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Dibre Emeth · 1906-01-01 · 1 (1906) · page 1

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Journal
Dibre Emeth
Volume
62 (1906)
Issue
1 (1906)
Date
1906-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Oibrc 6mctb Cin VierteljabrsMatt für Israeliten und Freunde Israels. 1906. 62. Jahrgang. Wo. 1. InHcrtt: Rückblicke und Ausblicke. — Simon Bar Jona. — Im 97. Jahresbericht der L. I.-M. — Die heil. Schrift ein Wunderwerk des heil. Geistes. — Zn Mat. 5, 4. — Zu Joh. — Zn Apg. q., 20. — Der Schlüssel zu den Psalmenaufschriften. — Zum Nachdenken. — Eine Indianergeschichte. Mission und Tierschutz. — Jüdische Chronik. — Zur Statistik. — Bitte. Rückblicke und Ausblicke. Beim Rückblick auf das vergangene Jahr werden wir zunächst uns gedrungen fühlen, Galt für alle Wohltaten, die Er uns in demselben erwiesen hat, für alle Leine freundlichen Führungen und die glücklichen Stunden, die Er uns geschenkt hat, zu danken. Aber auch für die Trübsale, die schmerzlichen Ereignisse, die Gott etwa in seiner Weisheit über uns hat kommen lassen, können und sollen wir Ihm danken. Denn die Trübsale, die Gott uns sandte, sollten doch dazu dienen, von allem widergöttlichen Wesen uns immer mehr zu reinigen und das Gold des Glaubens immer schöner und reiner bei uns darzustellen. Durch die Geduld und stille Ergebung in den göttlichen Willen, mit welcher der Fromme die Leiden dieser Zeit erträgt, soll er ein sittliches Vorbild für seine Umgebung sein und der Welt es zeigen, daß er, und wenn er auch der Ärmste und Geringste wäre, doch in seinem Glauben und in seiner Hoffnung einen Schatz besitzt, gegen den alle Schätze dieser Welt nur wie Staub und Asche zu achten sind.^- Allein^ bei ernster Selbstprüfung fühlen wir es gewiß alle, daß wir in dem alten Jahre Gottes Willen nicht so erfüllt haben, wie wir es hätten tun sollen. So müssen wir denn beim Jahreswechsel ganz besonders mit der ernstlichen Bitte um Vergebung zu Gott nahen. Eine solche Bitte ist gewiß eine Gott wohlgefällige und erhörliche. Sorgst würde uns unser Heiland nicht angewiesen haben, zu beten: „Vergib uns unsere Schulden!" Wöge aber doch der Nachsatz dieser Bitte im Gebet des Herrn: „wie wir vergeben unseren Schuldigern" nicht übersehen werden, und möge man sich da, wo Zank und Streit entstanden ist, die Hand zur ^VersöhmMg reichen und in^A'i^dön mit einander in das neue Jahr eintreten! " Endlich müssen wir uns im rechten Glauben zusammenschließen. Hierzu gehört der Glaube an Gott, aber auch der Glaube an den Heiland, den uns Gott gesandt hat. Wohl dem Menschen, der im Leben und im Sterben mit aller Araft auf den Herrn Iesum Christum sich verläßt! Er denkt allezeit an die ernsten Mahnungen des Heilandes zum Wachen und Beten. Erschütternde Ereignisse zeigen es immer wieder, wie so rasch und unerwartet ein Mensch aus dieser Zeit in die Ewigkeit abgerufen werden kann- Wer steht denn dafür, daß nicht auch mancher Leser dieser Zeilen gar bald von hier weggenommen wird und vor seinem Richter erscheinen muß? Möchten darum alle bedenken, was zu ihrem Frieden dient! Möchten alle Eltern, Vormünder und Herren dessen wohl eingedenk sein, daß sie auch für die unsterblichen Seelen der ihnen anvertrauten Rinder oder Lehrlinge oder Dienstboten eine große Verantwortung tragen! Möchte jeder Christ es sich angelegen sein lassen, seine Mitmenschen zum Guten, d. h. vor allem zürn Gehorsam gegen Gott und den Heiland, anzuhalten! Nahen wir uns aber beirn Jahreswechsel mit herzlichem Dank, mit aufrichtiger Buße und mit wahrhaftigem Glauben unserm Gott, dann können wir fröhlich und wohlgenrut in das neue Jahr eintreten. Wir fürchten uns vor keinem, das es bringen wird. Denn an der Pforte des neuen Jahres steht ja der teure Jesus - Name geschrieben. In diesern Namen ist das Heil für alle Zeit und für die Ewigkeit enthalten. Wer den Herrn Christus im Glauben ergreift, den verläßt Er nicht, den läßt Elin keiner Not versinken. Wie Er einst auf dem galiläischen Meere den: sinkenden Petrus die Hand reichte und .ihn vor dem Verderben bewahrte, so Lut Er es noch immer, wenn der Wellen Macht das Lebensschifflein seiner Gläubigen zu verschlingen droht.

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