Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 62 (1906)
- Issue
- 1 (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Darum hin zu Christus, den: wahrhaftigen Gottes- und Menschensohne! Mit Ihn: wollen wir das alte Jahr verlassen und in das neue Jahr eintreten, damit es für uns ein Jahr der Gnade, des Segens und des Friedens werde. 5. Sccbafj. Simon Var Jona. Iofephus und der Thalmud sagen nichts über diesen merkwürdigen Mann. Wertlos ist die jüdische Überlieferung, daß er aus dem Tempel in Jerusalem eine Schrift entwendet habe, welche den Gottesnamen enthielt, um mittelst derselben Wunder zu verrichten. Ebenso wertlos ist die Angabe, er habe gewisse Teile des jüdischen Gebetbuchs verfaßt. Die wirklichen Quellen seiner Geschichte fließen im Neuen Testament und in den Schriften einiger Kirchenväter. Die (892 in Ägypten entdeckten, auf Pergament geschriebenen Teile eines Evangeliums und einer Offenbarung des Petrus bilden keine neue Quelle. Eine Prüfung der Bruchstücke zeigt, daß die alte Kirche jene Schriften mit Recht verwarf. k)ören wir von den zuverlässigen Zeugen, wie Simon ein Apostel des Messias geworden, und wie er es gewesen ist! Zu dem Sohne des Jona, der mit seinem Bruder Andreas in Bethsaida (Khan Minijeh) heranwuchs, redete Gott schon durch die gewöhnliche israelitische Erziehung. Der Knabe lernte die letztere zuerst im Vaterhause kennen. Dann wurde er der Schule übergeben gemäß der ums Jahr 200 v. Ehr. von dem Hohenpriester Iosua Ben Gamla verfaßten, von den Schriftgelehrten erweiterten Schulordnung. Er wurde aber auch schon früh in die Synagoge eingeführt, wo die heilige Schrift gelesen, übersetzt und erklärt wurde. Dazu kamen bald als starke religiöse Anregungen die drei regelmäßigen Tempelbesuche des Jahres. Gott redete ferner zu Simon durch dessen Beruf. Der Sohn des Jona widmete sich wie sein Vater dem Fischergewerbe. Wie der Landmann, hängt der Fischer in besonderem Maße von Gottes Güte ab. Wenn der Jüngling in nächtlicher Stille seinem Handwerk oblag, mußte er diese Abhängigkeit lebhaft empfinden. Wenn er dabei zu den Sternen aufschaute, gedachte er wohl auch des von Bileam verheißenen Iakobssternes. Noch krästiger aber redete Gott zu Simons Kerzen durch Johannes den Täufer, der i. I. 26 unserer Zeitrechnung als ein Prophet des höchsten ausgetreten war. Durch diesen Mann wurde der galiläische Fischer zur Sündenerkenntnis und zum Sündenbekenntnis, zu heiliger Scheu vor Gottes Gericht, aber auch zu demütiger Annahme des in Jesu erschienenen Messias angeleitet. Er solgte dein an ihn ergangenen Rufe. Fortan arbeitete Jesus an seiner Seele. Er tat dies zunächst als der Gottessohn, der sich selbst erniedrigt hatte. Der große Lehrer nahm Simon in seine Schule auf. In der untersten Klasse befand sich dieser, nachdem er am Jordan durch seinen Bruder- Andreas zu Jesu geführt worden war. Jesus kündigte ihm schon jetzt an, daß er den Namen Kepha oder Petrus (Fels) führen solle. Mit Jesus wohnte er bald darauf der Hochzeit zu Kana bei, die ihm einen tiefen Einblick in die Herrlichkeit des Nazareners verschaffte. Von der Unterklasse kam Simon in die Mittelklasse, als Jesus ihm am See von Genezareth förmlich den Beruf eines Menschenfischers übertrug, wie vorzeiten Mose, Iesaia, Ieremia und andere förmlich berufen wurden. Jetzt war der Jünger ein Apostel. In allen Apostelverzeichnissen erscheint er als der erste. Infolge seiner Berufung siedelte er mit seiner Gattin und seiner Schwiegermutter nach Kapernaum, wohin sich Jesus bereits von Nazareth aus begeben hatte, über, ^ier wurde er Augen- und Ohrenzeuge vieler Wunder seines Meisters. Dasselbe war an andern Orten der Fall. Vor allem durfte er beständig die weisheitsvollen Reden Jesu hören: die erhabensten Glaubens¬ und Sittenlehren. Die Reden Jesu enthüllten dem Apostel auch das Geheimnis des Todes Jesu. Schon bei der ersten Tempelreinigung L I. 27 hatte der Messias von seinem Tode gesprochen. Später geschah dies in Kapernaum und in Läsarea Philippi, wobei den Zuhörern die Weissagungen Iesaias von dem duldenden Gottesknechte und Johannes des Täufers von dem die Sünden tragenden Gotteslamme ins Gedächtnis gerufen wurden. Auch auf dem Berge der Verklärung hörten die drei Vertrauten des Messias, Simon Petrus, Johannes und Iakobus, eine Belehrung über sein Ende. Von der Art dieses Endes sprach der Meister mit allen zwölf Aposteln, als er mit ihnen die letzte Reife nach Jerusalem antrat. Von seinem Tode weissagte er in dieser Stadt vor aller Ohren, indem er das Gleichnis von der Ermordung des Sohnes eines Weinbergsbesttzers erzählte. Einzelne Worte Jesu gingen Simon besonders an, zum Beispiel die Strafrede: „O du Kleingläubiger, warum zweifelst du?" oder die Lobrede: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen." Auch die Weisung Mat. (7,27 zeigt beide in inniger Verbindung. In die Oberklasse der Schule Jesu trat Simon beim Beginn der Woche ein, die den Sohn Gottes als den großen Hohenpriester der Menschheit offenbarte. Jetzt erzog ihn der Meister nicht nur durch Worte, sondern durch Leiden. Er erteilte ihm einen gewaltigen Anschauungsunterricht über den Spruch vom Finden und Verlieren des Lebens Mat. (0,39. Aber Jesus arbeitete an Simon in dieser großen Woche auch als Fürsprecher und Bußprediger: Luk. 22,32 und 6(. Am Ostersonntag begann eine neue Art seines Wirkens. Er arbeitete von nun an als der Gottessohn, der vom Vater erhöht worden war, an Simons Seele. Schon in der Frühe des Auferstehungstages ließ er ihm durch einen Engel eine Botschaft zugehen. 7hn Nachmittag erschien er ihm