Mannheim
Compact Memory

Dibre Emeth · 1905-01-01 · 3 (1905) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
61 (1905)
Issue
3 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2554541-2555146-2555149--10331-2566575
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

18 fließen". — Ich bin über die Person Lhrisli noch nicht im Reinen. Sie ist mir ein Rätsel. — Der heilige Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Dieser Geist kann Ihnen zum Verständnis der Geschichte Jesu verhelfen und Sie zu einem Diener Jesu machen. Niemand kann Iesum einen Herrn heißen ohne durch den heiligen Geist. — Sie lehrten mich vorhin den Geist als eine Gabe Lhristi ansehen. Jetzt behaupten Sie, ich müsse den Geist haben, um an Lhristum glauben zu können. — Beides ist richtig. Sie bedürfen zunächst der vorbereitenden Wirksamkeit des heiligen Geistes. Wenn er Sie auf Lhristum hin erzogen hat, dann werden Sie die durch Lhristum vermittelte vollbereitende Wirksamkeit des heiligen Geistes kennen lernen. Beten Sie fleißig um den heiligen Geist! — Zu Lhristo kann ich noch nicht beten. — Das sollen Sie auch noch nicht, da Sie ihn nur unvollständig kennen. Aber Sie können und sollen den Gott Israels imt seinen Geist anflehen, wie dies David ps. 5\ getan hat. Im Anhang der „Lhristl. Reden an jüd. Fest- und Fasttagen" finden Sie sechs Gebete eines Israeliten um den heiligen Geist. Aber es wird auch Ihnen selbst nicht an den entsprechenden Gebeisworten fehlen, wenn Sie sich von Herzen nach Wahrheit sehnen und den Geist der Wahrheit begehren. Wie würde ich mich freuen, wenn Sie bald mit mir in den Iubelruf des Priesters Zacharias, des Vaters von Johannes dem Täufer, einstimmen könnten! — Wie lautet dieser Ruf? — „Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils in dem Hause seines Dieners David, wie er vor Zeiten geredet hat durch den Wund seiner heiligen Propheten . .1" Luk. \f 68 ff. Ja, besucht hat Gott sein Volk in Jesu, dem Davidssohne, der empfangen wurde vom heiligen Geist, der beständig vom Geiste sich leiten ließ, der unter dem Antriebe des Geistes sich selbst als ein fehlloses Opfer dem heiligen Gotte darbrachte, der am pfingsttage den Geist der Kraft, der Liebe und der Zucht auf seine Gemeinde und weitere 3000 Seelen in Jerusalem ausgoß, der auch seither nicht aufgehört hat, den Menschen den Besitz des Geistes zu verschaffen. — Sie sagen: „Gott hat sein Volk in Lhristo besucht". Aber das Thristentum ist ja doch nicht die Religion Israels geworden! — Allerdings nahm leider die Waffe des Volkes den himmlischen Gast nicht auf. Aber der Grundstock der Kirche ist ja doch ein israelitischer. Sodann haben sich im Laufe der Jahrhunderte viele einzelne Israeliten an die Jünger Jesu angeschlossen. Endlich aber wird auch Ihr Volk in die Reihe der christlichen Völker eintreten. — Das ist eine Weissagung des Neuen Testaments. — Ja. Das steht aber auch im Alten Testament. — Wo denn da? — Sach. \2, ff. verheißt Gott, daß er über das Haus Davids und die Bewohner Jerusalems den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen werde. Die Folge hiervon wird sein, daß sie die größte Sünde, deren Israel sich schuldig gemacht hat, tief bereuen und beklagen werden. „Sie werden mich ansehen, den sie (in dem Wessias) zerstochen haben, und werden über ihn (den Wessias) klagen, wie man um den einzigen Sohn klagt, und man wird über ihn bitterlich weinen, wie man über den Erstgeborenen bitterlich weint". Die Trauer um den Wessias wird ein Gegenstück zu der Trauer um den bei Wegiddo gefallenen König Iosia bilden. An diesem allgemeinen Landesbußtag wird man auch die Allgemeinheit der göttlichen Vergebungsgnade erfahren. Den Reuigen wird eine Quelle erschlossen werden, deren Wasser alle Sünde und Unreinigkeit entfernt. — Vorläufig wird Israel sich noch nicht dazu verstehen, mit Bezug auf sein Verhalten zu Ehristo Buße zu tun. — Vielleicht ist die geweissagte Zeit der Volksbuße doch nicht so sehr fern. Jedenfalls sollten Sie für Ihre Person das tun, was früher oder später Ihr ganzes Volk tun wird. Nur dann, wenn wir die rechte Stellung zu dem Wessias Jesus einnehmen, können wir des göttlichen Wohlgefallens gewiß und des göttlichen Segens für Zeit und Ewigkeit teilhaftig werden. — Entschuldigen Siel Ich muß zum Telephon zurückkehren. — Jetzt fangen Sie wieder mit Ihrem „Hallo" an. Denken Sie hierbei doch auch an die Frage Gottes, von der ich vorhin gesprochen habe! Vergessen Sie nicht das Neue, das Gott durch den Wessias geschaffen hat! Halo thedaüha? Das beste Buch. (Schluß.) Im griechischen Neuen Testament folgt auf die Paulusbriefe der Brief an die Hebräer, den Luther in seiner Bibelübersetzung hinter die Iohannesbriefe gestellt hat. Der Anfang des Hebräerbriefes erinnert an den Anfang des vierten Evangeliums. Gott hat durch seinen Sohn zu uns geredet. Dieser ist größer als die Engel, als Wose und Iosua, auch als die Hohenprister des alten Bundes. Die Schattenbilder des letzteren haben sich in Lhristo, dem wahren Welchisedek, erfüllt. Sein Tod ist das vollkommene Opfer, durch welches der neue Bund begründet wurde. Die Verbindung mit Lhristo erfolgt durch den Glauben. So lehrt dieser Brief. Der Verfasser nennt sich nicht. Wir erfahren nur, daß er Timotheus kennt und mit diesem seine Leser besuchen will. Auch bestellt er Grüße von italienischen Glaubensgenossen. Der Brief, der einer Glaubensstärkung bedürftige Hebräer, d. h. Iudenchristen in Palästina, als Leser vorausaussetzt, findet sich bereits in der um 200 entstandenen syrischen Übersetzung des Neuen Testaments. In einigen Handschriften wird er Paulus zugeschrieben. Gegen diese, auch heutzutage noch verbreitete Annahme zeugt besonders Kap. 2,3. Origenes, der 25H starb, äußerte, nur Gott wisse, wer diesen Brief verfaßt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.