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Dibre Emeth · 1905-01-01 · 3 (1905) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
61 (1905)
Issue
3 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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20 voll der Sammlung der neutestamentlichen Schriften lange Zeit ausgeschlossen. Aber auch für ihn traten Eusebius und Athanasius ein. Man muß annehmen, daß Judas, der jüngste Bruder Jesu (Mat. (3, 55), in hohem Alter an die kleinasiatischen Christen geschrieben und hierbei den früher an sie gesandten zweiten Petrusbrief, der ihm bekannt geworden war, benutzt hat, wie Zefaia eine Weissagung Michas (<$, (—5) in feine eigene Schrift aufnahm (2, (—^). Endlich haben wir noch die Offenbarung, das einzige Weissagungsbuch des Neuen Testamentes, zu betrachten. Sie enthält sieben wunderbare Gedichte: von den sieben Leuchtern, sieben Sternen und sieben Briefen, von dem Buch mit sieben Siegeln, von den Engeln mit sieben Posaunen, von dem feurigen Drachen mit sieben Köpfen, von den Engeln mit sieben Zornesschalen, von dem scharlachroten Tier mit sieben Köpfen und von der Bollendung aller Dinge durch die Errichtung des tausendjährigen Reiches, durch das allgemeine Weltgericht und durch die Erschaffung des neuen ^immds und der neuen Erde. Bon den drei Auffassungen dieses prophetischen Buches, der kirchengeschichtlichen, die hier z. B. auch Luthers Auftreten geweissagt sindet (\% 6), der durch Herder eingeführten zeitgeschichtlichen, die z. B. die Zahl 666 ((3, (8) auf Kaiser Nero bezieht, und der endgeschichtlichen wird nur die letztere den eigenen Aussageli der Schrift gerecht. Diese will aus den Abschluß der gegenwärtigen Weltzeit vorbereiten. Zu diesem Zwecke stellt sie das Ende in verschiedenen, einander ergänzenden Bildern dar, wie je zwei Träume Josephs und Pharaos denselben Gegenstand betrafen, oder wie die sieben Nachtgesichte Sacharins in zwei Teile (3 u. zerfielen, von denen der erste am Schluß bereits auf die Endzeit hinwies, während der zweite wieder mit der nächsten Zukunft begann. Die genaue Deutung der Offenbarung wird erst die Erfüllung ihrer Weissagungen bringen, wie die messianischen Weissagungen des Alten Testamentes erst recht verstanden werden, seitdem in Zesu der Messias erschienen ist. Als Verfasser der für sieben hervorragende Gemeinden Kleinasiens bestimmten Schrift nennt sich ein Knecht Ehristi Namens Johannes, der das Wort Gottes und das Zeugnis Ehristi als Augenzeuge bezeugt hat ((, (. 2. 9). hoheitsvoll tritt dieser Mann den sieben Gemeinden gegenüber. Bon den vier im Neuen Testament vorkommenden Trägern des Namens, dem Täufer, dem Apostel, dem Evangelisten (Apg. (2, 25) und dem Mitglieds des hohenpriestergeschtechtes (Apg. % 6), kann nur der zweite in Betracht kommen. Wohl unterscheidet sich die Schreibweise der Offenbarung bedeutend von derjenigen des Evangeliums und der Briefe des Johannes. Aber dies bringt die Verschiedenheit des Stoffes mit sich. Übrigens fehlen nicht Berührungspunkte (z. B. (9, (3: Zoh. (, (). Nach Zrenäns wurde die Offenbarung gegen das Ende der Herrschaft Domitians (8(-~96) geschrieben, i Demnach bezieht sich der Anfang von (7, (0 üicht auf die sechs ersten römischen Kaiser (die fünf Zulier und Galba), wie jetzt vielfach angenornnren wird. Vielmehr haben wir an die vergangenen fünf Weltreiche, Egypten, Assur, Babel, Persien, Mazedonien, und an Rom, welches alle früheren Reiche beerbt hatte, zu denken. Die Zahl 666 bedeutet nach Zrenäus einen Lateiner (einen Romanen), wie in 888 der griechische Zesusname enthalten ist. Zrenäus kannte eine ganze Anzahl genauer und alter Handschriften der Offenbarung. Auch Papias und Justin waren mit diesen: Buche bekannt. Ilm (60 verfaßte Bischof Melito von Sardes eine Schrift über dasselbe. Origenes zählte die Offenbarung den echten christlichen Schriften bei. Nachdem wir die einzelnen 27 Schriften des Neuen Testamentes betrachtet haben, werfen wir noch einen Blick auf die Geschichte ihrer Zusammenstellung. Zunächst wurden die vier Evangelien in einem Bande vereinigt. Schon der Barnabasbrief redet von ihnen als von einer heiligen Schrift. Justin spricht von den Denkwürdigkeiten der Apostel, die man in den christlichen Versammlungen vorliest. Der Gnostiker Basilides (um (30) führt Worte aus allen vier Evangelien an. Zrenäus zitiert die letzteren nahezu ^00 mal. Auch die sogenannte Lehre der Apostel bezieht sich vielfach auf die Evangelien. Neben den vier ersten Geschichtsbüchern erschien schon früh eine Sammlung der paulinischen Briefe. Justin kannte fast alle Briefe des Paulus. Ebenso war Zrenäus mit diesen Briefen bekannt. Ja, er kannte fast alle Schriften unseres . Neuen Testamentes, wie feine Zitate beweisen. Daß um (60 die wichtigsten Bücher des zweiten Teils der Bibel vereinigt waren, ersehen wir aus dem vor 200 Jahren in Mailand wiederaufgefundenen Verzeichnis derselben, welches man nach seinem Entdecker den Muratorischen Kanon nennt. Zn der, wie schon erwähnt, um 200 ent? standenen syrischen Übersetzung des Neuen Testamentes fehlten nur der zweite Petrus-, der zweite und dritte Johannes- und der Zudasbrief, sowie die Offenbarung. Tertullian bezeichnet die vereinigten Schriften mit dem Namen „Neues Testament". Origenes, Eusebius und Athanasius prüften sorgfältig das Recht der einzelnen Bücher auf die Aufnahme in das Sammelwerk. Das Ergebnis dieser Untersuchungen liegt in unserm Neuen Testament vor. Während manche minderwertige oder geradezu gefälschte Schriften ausgeschieden wurden, erhielten unsere 27 das Zeugnis, daß sie echte und zuverlässige Aufzeichnungen berufener Vertreter der ältesten Kirche seien, hatten anfänglich die Zudenchriften das erste Evangelium und den Hebräerbrief bevorzugt und dann auch vervielfältigt, dagegen die Heidenchristen die übrigen Evangelien und die Paulusbriefe besonders hoch geschätzt und demgemäß verbreitet, so waren im Laus der Zeit die 27 ein Genreingut aller Lhristen geworden. Als ein solches stempelten sie

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