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Dibre Emeth · 1906-01-01 · 2 (1906) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
62 (1906)
Issue
2 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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13 Vom Tode juitt Leben. Einer Frau, die sich vor dem Tode fürchtete, schrieb Voltaire: „Wenn ich alles genau betrachte, glaube ich, daß man nie au den Tod denken soll. Dieser Gedanke ist zu nichts gut, als das Leben zu vergiften. Der Tod ist durchaus nichts. Die Leute, die ihn feierlich verkündigen, sind Feinde des Menschengeschlechts. Man muß sie sich stets vom Leibe halten. Der Tod gleicht dem Schlafe wie ein Wassertropfen den: andern. Nur die Vorstellung, daß mau nicht wieder erwachen wird, verursacht Pein." Als aber Voltaire selbst im Sterben lag, wagte er es nicht mehr, dem Tode Hohn zu sprechen. Er klammerte sich so sehr ans Leben, daß er seinem Arzt (00 Franken für jede weitere Minute zahlen wollte. Den einen, der ihm wirklich Leben geben konnte, verschmähte er. Da handelte der Priester der weitberühmten Gottheit Togbamiyi in Ve (Westafrika) klüger, als er bei dem plötzlichen Tode seines Sohnes erkannt hatte, daß diese Gottheit nicht vor dem Tode schützte. Er wollte die Leute, die zu ihm kamen, um das Leben zu kaufen, d. h. um Zaubermittel und Arzeneien zu holen, nicht länger betrügen. „Jetzt merke ich, daß ich kein Leben habe," sagte er. „Wie konnte mein Sohn sterben, wenn ich Leben hätte. Darum muß ich sogleich Leben kaufen." Er begab sich deshalb nach Leklebi zu dem dort angestellten christlichen Lehrer und sagte zu ihm: „Ich brauche Leben und komme, dich darum zu bitten." Der Lehrer antwortete: „Ich habe auch kein Leben. Aber ich kenne einen Mann, welcher es hat. Er heißt: Jesus Lhristus. Ich will ihn Dir zeigen." Die Folge war, daß sich der Priester mit seinem ganzen Hause bekehrte. Er verbrannte hierauf seine Götzensachen und sogar das Götzenhaus. Die Heiden sagten: „Er kann nicht am Leben bleiben. Der Gott wird ihn bald töten." Aber während einige, die so sprachen, starben, ist er selber noch am Leben. Er heißt: Georg Ndo. Ebenso klug verfuhr eine alte Negerin in Keta. „Euer Gott kann vom Tode erretten, so daß der Tod kein Tod, die Krankheit kein Leiden, der Schinerz kein Schnierz mehr ist." So sprach eines Tages die alte Frau, die sich früher jahrelang der predigt von Thristo widersetzt hatte, zu einem Missionar. Auf die Frage: „Woher weißt Du das?" antwortete sie: „Ich habe es in der Krankheit meiner Tochter gesehen. Nichts war ihr von dem übrig geblieben, was wir zum Leben nötig haben. Sie konnte nicht essen, nicht trinken, nicht liegen, nicht sitzen. Sie hatte immer Schmerzen. Aber sie klagte nie. Sie war immer geduldig. Ich hörte nur diese Worte aus ihrem Munde: „Ich freue mich, Saß ich zu Jesu gehe. Herr, hole mich bald!" Dieser Jesus war ihr bester Freund.. Zu ihm will auch ich gehen." Die Alte bat um die heilige Taufe und besiegelte hiermit die Sinnesänderung, die sie erlebt hatte. Die Macht der Bibel. Der berühmte Reisende Henry Stanley sprach einmal mit König Mtesa in Uganda über religiöse Dinge. Als er hierbei der Engel gedachte, wurde die Wißbegierde des Königs und seiner Häuptlinge aufs höchste erregt. Auf ihre Bitte verbreitete er sich über diesen Gegenstand noch weiter. Aber seine Zuhörer begehrten immer mehr zu hören. Da sagte er: „Ich habe ein Buch bei mir, welches euch nicht nur über die Engel Aufschluß gibt, sondern auch über Gott und seinen hochgelobten Sohn, dessen dienstbare Geister sie sind." Nun wünschten sie dies Buch sofort kennen zu lernen. Stanley las ihnen hierauf Hef. (0 und Off. 7, ß- (7 vor. Bei den letzten Versen hatte er, wie er später berichtete, ein starkes Vorgefühl davon, daß Uganda für Ehristum gewonnen werden sollte. Man lauschte atemlos seinen Worten. Mtesa vergaß die Wirkung, welche die Bibel damals auf ihn und feine Häuptlinge ausgeübt hatte, nie wieder. Als Stanley weiterreiste, kam ein Bote des Königs hinter ihm her und rief: „Das Buch! Mtesa wünscht das Buch zu haben." Die Bibel, die dem Boten überreicht wurde, führte eine gewaltige Unrwälzung im Innern Afrikas herbei. Tausende bekennen sich jetzt in Uganda zu Thristo. Furchtbare Verfolgungen konnten von dort das Evangelium nicht wieder vertreiben. Jüdische Bibelfreunde in Neichenhall. Der Bibelbote Hertenstein verbreitete im Sommer $05 in Bad Reichenhall 700 heilige Schriften in Sprachen. Er hatte auch mit zahlreichen jüdischen Aurgästen zu tun. Er schreibt: „In Reichenhall gibt cs unter den Aurgästen sehr viele Juden. Mit vielen habe ich über Gottes Wort gesprochen, wobei ich oft recht erfreuliche Erfahrungen machte. Sehr freundlich war ein jüdischer Aunsthändler aus Wien, der mir bei eintretendem Regenwetter ein Plätzchen in den sogenannten Aolonnaden unentgeltlich zur Verfügung stellte, obwohl er selbst eine hohe Miete bezahlen mußte. Als er von einigen darüber verspottet wurde, daß er neben seiner Auslage auch die Bibel hätte, blieb er ihnen die Antwort nicht schuldig. Ein jüdischer Herr besah meine Bücher und freute sich, daß die Neuen Testamente so billig abgegeben werden. Er kaufte sich ein Luther-Testament und sagte beim Weggehen: „Ich werde Sie, wo ich kann, empfehlen." Ein Rabbiner, der allgemein geachtet wurde, kaufte sich das hebräische Alte Testament, und als ich ihm sagte, daß wir auch das Neue Testament in hebräischer Sprache haben, erwiderte er, das sei ihm bekannt, er besitze die Ausgabe von Delitzsch.^ Ein anderer jüdischer Gelehrter kaufte sich das hebräische Alte Testament und ein Luther-Testament. Als wir uns später begegneten, trug er beide Bücher bei sich. Inden: er sie mir zeigte, sagte er: „Sehen Sie, wie gut sich das Alte und das Nelle Testament nrit-

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