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Dibre Emeth · 1905-01-01 · 3 (1905) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
61 (1905)
Issue
3 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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23 das Gott zum f^etl der Gemeinde sich wolle gefallen lassen. Unser ist die Schuld, welche seine Martern erkennen lassen; sein ist die Gerechtigkeit, in welcher wir vor Gott treten. So hellt sich dieses tiefe Dunkel herrlich auf. (Prof. L. von Vrelli.) 3tt Apg. 22, 3. Au Tarsus in Tilicien wurde der jüdische Mann geboren, welcher die wahre Lichtreligion im röniischen Reiche weithin ausbreiten sollte. Im Hochlande von Lilicien besaß eine falsche Lichtreligion, der Mithradienst, zahlreiche Anhänger. Durch gefangene cilicische Seeräuber wurde diese Religion, die schon in den Veden der Inder und im Avesta der Perser erscheint, und die dem Mithra den siebenten Monat des Jahres weihte, im römischen Reichs bekannt gemacht. Unter den flavischen und den folgenden Aaisern fand sie hier eine starke Verbreitung. Um 200 n. Thr. begann sie auch in die vornehme U)elt einzudringen. Tommodus, Aurelian und Julian verehrten Mithra. Aber bald mußte der Mithradienst, der den Manichäismus vorbereitete, dem Thristentum weichen. Tr hatte vergeblich versucht, das letztere durch Annahme einzelner christlicher Lehren und Bräuche zu überwinden. ZU 1. Tim. 1,15. Vor der Abendmahlsfeier wird in der russischen Airche folgender Satz in altslavifcher Sprache verlesen: „Ich glaube, Herr, und bekenne, daß Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, in die Welt gekommen, Sünder selig zu machen, von welchen ich der vornehmste bin." Die Erinnerung an dies Wort hielt einmal einen jungen Russen, welchen das alttestamentliche Gesetz, besonders 5. Mose 27, zur Erkenntnis seiner Sündhaftigkeit, aber auch zur Verzweiflung gebracht hatte, vom Selbstmord zurück. Im Gefühl der Gegenwart Jesu schämte er sich, daß er beabsichtigt hatte, sich das Leben zu nehmen. Dann sank er auf die Rniee und betete zu dein Sünderheiland. Bald kam es ihm zur Erkenntnis, daß dieser auch für ihn als Fürsprecher bei Gott eintrete. Er bat den HLrrn: „Lehre mich, wie ich inein vom Tode errettetes Leben Deinem Dienste weihen kann!" Nachdem er dann durch einen Mönch auf das Neue Testament hingewiesen und auch mit einem Stundisten bekannt geworden war, führte ihn Gottes Geist noch tiefer in das Verständnis der Schriftwahrheit ein. 3u 1. Joh. 5, 4—10. Die alten Griechen redeten gerne von einer Tochter ihres höchsten Gottes, des Zeus. Sie nannten dieselbe Nike. Mit dem gleichen Worte bezeichneten sie den Sieg. Nike war also ihre Siegesgöttin. In dem obigen Abschnitt lehrt uns der Apostel Johannes die christliche Glaubenstreue als die wahre Siegesmacht betrachten. Schon zu seiner Zeit hatte sie große Dinge vollbracht und weite Gebiete erobert. Noch viel mehr aber hat sie seither bewirkt. Das Reich, in welchem jetzt die christliche Glaubenstreue als die wahre Nike herrscht, hat längst die Eroberungen Alexanders des Großen, Läsars und Napoleons überflügelt. Johannes sagt uns aber auch, worin die Siegeskraft der Glaubenstreue besteht und wurzelt. Der Christ weiß, daß das Evangelium, an welches er glaubt, nicht sowohl auf schwachen menschlichen, als vielmehr auf starken göttlichen Zeugnissen ruht. Besonders kommen drei in Betracht. Das erste legte der Allmächtige ab, als sein eingeborener, geliebter Sohn im Iordanwasser stand und von dem Bußprediger und Täufer Johannes getauft wurde. Das zweite geschah bei und nach dem Tode des Heilandes. Zwar hörte man nicht wieder eine Stimme vom Fimmel, aber Gott redete nicht weniger gewaltig durch die Sonnenfinsternis, das Erdbeben, die geöffneten Gräber und den zerrissenen Tempelvorhang am Aarfreitage und durch die Auferweckung Jesu Christi am Ostertage. Das dritte Zeugnis erfolgte zu Pfingsten. Unter großartigen Naturerscheinungen sandte Gott den Psingstgeist. Ein heiliger Strom, dessen Fluten den in Sünden kranken Menschen Genesung bringen, fließt seither auf Erden. Auch sonst hat Gott von seinem Sohne gezeugt, als der neue Bund gestiftet wurde. Ich erinnere an die Geschichte von der Verklärung Jesu. Ich verweise auch auf die Erzählung von der Begegnung des Erlösers mit griechischen Tempelbesuchern. Wir unterwerfen uns den Aussagen redlicher Menschen. Wie viel mehr sollten wir die Zeugnisse des heiligen Gottes annehmen! Wer wagt noch eine Widerrede, wenn Gott für eine Sache geredet, wenn er sie als feine eigene Sache bezeichnet hat? Seitdem unser Heiland zum Himmel zurückgekehrt ist, übt er dort in Gemeinschaft mit seinem Vater und dem heiligen Geist ein Zeugenamt aus. Die Engel und die Seligen erleben die fortdauernde Bezeugung der Wahrheit durch den dreieinigen Gott. Ach, daß auch wir sie einmal erlebten! Heiliger Gott! Ueberwinde unseren Unglauben durch Deine machtvollen Zeugnisse für den Glauben! Laß es uns immer gewisser werden, daß der Christenglaube von dem festesten Grunde getragen wird! Laß uns aber auch selber Glaubenszeugen werden, welche die Welt überwinden helfen! Zum Nachdenken. wenn es gilt, aus diesem Leben durch den Tod in jenes zu kommen, da gehöret mehr dazu, denn unser Leben und Tun, wie gut es immer sein kann. Denn da bin ich und aller Menschen werk und vermögen viel zu schwach dazu, daß es mir könnte helfen, die Sünde zu tilgen, Gott zu versöhnen, den Tod zu überwinden. Darum ich alsdann einen andern gewissen Grund oder festen und sichern Steg und Brücke haben muß, die mich hinüber tragen. Da ist nun allein Jesus Christus,

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