zeitalter Jesu", wie itt früheren Schriften, so behauptet er auch in dieser die Abhängigkeit des Urchristentums vorn Hellenismus. Die gesetzesfeindlichen Lehren der hellenistischen Juden seien nach Palästina eingedrungen und hier besonders von der Landbevölkerung angenommen worden. Jesus habe sich nun als den Vertreter der dem Gesetz? feindlichen Kreise erwiesen. Seinen Kampf gegen das Gesetz habe Paulus nach dem Märtyrertode Jesu fortgeführt und so das Christentum gegründet, wir wollen auf diese Gedankenirrgänge nicht näher eingehen. Friedländers Beweisführung ist ganz ungenügend. Cr kennt auch das Neue Testament noch zu wenig, oder er versteht es doch noch nicht genug. Sonst würde er z. B. Jesum nicht als einen Feind des Gesetzes darstellen. Aber wertvoll ist in seinem Buche der Nachweis, daß das pharisäische Judentum eine Entartung der alttestamentlichen Religion bezeichnet. Cr sagt: „Der unverfälschte Mosaismus pstanzte sich mit Nichten fort auf dem von dem Pharisäismus ihm vorgezeichneten Wege: von Mose auf Josua, von Josua aus die Alten, von diesen auf die Propheten und von den Propheten auf die Männer der großen Versammlung, will sagen auf die Schöpfer der pharisäischen Traditionslehre, sondern er ging von den Propheten auf die Weisheitslehrer und von diesen unmittelbar und mit völliger Umgehung des von dem Weltjudentum sich abzweigenden, von den Männern der großen Versammlung in ein enges, nationales Bett geleiteten Israel auf die führenden Geister des Judentums der griechischen Diaspora über, von wo (?) er in die Weltreligion ausmündete." Merkwürdig ist auch, was er über die Taufe sagt: „Allerdings, wenn man unter der Taufe das Symbol der inneren Umwandlung und der Wiedergeburt versteht, dann predige ich diese Taufe aus ganzem Kerzen und aus ganzer Seele." „Die Taufe, die ich predige, ist die echt jüdische, zur Buße und Sinnesänderung auffordernde Taufe des Johannes, des wiederkehreuden Llia, dessen Aufgabe es ist, die Menschen für den bevorstehenden großen Tag des Herrn vorzubereiten, die einander entfremdeten Kerzen zu versöhnen und für die Aufnahme der himmlischen Saat einpfänglich zu machen. Sie ist die pfadbereiterin des von den Propheten zum Heile der gesamten Menschheit prophezeiten und von den griechischen Juden geistig geschauten, ewig wiederkehrenden (?), die Menschen immer höher zu sich emporlauternden Messias, in dessen Bereiche es keinen Juden, Griechen, Knecht noch Freien gibt, nicht Mann noch Weib, denn sie allzumal sind eins in dem Messias und darum Abrahams Same und nach der Verheißung Erben." Möge es Friedländer, dessen neustes Werk von seinem Schüler Ziegler in Karlsbad in leidenschaftlicher weise angegriffen wurde, vergönnt werden, das Neue Testament besser verstehen zu lernen, tiefer in die Geheimnisse des neuen Bundes einzudringen und namentlich die einzigartige Größe Jesu, der das Gesetz und die Weissagungen erfüllt hat, zu erkennen! Aus der jüdischen Kresse. Hat man jemals in unserer Mitte etwas von Ehebruch oder gar von Mord vernommen? Gewiß nicht. Ls ist nur ein schwacher Trost für uns, daß alle diese verbrechen nicht etwa in Israel voll jeher heimisch, sondern daß sie vielmehr nur nachgeahmt, erlernt und überkoiumen sind. (A. Z. d. I. $05, S. 407 f. Gegen die Wahrheit, vergl. die Büßpredigten und Bußgebete der Bibel.) — Im Lichte des Versöhnungstages zeigt sich uns so recht, wie Israel die große Aufgabe, die ihm zu teil geworden, erfaßt und erfüllt hat. (S. 469. Die Bibel vernichtet solchen Menschenruhm. Sie verurteilt auch andere Behauptungen desselben Artikels.) — wenn man bedenkt, daß aufgrund der Bibel durch die thalmudischen Gedanken eine absolut geläuterte Religion zusammenzustellen ist, über welche der menschliche Geist sich nichts höheres denken kann: dann begreifen Sie, daß es eine Pflicht ist, eine solche Arbeit an dem Thalmud endlich zu vollziehen. (S. 490. Die Voraussetzung ist falsch. „Eine unendlich erhabene Religion" kann man aus dem Thalmud nicht gewinnen. Dagegen bietet das Neue Testament eine solche dar.) — Die wahre Wissenschaft des Judentums ist noch nicht da, bis wir wissen, was Judentum ist. Und wir wissen es nicht. (Ebd.) — Besonders ist hier (auf der oberen Stufe der höheren Schulen beim jüdischen Religionsunterricht) eine eingehende Behandlung des Neuen Testaments, eine Prüfung auf feinen prophetischen Gehalt hin vorzunehmen. (S. 498.) — Das Judentum ist ein „Gummibegriff", d. h. dehnbar, und jeder Jude trägt seinen Schulchan aruch bei sich, wie der französische Soldat seinen Marschallstab. (S. 538.) — Jedem Barmizwa - Knaben, jeder Konfirmandin, jeden: Brautpaar müßte beim verlassen der Synagoge eine Bibel mitgegeben werden. (S. 518.) — Das Christentum ist die Frucht des Diasporajudentums. (S. 559. Eine von den zahlreichen falschen Behauptungen des be!r. Artikels.) — Selbst eine religiöse Erziehung muß der Frauenwelt bei uns, besonders aber in Osteuropa, erst verschafft werden. Es spukt noch der alte orientalische Geist herum, der die Frauen am liebsten hinter Haremsgittern halten möchte. (S. 584.) — Ls wird uns kaum etwas anderes übrig bleiben, als jüdische Jünglings- und Mädchenheime zu gründen, um der zunehmenden Verflachung entgegenzuarbeiten. (S. 585.) — Sind wir erst kulturell erstarkt, dann werden wir vielleicht daran schreiten können, die Sache der Menschheit zu verfechten, wie uns die Propheten verheißen haben. (S. 586. Nein, eine heilbringende Tätigkeit für die Menschheit könnt ihr nur dann ausnben, wenn der größte Heilbringer, der Messias Jesus, euch in den Besitz des heiles gesetzt hat.) Micheröericht. TÜ6 Society’s House, 16, Line. Inn Fields, London, W. C.: Tlie 97 tli Report of tiie L. 8. 112 -p 148 p. 2. S. — Zions Freund, Hamburg: 1) A. Frank, Die Anziehungskraft Christi. 20 S. 1.5 Pf. 2) Dr. Roßvallys Bekehrungsgeschichte. 20 S. $ Pf. 3) Erzählungen. 24 S. $ Pf. ~— E. Rautenberg, Königsberg i. Pr.: K. Kunert, Jom Kippur, der große versöhnungstag der Juden. $ S. -- Buchdr. d. R., Diesdorf bei Gäbersdorf (Schlesien): 1) w. Becker, Anmerkungen zu ausgewählten Stellen des Alten Testaments. Zweites Heft. 48 S. 60 Pf. 2) Derselbe, Zweisam. Gedichte für Menschen- und Tierfreunde. 48 S. 10 (m. P. $) Pf.' 3) Derselbe, Die große Freude. Geistliche Gedichte. 32 S. $ (m. p. $) Pf. Todesfälle 1905. Miss. F. w. Blum, Alexandria, 6.1. — Dr. N. I. Mossa, Stuttgart, 8. III. — P. I. Flecker, London, 26. IV. — P. L. Rosenberg, Adrianopel, 6. V. — Hr. I. windolff, Berlin, 14. V. — P. R. H. Gurland, Odessa, 4. VI. — W. A. Seaton, London, 29. VIII. — P. I. Soutter, Liberias, \5. XII. verantwortlicher Herausgeber: Prediger w. Becker, Wien III/i, Hainburgerstr. 21. — Jahrespreis: 60 Pf. oder 72 H. ö. w. Verlag und Druck: I. windolff, Berlin SW. 68, Lharlottenstr. 88.