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Dibre Emeth · 1905-01-01 · 4 (1905) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
61 (1905)
Issue
4 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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27 nicht frei werden. Wenn einer von'euch \000 Rupies schuldig wäre und ein armer Landsmann zu ihm sagte: „Ich will deine schuld bezahlen," würde er da nicht antworten: „Du hast ja selbst keinen Pfennig?" Oder denke dir, du wärest in eine tiefe Grube gefallen und ein Leidensgenosse sagte: „Ich ziehe dich heraus", würdest du nicht erwidern: „Wie kannst du das?" Nun seht, wir alle stehen in einer großen Schuld vor Gott und brauchen einen, der nicht selbst drin steckt und uns herauszieht. Wir alle sind Sünder und brauchen einen fündlosen Heiland. Wo wollen wir ihn finden? Die Götter können uns nicht von der Sünde frei machen, und Muhammed bekennt im Aoran, daß er selbst ein Sünder ist. Wo finden wir einen Sündlosen? Ghristus ist der Heiland, den wir brauchen. Laßt uns von seinem Leben und Tode, seiner Auferstehung und Himmelfahrt reden! — Herr, du behauptest, daß Jesus sündlos ist. Wie konnte er dennoch sterben? — Thristus starb nicht um seiner Sünden willen, sondern weil er als das Lanim Gottes die Sünden der Welt trug. Gr starb für uns. — Wie ist die Sünde in die Welt gekommen? — Gin Wann war sehr krank. Der Arzt kam zu ihm und sagte: „Gs gibt für dich nur Gin Heilmittel. Sonst bist du verloren." Aber der Aranke sprach: „Wie wurde ich krank?" Der Arzt erwiderte: „Laß dich das nicht kümmern! Nimm die Arznei, damit du gesund wirstI" Doch der Aranke erklärte: „Wenn du mir nicht sagst, wie ich krank geworden bin, nehme ich deine Arznei nicht." Wie würdest du einen solchen Aranken nennen? Gerade so macht es hier unser Freund. Gr will wissen, wie die Sünde in die Welt gekommen ist. Die Sünde ist da. Die Frage ist: Wie schaffen wir sie aus der Welt hinaus? Ich bin zu euch gekommen, um euch zu sagen, daß wir einen großen Grlöser von der Sünde haben. - Jeder wird durch seine eigene Religion selig. Viele Wege führen zum Himmel, und der eine ist so gut wie der andere. — In einem Dorfe lag alles krank am Fieber. Gs kamen sechs Ärzte. Jeder hatte eine besondere Arznei. Jeder sagte, daß die andern Ärzte nicht helfen könnten. Die Aranken antworteten: „Wir halten uns an den Arzt, den unsere Väter hatten. Der wird uns sicher gesund machen." Handelten diese Leute weise? — Nein. — Aber sie handelten so wie unser Freund hier. Die verschiedenen Religionen der Grde sind widereinander. Die eine behauptet: „Gs ist nur Gin Gott", die andern: „Gs sind viele Götter." Die eine lehrt, daß wir durch den Glauben, die andere, daß wir durch Werke selig werden. Sie können nicht alle wahr sein. Gs ist Gine Sonne und Gin Mond, aber auch nur Gine wahre Religion. — Wie sollen wir die wahre erkennen? — In ein Dorf kamen zwei Ärzte. Alle, welche die Arznei des einen nahmen, starben. Die, welche die des andern nahmen, wurden gesund. Welcher Arzt war der rechte? — Der, welcher die Leute gesund machte. — So erkennt man die wahre Religion daran, daß sie die Leute selig macht. Ihr Hindus und Muhammedaner seid euren Religionen von der Aindheit an gefolgt. Aber ihr wißt, daß die Sündenlast auf euch noch so schwer liegt wie je. Wenn ihr einen Arzt habt, der euch 20 oder 50 Jahre lang behandelt, ohne daß es mit euch besser wird: sucht ihr dann nicht einen andern? Das Lhristentum hat Millionen gerettet. Trunkenbolde hat es mäßig, Unmenschen keusch gemacht und den Sündern Frieden gegeben — Herr, ich kenne Ghristen, die Trunkenbolde sind und alle nur möglichen Schlechtigkeiten begehen. — Gin guter Arzt gab zwei Aranken Arznei. Sie dankten ihm und versprachen, sie einzunehmen. Aber nur der eine hielt Wort. Der andere schüttete die Medizin weg. War es des Arztes Schuld, daß erstarb? — Nein, feine eigene.— So gibt es viele Ghristen, die nicht von ihren Sünden frei geworden sind, weil sie Ghristi Arznei nicht eingenommen haben. — Warum redest du so viel von Ghristus? Grmahne die Leute, wahrhaftig, keusch und redlich zu sein! Das ist genug. — Wenn ein Arzt zu einem Aranken kommt und ihn nur ernstlich ermahnt: „Werde gesund," hilft das? Oder wenn ich einen Gefangenen ermahne: „Werde frei," wird er dadurch frei? Wir predigen euch Ghristum, weil er nicht bloß zur Gesundheit und Freiheit ermahnt, sondern Gesundheit und Freiheit wirklich gibt. — Ich sehe nicht ein, warum ich Ghristum ehren soll. Ich verehre Gott und bete zu ihm. Das genügt. — Ihr erinnert euch, wie alles in Indien den Prinzen von Wales zu ehren suchte, als er hierher kam. Denket euch nun, ein Mensch hätte dem Prinzen Gesichter geschnitten und auf eure Frage: „Ghrt man so den Sohn der Aönigin?" geantwortet: „Was geht mich der Prinz an? Ich ehre die Aönigin. Das ist genug." Hättet ihr ihm nicht gesagt: „Wenn du den Sohn der Aönigin nicht ehrst, so ehrst du auch die Aönigin selber nicht?" So sandte Gott seinen Sohn in die 11 dt. Freilich erschien derselbe nicht so prächtig wie der Prinz von Wales. Gott sandte ihn, bannt er für uns litte und stürbe. Da willst du nun sagen: „Was kommt es darauf an, ob ich den Sohn liebe oder nicht?" Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt auch den Vater nicht. — Wir brauchen Ghristus nicht. Wenn wir uns im Ganges baden, werden wir von Sünden frei. — Aann denn Wasser, welches den Leib reinigt, die Seele von ihren Sünden reinigen? — Aber es ist doch nicht recht, daß man seine väterliche Religion aufgibt. — Trug dein Vater Schuhe? Fuhr er auf der Gisenbahn? Beförderte er seine Briefe auf der Post? Warum bist du in diesen Stücken nicht bei der väterlichen Sitte geblieben? 2. Heidnische Urteile über das Ghristentum. Die in Aalkutta versammelten englischen Bischöfe erhielten von einer Anzahl vornehmer Hindus eine

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