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Dibre Emeth · 1906-01-01 · 1 (1906) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
62 (1906)
Issue
1 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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lang gefangen gehalten, weil er dem Gebot der! Landesregierung zuwider das Evangelium gepredigt hatte. Beim Rückblick auf feine Gefangenschaft sagte er später: „Es war eine gute Zeit. Ich habe manches gelernt." Mit Freuden nahm er die Nachricht entgegen, daß ihm das predigen jetzt erlaubt sei. „Wenn sie mich nicht ruhig arbeiten lassen wollen", sagte er vorher, „so sollen sie nur lieber gleich einen Strick nehmen und mich aufhängen. Ich kann nicht leben, ohne das Evangelium zu verkündigen." Jer Schküsset pt den ZValurenattfschrifien ging schon früh verloren. James William Thirtle heißtder britische Gelehrte, der ihn jüngst wiederfand. Lr veröffentlichte seine Entdeckung *904 in dein Werk: „The titles of tbe Psalms44. Uns liegt die *905 erschienene zweite Auflage dieses Buches vor, welche bezeugt, daß der glückliche Finder auf hervorragende Orientalisten einen bedeutenden Eindruck gemacht hat. Thirtle geht von Habakuk 5 aus. Dies Kapitel enthält einen selbstständigen Normalpsalm, der eine literarische Überschrift, „aber eine musikalische (liturgische) Unterschrift anfweift. Die Überschrift nennt die Klasse, den Verfasser und die besondere Art des Psalms. Die Unterschrift gibt eine Vorschrift mit Bezug auf den Gesang desselben, hiernach waren auch sonst die israelitischen Psalmen vielfach mit Über- und Unterschrift versehen. In unserm Psalter aber trat bald eine Verschiebung ein, indem die Unterschriften zu den nachfolgenden Psalmen gezogen wurden, welche Verwirrung hierdurch an gerichtet wurde, zeigt z. B. die alte Überschrift über ps. 88, welche diesem Liede zwei Verfasser zuschreibt, während ihr Anfang in Wahrheit den Schluß von ps. 87 bildet. Thirtle hat nun die ursprüngliche Ordnung der Dinge in seiner, dem genannten werke angehängten Ausgabe des Psalters wiederhergestellt. Er liefert aber auch noch andere wichtige Beiträge zur Erklärung der Psalmen aufgrund der richtigen Anordnung. Schoschannim (Lilien) und Gitthith (weinpresse) bezieht er auf das Pesach- und das Laubhüttenfest, Schuschan oder Schoschannim Eduth auf das Pfingstfest. Al Muth-Labben übersetzt er: Auf den Tod des Melden (Goliath), Al Machalath (Mecholoth): Zum Tanz (*. Sam. *8, 6 f.), Al Machalath Leaunoth: Zum Tanz mit Gesang (2. Sam. 6). Ajjeleth Haschschachar (Hindin der Morgenröte) ist nach ihm eine Bezeichnung Davids, auf den sich auch Ionath Elem Rechokim (Taube der entfernten Terebinthen) bezieht. Al Thaschcheth (verdirb nicht) deutet auf ein Büßlied (2. Mose 32, \\ ff.). Alamoth (Jungfrauen), Scheminith (die Achte) und Jeduthun sind Ausdrücke für 3 Lhöre. Nechilolh (Nechaloth) handelt von dem den Stämmen Jakobs geschenkten Erbe. Neginoth deutet auf Streichinstrumente hin. Mikhtham ist ein zunächst für den persönlichen Gebrauch, Maskil ein für den öffentlichen Unterricht verfaßtes Lied. Schiggajon heißt: Lobgesang. Sela weist auf einen neuen Abschnitt hin, gehört also nicht an den Schluß, sondern an den Anfang des betreffenden pfalmteils. Higgajon leitet die Zusammenfassung (die Moral) des vorangegangenen ein. Daß die Frage nach dem Alter der Psalmen fortan teilweise anders zu beantworten ist als bisher, liegt auf der Hand. In Einzelheiten mag mancher Leser anderer Meinung sein als Thirtle: in der Hauptsache aber muß malt ihm zustimmen. Sein Buch, welches von H. Frowde in London verlegt wurde, stellt wirklich eine epochemachende Entdeckung dar. Zum Nachdenken. vielleicht wird der Jünger Moses sich selbst fragen, ob irgendein Fürst aus dein Hause Davids so viel für die Juden getan hat, wie jener Fürst, der auf Golgatha gekreuzigt wurde. Mhne Ihn würden die Juden ziemlich unbekannt oder doch nur a's eine höhere orientalische Kaste, die* ihres Landes verlustig gegangen ist, befcuuit sein. Hat nicht Er ihre Geschichte j zu der berühmtesten in der Welt gemacht? Hat nicht Er ihr! Gesetz jedem Tempel eingegraben? Hat nicht Er ihr erlittenes Unrecht gerächt? Hat nicht Er den Sieg des Titus gerächt und die Cäsaren überwunden? welche Erfolge erwarteten sie von j ihrem Messws? Nun, die wildesten Träume ihrer Rabbiner wurden durch ihn weit übertroffen. Hat nicht Jesus Europa erobert und ihur den Namen des Ehristentums aufgeprägt? Alle Länder, die das Kreuz ablehnen, siechen dahin, während die ganze neue Welt dem semitischen Prinzip und seiner schönsten Blüte, dem jüdischen Glauben, huldigt. Und wenn die Zeit kommt, wo die ungeheuren Scharen, die zahllosen Myriaden Amerikas und Australiens auf Europa blicken wie wir jetzt auf Griechenland und sich wundern, wie ein so geringer Fleck Erde! so Großes Hervorbringen konnte, so werden sie sich doch noch an der Musik der Gesänge von Zion erquicken und Trost finden in den Parabeln von Galiläa. Mögen die Lhristen fortfahren, die Juden zu verfolgen, und mögen die Juden fortfahren, den Lhristen zu mißtrauen: wer von ihnen kann leugnen, daß Jesus von Nazareth, der fleischgewordene Sohn Gottes, des Allerhöchsten, die ewige Herrlichkeit der jüdischen Rasse ist? Lord Beaconsfield (Benjamin Disraeli). 2. Der christliche Glaube ist der unvergleichliche (Quell des Friedens in alter wie neuer Zeit, in Hütten wie in Palästen, in Geistern, die auf den Höhen wandeln, wie in Alltagsmenschen, weil er, indem er den Menschen mit Gott versöhntden innern Zwiespalt heilt, der, ob erkannt oder nicht, in jeder Menschenseele der tiefste Grund alles Unfriedens ist. Prof. Th. Kaftan. 3. Die christliche Religion hat die größten und tiefsten Gedanken in das Leben der Menschheit hineingetragen. An kulturbildender Kraft kommt ihr nichts gleich. Die Humanität, die heute auch bei der nichtchristlichen Kulturwelt so hoch im Kurs steht, ist nicht ein Produkt des klassischen Altertums, sondern der christlichen Religion, wahres sittliches Leben in einzelnen, wie in Gemeinschaften schafft auf die Dauer erwiesenermaßen nur das Christentum. Dieses allein ist auch imstande, der Menschheit wahren Frieden ins Herz zu geben, was aber brauchen wir Menschen im Kampfe des Lebens mehr als den Frieden der Seele? Dr. p: panlsen. Hirre ZrrdianergefchiPLe. Zu Missionar Houng, der 9 Jahre lang unter (en Indianern am winipegsee arbeitete, kam einst eine Anzahl Indianer aus der Gegend der Hudsonbai mit der Bitte um Unterricht in der Bibel. Die Leute, deren Iagdgründe an die Gebiete christlicher Indianer grenzten, berichteten folgendes: „wir besuchten eure Indianer und fanden, . daß sie das große Buch hatten. Sie mußten es uns vorlesen und erklären. Ls gefiel uns so, daß wir im Winter alle lesen lernten, wir haben selber das große Buch bekommen, aber wir verstehen es nicht. Deshalb sind wir Nächte weit hierher gekommen." Mit Erstaunen überzeugte sich der Missionar davon, daß seine Besucher imstande waren, die Bibel zu lesen, obwohl sie bis dahin nie einen Missionar gesehen hatten. In den Besitz einiger Bibeln waren sie durch einen Angestellten derHndsonbaigeftttschaft gebracht worden. Die heilige Schrift hatte sie daun so gefesselt, daß sie v* Nächte lang gereist waren, obwohl tiefer Schnee das Land bedeckte, weil sie nach einer mündlichen, sachkundigen Belehrung über den Inhalt des heiligen Buches verlangen trugen. Mission und Tierschutz. Der ehemalige Leiter der L. I.-M. in Jerusalem, Kanonikus Kelk, schreibt in einem englischen Aufsatz über die dortigen Juden (I. M. I. *905, S. *70): „wenn wir immer imstande gewesen wären, für unsere Getauften Arbeit zu finden, so hätten wir eine judenchristliche Gemeinde gehabt, die in Palästina eine Macht gewesen wäre und durch Einfluß und Beispiel die Gewohnheiten der Juden, wie der übrigen Landesbewohner gebessert hätte. And nicht nur Anstand und Sauberkeit hätten sich gehoben: „auch die Behandlung der Tiere wäre eine andere geworden. Übrigens sind die Juden in dieser Beziehung

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