Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 62 (1906)
- Issue
- 1 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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selbst. Daß er ihm trotz Mat. ^0, 55 völlig verzieh, ersehen wir aus der Begegnung, die später am Galiläischen Meere stattfand. Bei dieser Gelegenheit wurde Simon nicht nur das Hirtenamt mit Bezug auf die Lämmer und Schafe des Erzhirten übertragen, sondern auch der Märtyrertod angekündigt. Nach dem Himmelfahrtstage wirkte Jesus unsichtbar durch seinen Geist. Dieser kam zwar nach Ioh. 20 schon am Ostersonntagabend über die Apostel. Er beeinflußte ihr persönliches Leben und ihre amtliche Tätigkeit. In letzterer Hinsicht veranlaßte er Simon zur Wahl eines Nachfolgers von Judas Ischarioth. Aber in reicherem Maße wurde der Geist Thristi zu Pfingsten den Aposteln zu teil. Derselbe erneuerte und befestigte in Simon die Gaben Jesu: die Erkenntnisse, aber auch die wunderkräfte, die Jesus ihm verliehen hatte. Er leitete ihn dazu an, nicht nur als Apostel der Beschneidung, sondern auch als Apostel der Vorhaut zu wirken, dem Missionsbefehl seines Meisters, der alle Völker betraf, zu gehorchen. — So wurde Simon unter dem gemeinsamen Wirken des dreieinigen Gottes der Apostel des Messias. Der Vater zog ihn zum Sohne. Der Sohn verherrlichte vor ihm den Vater. Der Geist heiligte ihn, indem er den Sohn verklärte. Aber auch jeder christliche Prediger der Gegenwart weiß, falls er von der rechten Art ist, daß der dreieinige Gott ihn zu dem gemacht hat, was er ist. Er führte ihn von einer Alarheit zur andern. Er enthüllte ihm die sündige Menschennatur, aber auch die durch Lhristum vermittelte Gottesgnade. Er gab ihm seinen Beruf und erzog ihn mit bewundernswerter Weisheit für denselben. Er hatte einen plan mit ihm und vollführte diesen plan. (Schluß folgt.) Jm 97. Jahresbericht der £ J.-Äl. findet man aufs neue die Tatsache bezeugt, daß das Judentum manche Juden nicht mehr befriedigt. In Dublin klagte ein solcher, trotz vieler Gebete und Zeremonien komme Israel seinem Gott nicht nahe, wie sehr der religiöse Glaube teilweise mit Aber- Skauben durchsetzt ist, zeigt der Bericht des ersten Missionsarztes in Jerusalem: „Selbst im 20. Jahrhundert wird hier unter den Juden eine Art Teufelsdienst ausgeübt. Ich kenne den leiblichen und seelischen Schaden, welchen derselbe den Opfern dieses schrecklichen Aberglaubens zugefügt hat." Da tut die christliche Mission besonders not. Und sie arbeitet gottlob nicht vergeblich. Zahlreich sind die Israeliten, welche durch sie zum Forscken nach der Wahrheit bewogen werden. Zu ihnen gehörte jener Mann in Dublin, welcher durch die Bibel zur Alarheit über die Person des Heilandes zu gelangen suchte. Er sagte: „Ich würde sofort mein halbes Leben hingeben, wenn ich davon überzeugt werden könnte, daß Jesus wirklich der Messias ist. Seine Lehre ist herrlich." Redliche Forscher waren auch zwei Juden aus Warschau, welche einst in die Missionshalle in Rotterdam kamen, sich dort umsahen und dann ausriefen: „Ja, dies ist esl" Sie erzählten hierauf dem Missionar folgendes: „Vor zwei Jahren empfing hier ein Freund von uns auf der Reise nach Nord-Amerika ein Neues Testament. Die Vergleichung dieses Buches mit dem Alten Testament und die mündliche Belehrung, die ihm hier zuteil wurde, führten ihn dem Ehristentum zu. In Amerika, wo er auf seine Bitte weiteren Unterricht erhalten hatte, wurde er getauft. Nun schrieb er an uns, um uns zu melden, welche Änderung in seinem Leben eingetreten sei. Aber er bat uns zugleich, wir möchten mit Gebet in der heiligen Schrift nachforschen, wie er dies selber getan habe. Zu diesem Zweck sandte er uns sein eigenes Neues Testament, wir sind dem Rat unseres Freundes gefolgt und befinden uns jetzt auf dem Wege nach Amerika, um ihn zu besuchen und seinen Glauben anzunehmen." Die beiden zeigten dem Missionar das Neue Testament und den Brief ihres Freundes, der sie veranlaßt hatte, es zu studieren. Ein Forscher war auch der Vorsteher einer jüdischen Gemeinde in Rumänien, von welchem ein dortiger Aolporteur berichtet. Der letztere hatte einem jüdischen Aausmann vergeblich einen Traktat angeboten. „Ein guter Jude," sagte dieser, „darf ein solches Buch nicht anrühren, geschweige denn lesen." Da ging der Vorsteher an den beiden Männern vorbei. Er ermahnte seinen Glaubensgenossen: „Raufen Sie das Buch l Es wird Ihnen nicht schaden, wenn Sie es lesen. Ich selbst habe es so gemacht." Jener erwiderte: „Ich will es nicht kaufen, denn es behauptet, der Messias sei schon gekommen." Der Vorsteher aber sagte: „woher wissen Sie, daß der Messias noch nicht gekommen ist? Beweisen Sie dies aus der Bibel! Die Thristen beweisen aus ihr, daß er gekommen ist." Als der Aolporteur der Einladung dieses Herrn folgte und ihn besuchte, kaufte der Jude ein Neues Testament. Dann führte ihn dieser in seinen Laden, wo er etwa \5 Israeliten beschäftigte, und empfahl den Angestellten, die Schriften des Thristen zu kaufen, was auch geschah. Eine suchende Seele war ferner der Aranke, der sich von einem andern rumänischen Aolporteur verschiedene Traktate und ein Neues Testament erwarb, um sie mit nach Aarlsbad zu nehmen. Er sagte: „Ich halte Iesum für einen großen Mann. Aber ich möchte wissen, ob er der Sohn Gottes war. In Aarlsbad werde ich Zeit genug haben, die Sache zu untersuchen." Ein junger Mann in Smyrna, der die Missionsgottesdienste sehr häufig besuchte, behauptete im Gespräch mit Missionar Mühlenbruch, er mache es sich zur Aufgabe, täglich mehrere Aapitel des Alten Testaments zu lesen. Der Missionar konnte sich davon überzeugen, daß dies wirklich der Fall war. Als die Bibelfrau in Safed mit einem jüdischen Ehepaare über die irdische und die himmlische