Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 61 (1905)
- Issue
- 4 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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- Safed 1× ep/1046078
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32 besitzt tu Galatz eine Schule, die von etwa ^60 jüdische«: Kindern besucht wird. In allen Klassen werden vier Sprachen, Deutsch, Rumänisch, Französisch und hebräisch, gelehrt, wie der Religionsunterricht, so sucht der an jedent Sonnabendnachtnittag stattfindende öffentliche Kittdergottesdienst die das Judentum vont Ehristetttun: trcnucube Mauer der Vorurteile abzutragen. Der Leiter der Mission, P. Iohnso«:, hat auch eilte Abendschule für junge Israeliten, in welcher er in der englischen Sprache und in der Bibel unterrichtet. Außerdem bereitet er eittzelne ihrem verlange«: gemäß auf die Taufe vor. — Die Londoner Iudemnissionsgesellschaft verzeichnet für das Jahr *904 eine Einnahme von 42 532 £, darunter \525 £ für besondere Zwecke, z. 23. den Bau des Missionsspitals tu Safed und die Erweiterung der Missionshalle in Rotteldain. Die Ausgabe betrug 57 £• — Die Britische Gesellschaft hatte eine Iahreseinnahme von m\7, eine Ausgabe voll 6525 £. Ihr Defizit beträgt 7l\ £. — Seit dem Januar dieses Jahres gibt die L. I.-M. eine Iargonzeitschrift, „Kol LI'bbu8.-6i'", heraus. Die Expedition dieses Blattes befindet sich in London, N. E., 9^, Upper CJapton Road. — Lin Zögling des Ierusaleiner Heims für Taufbewerber hörte das Evangelium zuerst in Gaza, seiner Heimat, von eiitem bekehrten Muhammedaner. Als er seinen Elter«: sagte, er wolle dern Messias Israels Nachfolgen, fiel sein Vater in Ghnmacht. Die Mutter schrie: „Meitr Sohn, du bist verloren!" Die Schwester umarmte ihn uiib rief: „Du sollst «licht zu den Ehristen gehen." Aber der Jüngling ließ sich durch «tichts von der Ausführung seines Entschlusses zurückhalten. Lin Empfehlungsschreiben, welches ih«n ein Missionar tu Gaza «nitgab, öffnete ih«n jenes Hein«. Als «na«: ihn in Jerusalem auf die Schwierigkeiten aufnierksain «nachte, die seine Eltern ih«n bereiten könnten, antwortete er: „Was sind «««eine Leiden im vergleich mit denjenigen, die mein Heiland für mich erduldet hat?" — In Abessinien herrscht immer noch die größte Unsicherheit. Die Angestellte«: der L. I.-M. wäre«: deshalb vier Mo««ate lang gezwu««gen, die Rächte außerhalb ihrer Wohnungen, in: Freien, zuzubringen. Sie fuhren aber fort, zu predige«:, Schriften zu verbreite«: und Schule zu halte«:. Sie konnten im letzten Jahre fünf Falafcha zur Taufe verhelfen. Miss. Argawi folgte einer Einladung des Prinzen Geffesa, eines Verwandte«: der abefsinifchen Königin, und predigte ihin und feiner Umgebung drei Woche«: lang das Evangeliu«:«. Der Prinz bot ihin ei«: ei«:trägliches Aufsichtsaint in Sennen, einer großen Provinz des Königreichs Tigre, an, aber Argawi erklärte, er werde ein Falaschamissionar bleibe«:. Der jüdische Hohepriester Aba Maru, aber auch die christliche«: Gelehrte«: und Priester bekäntpfen die Mission. Andererseits korn«««en «nanche Falascha, sogar ans weiter Ferile, zu den Missionare«:, um den weg zu«n Hirnrnel kennen zu lernen. Auch «nanche Getaufte dürste«: nach den: Wasser des Lebens und sind da«:kbar, we«:«: man mit ihnen Gottes Wort liest und betet. A. Karnack im jüdischen Schrifttum. Der Berli«:er Professor, der besonders wegen seiner Schrift über das wese«: des Christentums von vielen bibelgläubigen Ehristen als ein Irrlicht bekämpft wird, hat auch auf jüdischer Seite vielfache«: Widerspruch erfahren. Zu de«: Aufsätze«: u«:d Bücher«:, in denen schon früher die jüdische Theologie ihre Stiinine gegen Harnack erhob, si«:d jüngst die beiden erste«: veröfferttlichunge«: der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Iude«:tu«ns hinzugekommen: „Das Wesen des Iudenturns" von vr. L. Bäck und „Das Judentum und das Wese«: des Lhriftentulns" vor: Dr. I. Eschelbacher. Das erftgenannte Buch, welches de«: Eharakter, die Ideeei: (befonbers den Glaube«: an Gott und de«: Glauben an de«: Menschen!), sowie die Erhaltung des Indentnlns behandelt, soll positiv, das zweite, welches die das Indentuin von: Christentum unterscheidenden Merkinale festzustellen sucht, soll negativ ab-.vehre«:. Zur Kennzeich«:u«:g Bäcks dient z. B., daß ««ach ihin die jüdtzche Religio«« vor allen: eine prophetische Schöpfu«:g ist, daß tn feinen Augen die Geschichte den« Judentum die Apologie ge« schrieben hat, und daß er Israels Heil und Zukunft in Selbstlosigkeit, Hingebung, Gpferwilligkeit und religiösen: Idealisntus erblickt. Eschelbacher freut sich darüber, daß Harnack aus den: Christentum das ausscheidet, was Israel von jeher verlvarf, und nimmt sodan«: die angeblichen drei Hauptgedanken des Lhristentums für das Indentuin in Anspruch. Das wahre Judentum ist das wahre Lhristentum (Mat. 5, J7). Um das letztere kenne«: zu lernen, «nutz «na«: nicht Harnack, sondern solche christliche Theologen studieren, welche das Neue Teftatnent zu seinen: Rechte konunen lasse«:. Schatjapin als Aürfprecher Israels. In diese«:: Sommer we'lte der berühntte russische Sänger Schaljapi«: in Charkow. Er trat hier i«: einen: Konzert auf, welches ausschließlich für Arbeiter bestinunt war. Der Theatersaal, in welchen: dasselbe stattfand, war überfüllt. Der Sänger etnpfing von seine«: Zuhörern lebhafte Aeußernngen der Bewnnderung seiner Kunst. Erhalte es verstanden, diese rauhe«: Männer, die einen große«: Teil ihres Lebens i«: Fabriken zubringen, in die Welt des Schönen einzuführen. Aber er suchte sie nun auch für die Welt des Guten zu gewinnen. Als die Beifallsstürine vorüber waren, richtete er an die Arbeiter folgende Worte: „Ich hörte, Brüder, daß ihr euch vorgenoinmeir habt, de«: Jude«: wehezutun. Tut das nicht! Ls darf dies nicht geschehe::. Die Juden si«:d ebensolche Mensche«: wie wir. Sie arbeite«: ebenfalls und «nühe«: sich ab. Brüder, gedenket, daß der Erlöser alle Menschen gleich sehr liebte, u«:d daß er uns befahl, jeden Nächsten zu lieben!" Möge«: die arme«: russische«: Jude«:, dere«: Masse u«n der Sü«:den einzelner willen gehaßt und verfolgt wird, «nanche«: wohln«eii:ei:de«: Fürsprecher finden! Aus der jüdischen Presse. Die wissenschaftliche Bibelforschung und die religionsgeschichtliche Untersuchung, die von Rechts wegen unsere Domäne sei«: «nüßte, haben wir Juden leider fast ausschließlich den evangelische«: Theologen überlassen. (A. Z. d. I. *905, S. 90.) — Eohens Ethik bedeutet ein literarisches Ereignis. (S. 250. Unseres Erachtens muß viel«nehr der Freund der Bibel wünschen, der Marburger Geheimrat «nöchte sein Buch geheintgehalten und nicht veröffentlicht haben. Diese vo«: Kellertnan«: skizzierte Ethik verrät einen völligen Abfall von: Alte«: Teftatnent. Sie kann nur Schaden stiften.) — Das Indentuin ist ei«: lebe«:diger Protest gege«: die Tochterreligiotte«: und für die herrsche«:de«: Glaubenssysteme ein warnendes Menetekel kommenden Zusammenbruchs. (S. 260. Die christliche Religio«: wird durch Mat. \6, *8b vor den: Zusammenbruch geschützt.) — wir si«:d vielleicht nicht in den: Sinne eng national wie unsere andersgläubigen Mitbürger, wir können es auch garnicht sei«:, wir sind nicht etwa nicht natio«:al, aber wir sind mehr, wir haben mehr Verpflichtungen. (Lbd.) — Der Jude hat stets die Unbill, die ihm von feindlicher Seite zugefügt wurde, vergesse«:. (S. 262. Wie passe«: hierzu gewisse Abschnitte des Psalters und des jüdischen Gebetbuchs?) — Du, Israel, hast für Gott ei«: Herz gehabt, dar::««: hat auch Gott für dich ei«: Herz gehabt und dich seiner fortgehenden Gffenbarung gewürdigt. (S. 268. Gege«: 5. Mose j, 26ff.; 52ff.; 8, 5. \8—20; 9, qff. u. a. St.) — Aus angeborener jüdischer Ängstlichkeit ... (S. 293. vgl. 3. Mose 26, 36.) — Die Juden bilden in« Grient kein Kulturelement Eine Ausnahtne «nacht Konstantinopel. Die ebenso wohlgetneinte«: wie kostspielige«: Schnleinrichtunge«: si«:d nahezu wertlos. (S. 295.) Herausgeber: Prediger w. Becker, wie«: III/tz Hainburgerstr. 2tz — Schriftleitung ::«:d Verlag: I. windolff, Berlin SW. \z, Eharlottenstr. 88. — Iahrespreis: 60 Pf. oder 72 H. ö. w. Druck von I. tvindolff, in Berlin SW.\2, Lharlotte«:str. 88.