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Dibre Emeth · 1905-01-01 · 2 (1905) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
61 (1905)
Issue
2 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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sodann außerhalb der Grenzen Palästinas (HZ - 28) vorgeführt werden. Im ersten Teil ist Petrus, im zweiten Panlns die Hauptperson. Den örtlichen Mittelpunkt bildet im ersten Jerusalem, im zweiten Antiochien, die Stadt, in welcher der Ehristenname entstand. Das Ziel, bis 51t welchen! das Evangelium schließlich gelangt, ist Rom. Die Taten des Paulus in der damaligen Reichshauptstadt bürgen dafür, daß der neue Bund bis an das Ende der Erde Vordringen wird, daß der HErr, welcher einst im jüdischen Lande zu tun und zu lehren begann (\, s), sein Tu;! und Lehren in immer größerer Ausdehnung fortsetzen und so die Heilsgeschichte zur Weltgeschichte machen wird. Bon den vielen wichtigen Einzelheiten greifen wir nur heraus: die Wahl des Apostels Matthias, die Geistestaufe der Ürgemeinde, die Geistesausgießung in Eäsarea, die Apostelversammlung des Jahres 5\, Pauli Rede in Athen. Als Verfasser der Apostelgeschichte bekennt sich der Mann, dem wir das dritte Evangelium verdanken. Seine Zuverlässigkeit beruht zumteil auf seiner engen Verbindung mit Paulus {\6, s0; 20, 5). Daß beide Lukasschriften vor dem im Juli 6% stattgehabten Brand Roms entstanden, ist, wie wir früher sahen, sehr wahrscheinlich. Für die Abfassung der Apostelgeschichte durch Lukas verbürgt sich auch Irenaus. Litate aus dieser Schrift lassen sich bei Justin, Polykarp und Ignatius von Antiochien Nachweisen. Mit dem Römerbrief wenden wir uns dem zweiten hauptteil der neutestamentlichen Schriften zu, den 2\ Lehrbüchern, von welchen \5 den Namen des Apostels Paulus tragen. Das Ideal eines rechten Römers war neben der Tapferkeit die Gerechtigkeit. Der Römerbrief schildert nun die herrlichste Erscheinung dieser Tugend, die Gerechtigkeit, welche Gott dein Glaubenden darbietet. Vermittelt wird das Geschenk durch Lhristum, wie die Sünde und ihre Verdammnis von Adam abhängen. Aber der Gott, der rechtfertigt, heiligt auch, um endlich zu verherrlichen. An der Herrlichkeit seiner Rinder wird einmal die ganze Schöpfung teilnehmen. Auch das jetzt um seines Anglaubens willen unglückliche Israel wird einst zum heil gelangen. In dem mit Kapitel \2 beginnenden ermahnenden Teil des Briefes werden die Leser zur Betätigung ihrer frommen Gesinnung nach verschiedenen Seiten hin angehalten. Am Schluß bestellt der Schreiber an viele römische Lhristen Grüße. Schon im Frühjahr 59, als Paulus in Korinth dem Tertius diesen hochbedeutsamen Brief diktierte, gab es also in der Reichshauptstadt eine zahlreiche Gemeinde. Das Ideal des Griechen war neben der Schönheit die Weisheit. Von der in Ehristo erschienenen höchsten Weisheit handeln die beiden Rori nt Herbriefe. Sie soll zu Ehren gebracht werden inmitten einer durch Parteitreiben zerrissenen, durch Sündendienst befleckten Gemeinde. Sie soll sich offenbaren durch den rechten Gebrauch der außerordentlichen 2 Geistesgaben, besonders aber durch den Wandel in der auf die Ewigkeit vorbereitenden Liebe und in dem den Tod überwindenden Glauben. Das sind die Hauptgedanken des ersten Briefes. Der zweite läßt dieselben Saiten anklingen, bespricht aber auch die Person und das Amt des Briefschreibers. Den ersten verfaßte Paulus im Jahre 58 in Ephesus nachdem er bereits früher an die Gemeinde geschrieben hatte (\. Kor. 5, 9), den zweiten bald darauf während einer Reise durch Mazedonien, die ihn nach Korinth führte. Der Brief an die Galater, Nachkommen eines in Kleinasien „eingewanderten keltischen Volksstainmes, hat manche Ähnlichkeit mit dem Römerbrief. Auch hier wird die Rechtfertigu ng aus Gnaden gepredigt. Auch hier wird nachgewiesen, daß auf die Rechtfertigung die Heiligung der Seele und des Leibes folgt, daß sich also Zuchtlosigkeit mit dem Lhristenstande nicht verträgt. Den judenchristlichen Irrlehrern gegenüber verteidigt der Verfasser sein von keiner menschlichen Autorität abhängiges Amt. Das den galatischen Wankelmut bekämpfende Schreiben entstand wie der erste Korintherbrief im Jahre 58 in Ephesus. Die Echtheit der bisher behandelten vier Lehr- und Streitbriefe wurde sogar von dem scharfsinnigen Kritiker F. L. Baur zugestanden. Der Epheserbrief eröffnet die zweite Gruppe der paulinischen Schreiben: die Gefangenschaftsbriefe. Dieser Brief ging, wie es scheint, als ein Rundschreiben nicht nur nach Ephesus, sondern auch nach andern kleinasiatischen Städten ab. Dem Erkenntnisdrange der Leser kommt er mit der predigt von dem würdigsten Gegenstand des Erkennens, Ehristo, entgegen. In Ehristo enthüllt sich die erlösende und heiligende Gotteskraft. Von Ehristo hängt die Kirche, die Gemeinschaft aller derer ab, die ihn erkennen. Unser Brief, der in Kapitel \ den längsten von allen durch Paulus gebildeten Sätzen enthält, fällt in das Jahr 62, an dessen Anfang Paulus als Gefangener nach Rom gebracht worden war. Der Philipperbrief preist den erniedrigten und erhöhten Heiland. Der, welcher in göttlicher Daseinsform lebte, entäußerte sich ihrer, um Gott in Knechtsgestalt Gehorsam zu leisten. Darum erhielt er auch einen Namen, der über alle Namen ist. Es wird also gezeigt, wie die Geschichte Josephs, des Sohnes Jakobs, in der Geschichte Jesu das herrlichste Gegenbild erhalten hat. Die Gemeinschaft mit Jesu begründet wahre Freude. Dieser Gedanke wird hier in verschiedenartiger Weise ausgeführt, so daß man den im Jahre 65 von Rom abgegangenen Philipperbrief eine rechte Freudenepistel nennen kann. Auch im Kolosserbrief steht Lhristus im Mittelpunkt der Betrachtung. Den Lhristen der phrygischen Stadt Kolossä wird er als das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, als der Erstgeborene vor allen Kreaturen, durch den und zu denn alles geschaffen ist, dargestellt. Ehristus, der Anfang und das Ziel der Geschichte,

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