Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 61 (1905)
- Issue
- 3 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Dibre 6metb. £ln Viertellafyrsblatt für Israeliten und Freunde Israels. 1905. 61. Aahvgcrng. Wo. 3. Inhcrkt: Am Telephon. — Das beste Buch. — Bernhard von Clairvaux und die Juden. — Friedrich Wilhelm Blum. — Zu Iesaia 52. — Zu Apg. 22,5. — Zu Tim. M5.— Zu Joh. 5^—^0. — Zum Nachdenken. — Jüdische Grabstätten in Paris. — Jüdische Lhronik. Am Telephon. Jetzt stehe ich zu Ihrer Verfügung. Aber in 5 Minuten muß ich wieder das Telephon benützen. — Das „Hallo", welches Sie soeben mehrfach als Anruf gebrauchten, erinnerte mich an ein fast ebenso lautendes hebräisches Wort, welchesB. Ies. ^5, $ vorkommt. — Was steht denn dort? — Gott verkündigt seinem Volke Israel: „Siehe, ich schaffe ein Neues. Jetzt sprießt es hervor". Dann fragt er: „Halo thedaüha? Erkennet ihr es nicht?" -— Das Neue bezieht sich, soviel ich weiß, auf die durch Aores gestattete Rückkehr Israels aus der babylonischen Gefangenschaft. — Ganz recht. Doch sollte diese Rückkehr nach Iesaia die Vorbereitung zu einer geistlichen Wiedergeburt des Volkes fein. Die vollkommene Erlösung Israels sollte nicht Aores herbeiführen, sondern ein größeres Werkzeug Gottes, jener Anecht des Herrn, der auch das Licht der Heiden heißt. — Ich weiß, Sie verstehen unter diesem Anecht den Messias. — Ja wohl. Das ergibt sich aus den: Zusammenhang der Iesaianischen Weissagungen. Von dem Neuen, welches der Messias bringen sollte, weissagt Ieremia. — Was für einen Ausspruch dieses Propheten haben Sie im Sinne? — Ier. 3\, 3{: „Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da werde ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen". Wie die folgenden Verse zeigen, wird den Genossen des neuen Bundes das göttliche Gesetz in ihr Inneres und auf ihre Herzen geschrieben, die Sündenschuld vergeben und so die wahre Gotteserkenntnis ermöglicht. — Das sind Zukunststräume. — O nein I Die Propheten Israels waren keine Träumer, sondern Träger des göttlichen Geistes. Dieser wirkte als eine himmlische Araft in ihnen und befähigte sie zu ihren Reden. — Woran soll ich das erkennen? — Jene Weissagung hat sich wie viele andere erfüllt. Jesus erweist sich als den verheißenen Messias und den Stifter des neuen Bundes. Er hat das Bundesopfer dargebracht, aber auch die Bundesgenossen mit dem Feuergeist, der von oben stammt, getauft und hiermit eine neue Menschheit begründet. — Heutzutage sieht man von dieser neuen Menschheit nichts. — - Wenn Sie sie suchen würden, könnten Sie sie finden. Ein Reisender sah in Indien zahlreiche Tiger, aber nicht einen einzigen christlichen Eingeborenen. Dagegen sah ein Missionar, der mehrere Jahre in Indien zubrachte, in diesem Lande zwar nicht einen einzigen Tiger, wohl aber bekehrte Eingeborene. Der eine hatte eben Tiger, der andere Ehristen gesucht. — Wo kann ich echte, wahre Ehristen finden? —7 Ein Israelit sagte mir, er habe innerhalb der Brüdergemeine echte Ehristen kennen gelernt. Es gibt aber solche gottlob auch in anderen Airchengemeinschaften. Der Geist weht, wo er will. — Also kann er auch bei uns Juden wehen. — Wer dürfte das leugnen? Aber die Ausrüstung mit der ganzen Fülle der Geistesgaben ist von dem Glauben an den Messias Jesus abhängig. -— Weshalb? — Weil Jesus von dem allmächtigen Gott die Verheißung des Geistes, d. h. das Recht der Joel 3 angekündigien Ausgießung desselben über alles Fleisch, empfangen hat. Wie Mose die Gesetzgebung des alten Bundes, Luther, Zwingli, Lalvin und anderen Gottesmännern die Reformation der Airche übertragen wurde, so erhielt der Messias, der sich bis zum Tode am Areuze erniedrigte, und den Gott der Herr zum Throne des Himmels erhöhte, den Auftrag, dem Menschengeschlechte den himmlischen Geistesreichtum zn vermitteln. Eine Bedingung muß aber hierbei erfüllt werden. — Welche ist das? — Man muß an Iesum glauben. Ioh. 7 sagt er selbst im Hinblick auf die Wirkungen des von ihm ausgehenden heiligen Geistes: „Wer an mich glaubt, von dessen Leibe werden 5tröme des lebendigen Wassers