Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 61 (1905)
- Issue
- 4 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2554541-2555146-2555150--10342-2566587- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
28 Zuschrift, in welcher folgende Lätze Vorkommen: „Unsere Landsleute erkennen vielleicht die Dankesschuld, die wir gegen Sie haben, nicht genug. Nichtsdestoweniger bleibt die Tatsache bestehen, daß Sie es sind, die den U)eg zu Indiens Wiedergeburt eröffnet haben. Sie versuchen das Herz Indiens zu gewinnen, indem sie ihm das Evangelium der Liebe und des Gottesfriedens einflößen. Die Bibel, welche Sie dem Lande gebracht haben, ist ein Schatz von unendlichem Werte, und der süße, heilige Name Ihres geliebten Meisters, der bereits die Welt erneuert hat, ist uns eine Wohltat, deren wahren Wert wir jetzt noch nicht verstehen können. Daran ist kein Zweifel/ daß unser Land ohne Christus nicht leben kann. Er ist uns eine Notwendigkeit geworden, eine größere als Speise und Trank. Er hat im Lande Fuß gefaßt, und keine Macht kann Indien aus seinen Händen reißen. Indien gehört Lhristo, und Lhristus gehört Indien: so tief ist er in Indiens Lebensblut eingedrungen." — Ein hochgestellter Hindu schrieb an einen Lhristen: „Ich bin kein Christ, aber in meinem Herzen wage ich die Ansprüche der Bibel nicht zu bestreiten. Ich sehe die Araft Jesu Christi so deutlich im Leben seiner Jünger, daß ich seine Gottheit nicht bestreiten kann. Er muß göttlich sein: sonst könnte er eine solche Umwandlung im Leben derjenigen, die seine Jünger werden, nicht bewirken. Er ist noch nicht mein Heiland: Aaste, Reichtum, Stellung und Familie halten mich noch zurück. Aber niemand darf in meiner Gegenwart etwas gegen ihn sagen. Ich lese die Bibel schon lange im geheimen. Je mehr ich von Christo lese und über sein Leben und seine Lehre nachdenke, besonders über die aus der Annahme seiner Religion fließende Araft, die Sünde zu überwinden, desto mehr fühle ich, daß ich ihn schließlich als meinen Heiland annehmen muß." — In einer bengalischen Zeitschrift schrieb ein brahmanischer Oberpriester über Iesum: „Betrachten wir seine einzigartige Sittenreinheit, seine unvergleichliche Weisheit, seinen fleckenlosen Charakter, seinen sanften und liebevollen Geist, seine Taten der Barmherzigkeit und Liebe, seine mächtigen Wunderwerke, die er in göttlicher Araft verrichtete, so weigert sich das Herz, ihn für einen bloßen Menschen zu halten: es fühlt, daß er göttlich ist. Durch seine wundervollen Werke der Liebe hat er sich einen einzigartigen Platz in den Herzen der Menschen gewonnen. Wenn ihr auf Iesum mit einem heiligen, ernsten Anschauen blickt, so müßt ihr in voller Überzeugung an seine Gottheit glauben. Er hat die Erde zum Himmel gemacht." Ein Muhammedaner über die Chriftnacht. Am Weihnachtsabend des Jahres $0^ erhielt der Iudenmissionar Garland in Ispahan von einem persischen Dichter ein Gedicht von 60 Zeilen, in welchem folgende Worte Vorkommen: „Der Tag ist angebrochen. Die Welt ist wieder jung. Christi Geburt ist wie der dein Regen folgende Sonnenschein. Seine Fußtapfen zeugen von Gnade und bringen den Hinnnel auf die Erde. Sie füllen alle Herzen mit des Hinnnels Frieden und Freude. Warum ist der Winter heiterer als der Frühling? Warum haben die Christen ihren Gesang eingeübt? Warum glänzen und strahlen ihre Gesichter? Woher stammt diese Freude, welche die kalte Luft durchdringt? In England, Rußland und Frankreich läuten die Glocken, und der heitere Tanz fröhlicher Gedanken zertritt in der Brust die Sorgen und Aümmernisse ungläubiger Unruhe. Denn Christus selbst kam vom Hinnnel auf die Erde herab, ein größerer Adam und von größerer Bedeutung als die früheren Propheten. Denn er starb, und doch lebt er noch, um sein Volk mit ewigem Leben zu beschenken." Das Weihnachtsfeft gemahnt uns an die gewaltige und herzerquickende Tatsache, daß Gottes eingeborener Sohn seinen Hinnnelsthron verlassen hat und in Bethlehem in Armut und Niedrigkeit in diese Welt gekommen ist, um uns reich und selig zu machen. Tiefe Todesschatlen lagerten auf den heidnischen Völkern der alten Welt, und auch in dem von Gott auserwählten Volke Israel war (das ersehen wir aus dem Auftreten unseres Heilandes gegen die Pharisäer und Sadduzäer) viel widergöttliches Wesen vorhanden. Bei allem Großen und Schönen, das die heidnischen Völker des Altertums, insbesondere die Griechen und Römer, auf dem Gebiete von Aunst und Wissenschaft geleistet haben, fehlte ihnen doch, was das Leben der Menschen mit rechter Freude erfüllen kann, was das Leben eigentlich erst lebenswert macht: die rechte Gotteskenntnis und die Gemeinschaft mit Gott. Die feste Wahrheit, die im Leben und Sterben standhält, war bei ihnen nicht vorhanden. Darum hatten sie auch keinen rechten Trost und keine freudige Hoffnung auf ein dereinstiges Auferstehen und auf ein ewiges Leben bei Gott. So lagen dunkle Todesschatten auf der heidnischen Welt, und furchtbar waren die Sünden, die aus der Gottentfremdung derselben hervorgingen. Man lese einmal ernsten Sinnes Römer 2^—-52, wo der Apostel Paulus die große Verderbnis der heidnischen Welt beschreibt. Aber nun ist gottlob das helle Licht in Bethlehem aufgegangen, das auch unsere dunkelsten Stunden zu verklären vermag und uns den Weg zum ewigen Leben zeigt. Gottes eingeborener Sohn hat unsere Menschheit an sich genommen und Licht in die Finsternis der Welt gebracht. Wohl dem, der Ihm vertraut, der auf Ihn allein sich verläßt im Leben und Sterben I Der kann nicht zugrunde gehen, sondern er hat in allen Lebenslagen einen allmächtigen Helfer und Tröster zur Seite. In den Tagen seines Erden wallens hat Christus der Herr sich der einzelnen Elenden und Aranken, die glaubend seine Hilfe be-