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Dibre Emeth · 1905-01-01 · 4 (1905) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
61 (1905)
Issue
4 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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26 gefolgt. erschien inmitten der neuen Volksgemeinde Nehemia. Die traurigen Nachrichten über die heilige Stadt, die ihm in Susa zugegangen waren, und die freundliche Urlaubsgewährung seitens seines königlichen Gebieters halten ihn in das Land seiner Vater geführt. Gr bewohnte in Jerusalem die im Norden des Tempels liegende Burg. Elf Jahre lang übte er hier als königlicher Statthalter einen bedeutenden Einfluß aus. Auch von ihn: gilt: er kam, sah und siegte. Nur krönte der Sieg nicht alsbald feine Bemühungen. Er hatte mit mancherlei Gegnern zu kämpfen. Obenan standen die Häuptlinge benachbarter Landschaften: Sanballat, Tobia und Gefem. Aber von ihnen ließen sich auch einzelne Ainder des auserwählten Volkes dazu verführen, Nehemia entgegenzutreten. Trotz alledem nahm dessen Reformationsarbeit einen guten Fortgang. Sie fand ihren Abschluß, als er infolge neuer Mißstände zum zweitenmal nach Jerusalem gekommen war. Unter den Israeliten, welche die List der genannten Häuptlinge zu ihren Werkzeugen machte, als ihre Gewalt gegen Nehemia nichts ausrichten konnte, befanden sich auch Propheten. Einer der letzteren, Schemaja, war zugleich Priester. Und auch Noadja, die Prophetin, gehörte zu den Personen, welche den Reformator zu hindern suchten. Wir wissen nicht, ob sie wie Schemaja gedungen wurde, demselben Furcht einzujagen, oder ob sie sich von den: einmütigen Vorgehen der männlichen Amtsgenosien anstecken ließ. Jedenfalls handelt es sich um eine schwere Verirrung der Prophetin. Nehemia merkte, daß alle diese Prophetenstimmen nicht Gottes Stimme laut werden ließen. Er konnte durch sie von der Ausübung der klar erkannten Pflicht nicht zurückgehalten, zum Verrat an der Sache Gottes und Israels nicht verlockt werden. Mochten andere in ihrem Selbsterhaltungstriebe fliehen: er wollte auf dem ihn: angewiesenen Posten stehen bleiben. Wäre er geflohen, so hätten die Erbauer Jerusalems ihre Arbeit eingestellt, und die Feinde hätten die schon wiederhergestellten Mauern zerstört. Vielleicht ist Noadja später zur Besinnung gekommen und hat sie erkannt, daß Nehemia im Rechte war, als er ihren Rat als einen bösen brandmarkte und nicht befolgte. Ihr verkehrtes Verhallen erinnert einerseits an Aön. 22 und hes. (5, 6 f., andererseits an Mat. \6f 22 und Apg. 2\, % \2 f. (20, 240. Schändlich ist es, vom Guten abwendig zu machen und zuin Bösen anzutreiben. Nicht Noadja, noch weniger die alt- und die neutestamentliche Isebel (Off. 2, 20) oder eine Eva von Buttlar, sondern die Gemahlin des Pilatus (Mat. 27, (7), priscilla (Apg. (8, 26), Lois und Eunike (2. Tim. (,5: 3,(5) sollen Männer und Frauen sich zum Vorbild nehmen. Welcher Segen heutzutage von einer Frau, die für die Wahrheit kämpft, ausgehen kann, zeigt ein Erlebnis eines in London wirkenden Iudenmissionars. Lin Israelit empfing von demselben ein Neues Testa,nent. Als er nach Verlauf eines Jahres von den, Missionar gefragt wurde, welchen Eindruck dies Buch auf ihn ge,nacht habe, sagte er: „Seine Erzählungen sind neue Flicken auf einem alten Aleide. Obwohl sie gut passen, „rächen sie das Loch nur größer." Er meinte also, das Neue Testament zerstöre das Alte. Wieder verging ein Jahr. Da trafen Ehrist und Jude aufs neue zusammen. In der Begleitung des Israeliten befand sich feine in Kairo ansässige Schwester. Bald entspann sich zwischen dem Missionar und der Jüdin ein Gespräch über Egypten, Palästina und die Zukunft Israels. Später hatte der Missionar noch einmal Gelegenheit, mit den beiden Geschwistern zu reden. Als die Jüdin nach Kairo zurückkehrte, nahm sie dorthin ein von ihm geschenktes Neues Testament mit. Nach einiger Zeit schrieb sie an ihren Bruder: „Ich habe das Neue Testament gelesen. Wie ein Blitz die dunkle Wolke durchdringt, so hat die wunderbare und geheimnisvolle Macht des Evangeliums alle meine Zweifel und Vorurteile verscheucht. In den Tiefen meiner Seele herrscht jetzt Ehristus als König und Erlöser." In einem anderen Briefe bat sie ihren Bruder in herzlicher Liebe: „Forsche in der heiligen Schrift nach Jesu Ehristo!" Sie berichtete von körperlicher Schwäche, fügte aber hinzu: „Ich schöpfe täglich Kraft aus einer höheren Quelle." Dem Missionar, der ihr diese Quelle gezeigt hatte, sandte sie einen Gruß und Segenswunsch. Bald darauf traf in London die Nachricht von ihrem Tode ein. Ihr Bruder, den ihr hinscheiden aufs tiefste erschütterte, entsprach der an ihn gerichteten Bitte. Er las aufmerksam und unter Gebet das Neue Testament. Jetzt freut er sich, daß Jesus auch sein Heiland ist und auch ihm zu einer neuen Geburt verholfen hat. Gott schenke vielen jüdischen Männern treue Beraterinnendie sie nicht von der Bahn des Lebens zurückschrecken, sondern auf dieselbe führen und zu dem Gott wohlgefälligen Wandel anhalten! Daß Nehemia. die Prophetin Noadja dem göttlichen Gerichte überantwortet, ist dem Geiste des Alten Testamentes gemäß. Der Ehrist, eines andern Geistes Kind (Luk. 9, 55), wünscht vielmehr, daß solche, die sich an ihm und Gott versündigt haben, ihr Unrecht einsehen, bereuen und abbitten, damit sie Vergebung desselben erlangen können. Indien. (. Eine Straßenpredigt mit Unterbrechungen. Es gibt verschiedene Unterschiede zwischen euch und mir. Aber wir sind auch in vielen Stücken einander gleich. Wir sind ganz ähnlichen Schwachheiten unterworfen. Gesetzt, ein Hindu, ein Muhammedaner und ein Ehrist haben das Fieber: gibt der Arzt diesen dreien verschiedene Arzneien? Nein. Wir alle krankell an dem Übel der Sünde, und es gibt kein Glück für uns, wenn wir von diesem Übel

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