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Dibre Emeth · 1905-01-01 · 4 (1905) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
61 (1905)
Issue
4 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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31 3u Jesaia 60, 3. Hast du schon einmal im Hochgebirge die Lonne aufgehen sehen? Wie herrlich ist doch dieser Anblick! Zuerst grüßt die Aönigin des Tages die Spitzen der Berge. Dann dringen ihre Strahlen auch in die Täler hinein. Endlich herrscht sie überall im weiten Umkreise. Einen Sonnenaufgang anderer Art schildert das obige Wort des großen israelitischen Propheten. Hier ist die Sonne der Geister, der Heiland Jesus Lhristus, gemeint. Zunächst sollte diese Sonne dem Volke leuchten, welches von Jakob, den: Sohne Isaaks, dem Enkel Abrahams, abstammte. Dann aber sollte sie auch bei den übrigen Völkern der Erde die Nacht des Irrtums und der Sünde überwinden und das Licht der Wahrheit und der Gerechtigkeit verbreiten. Diese Weissagung hat sich seit der. Geburt des Erlösers schon vielfach erfüllt. Die Weisen, die aus dem Morgenlande nach Bethlehem zogen, um den neugeborenen Aönig der. Juden anzubeten, eröffneten die lange Reihe der schwarzen, weißen, braunen, gelben und roten Menschenkinder, welche Jesu, dem Sohne des wahren Gottes, huldigten. Ganze Völker, Könige und Untertanen, beugten vor dem größten göttlichen Gesandten ihre Aniee. Aber noch immer ist die Sonne des Heils nicht allen Völkern aufgegangen. Mehr als 800 Millionen Menschen sind heutzutage noch Heiden. Daneben gibt es fast 200 Millionen Muhammedaner und ^0 Millionen Israeliten. Die völlige Erfüllung unserer Verheißung steht also noch bevor. Daß diese letzte und großartigste, die ganze Welt umfassende Erfüllung stattfinden wird, bezeugen auch noch andere Worte der heil. Schrift. Bisher hat sich das Reich des Lichtes nicht ohne menschliches Tun ausgebreitet. Das sehen wir z. B. in der schon erwähnten Geschichte von den Weisen (Mat. 2, ^—8). Auch in Zukunft sollen Menschen dazu helfen, daß die Völker und ihre Aönige aus der Nacht zum Licht kommen. Wenn unter den jetzt lebenden 550 Millionen Thristen nur Eine Million die allen auferlegte Missionspflicht treulich ausüben wollte, wie bald wäre dann das große Ziel erreicht! Helfet doch wenigstens mit eurer Fürbitte und eurer Beisteuer, ihr Jungen und Alten in der Lhristenheit, wenn ihr nicht Mut und Araft habt, vor den Ungläubigen ein Bekenntnis eures Glaubens abzulegen I Jedem christlichen Leser dieses Blattes sei die heilige Sache der Mission ans Herz und aufs Gewissen gelegt. Ju 8. Tim. 1, 10. Einst begegnete der Tod einem Frommen. „Sei mir gegrüßt, Bote der Unsterblichkeit!" redete der Gerechte ihn an. „Wie?" sprach der Tod, „erschrickst du nicht vor mir, Sohn der Sünde?" „Nein. Wer vor sich selbst nicht erschrecken darf, der darf auch vor dir nicht erschrecken." „Wer bist du denn, Sterblicher, daß du dich vor mir nicht fürchtest?" fragte der Tod. „Ich bin ein Thrist", lächelte dieser ihm zu. plötzlich hauchte der Tod den Thristen an, und da war kein Tod und kein Sterblicher mehr. Ein Grab hatte sich unter ihren Füßen eröffnet, und darin lag etwas. Ich weinte. Doch schnell zogen göttliche Stimmen meine Augen nach den Wolken. Ich sah den Thristen in den Wolken. Er lächelte noch so, wie er dem Tode entgegenlächelte, und faltete die Hände. Glänzende Geister jauchzten ihm entgegen, und der Thrist glänzte wie sie. Jetzt blickte ich wieder nach dem Grabe und erkannte nun, was darin lag: nichts als des Thristen abgetragenes Aleid. (Nach I. K. Lavater.) Zum Wachderrlren. Weissagungen werden gemeiniglich eher erfüllt, als sie verstanden werden. (Luther.) 2. Es soll der Inden Verstockung nicht bis an das Ende der Welt währen, sondern noch die Zeit koinmen, daß sich Gott ihrer erbarme, ihnen seinen Geist und Licht durch wirksame Mittel in mehrerem Maß gebe und sie bekehre, also daß zuletzt das ganze Volk werde bekehret. Eine solche herrliche und also in gewissem Maß allgemeine Bekehrung der Juden hat man in der christlichen Kirche zu allen Zeiten geglaubt, obwohl einige auch solcher Meinung widersprochen haben. Weil aber unser Glaube sich nicht auf Meuschenzeugnis gründen kann, so haben wir Grund genug in der heil. Schrift. (PH. 3*„ Speuer.) 3. Jede tiefere Selbstprüfung muß zu der Überzeugung führen, daß wir selbst unsere schlimmsten Feinde sind. Von Jugend auf gehen wir darauf aus, uns selbst dem ewigen Verderben zu überliefern, und es sind nur die von Gott ohne unser Zutun verliehenen Kräfte, Gelegenheiten, Erweckungen, Warnungen, die uns zurückhalten. Wie ist mir heute der Siun des Gegensatzes: „natürlicher Mensch — Gottes Ebenbild" klar geworden! (w. Roscher.) 4. Indern Lhristus sein Bürt für uns vergießt, werden Gottes Gerechtigkeit und Gnade mit einander eins. Venn Gottes Gerechtigkeit offenbart ihren furchtbaren Ernst gegen die Süude und Gottes Gnade ihr rettendes Erbarmen mit dem Sünder. Gottes Gerechtigkeit und Gnade, mit einander vereint, machen den Menschen frei. Sie versetzen ihn in ein neues Leben, aus dem eitlen Wandel nach väterlicher weise in einen Gott wohlgefälligen Wandel in der Nachfolge des Herrn. (Der Nachbar.) Kleine MlstonszerLrmg. Irl den Dienst des Westdeutschen Vereins für Israel trat P. K. Wagner als Nachfolger von P. Stolle. Die Zahl der Taufen belief sich auf \5. In einem kürzlich erlassenen Aufrufe des Vorstandes heißt es: „Ist Gott barmherzig und grrädig, daß er Sünde vergibt und nicht ewiglich Zorn hält — wollen wir denn fort und fort dem heutigen Israel die Missetat seiner Väter zurechnen und Vorhalten? Hat Jesus am Kreuz gebetet: „Vater, vergib ihnen, denn sie wisferr nicht, was sie tun!" — wollen wir dem gegenüber sagen: „Sie wußten es doch?" Hat Paulus bezeugt: „Gott hat sein Volk ncd?t verstoßen," — wollen wir behaupten: „Er hat es doch getan." Hat derselbe Apostel die gewisse Hoffnung gehabt: „Die Juden, so sie nicht bleiben im Unglauben, werden eingepfropft werden," — wollen wir solches bezweifeln? Dann würden wir als solche erfunden, die wider Gott streiten. Das sei ferne von uns! Laßt uns vielmehr anerkennet!, daß Gott sein altes Volk nur der zeitweiligen Züchtigung anheimgegeben hat! Laßt uns alle Lieblosigkeit gegen die unter uns vorhandenen Juden fahren lassen und uns aufs neue der heiligen Liebespflicht erinnern, ihnen das Evangelium, das wir von ihrem Messias und durch die Vermittelung der Apostel, ihrer Volksgenossen, empfangen haben, zurückzubringen, damit sie mit uns selig werden l" — Die Norwegische Israelsmission

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