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Dibre Emeth · 1905-01-01 · 2 (1905) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
61 (1905)
Issue
2 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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10 leisteten durch 3efum nicht aufgehoben, wohl aber vertieft und gegen Entstellung geschützt wird. Es lehrt, daß 3~ra,?l Zwar eine zeitlang aus dem allen Völkern geöffneten Gottesreiche ausgeschlossen, aber zuletzt wieder angenommen werden wird. Der Verfasser kommt einmal (9,9) in einer Erzählung vor, die der galiläischeu Wirksamkeit 3^fu angehört. Nach Papias, dem Bischof von Hierapolis, der \65 als Märtyrer starb, schrieb Matthäus in hebräischer oder aramäischer Sprache die Aussprüche 3?su nieder. Dies Werk ist nicht mehr vorhanden. Doch ist auch unser erstes Evangelium besonders reich an Worten des Heilandes. Zusonderheit enthält es sechs große Reden. Nach Zrenäus, der von M—202 lebte und zuletzt Bischof in Lyon war, schrieb Matthäus fein Evangelium, als Petrus und Paulus in Rom predigten und die Kirche gründeten, also ums 3a^r 6H. 3n den Schriften der sogenannten apostolischen Väter Polykarp, Zguatius von Antiochien, Riemens von Rom und Barnabas, von denen der erste \66 oder schon \55, der zweite \07, der dritte wie der vierte wohl noch etwas früher starb, aber auch in der aus dem Anfang des zweiten Zahrhunderts stammenden, f883 in Konstantinopel wieder herausgegebenen Lehre der zwölf Apostel finden sich manche Anführungen aus dem ersten Evangelium, welche das hohe Alter desselben beweisen. Das Evangelium nach Markus zeichnet sich durch feine Anschaulichkeit und Lebendigkeit aus. Ungefähr HO mal kommt das Wort „alsbald" vor. Markus teilt verschiedene aramäische Ausdrücke oder Aussprüche mit, deren sich 3^'sus bediente, übersetzt sie aber auch, ebenso wie er jüdische Gewohnheiten erklärt. Offenbar hat er also nicht wie Matthäus jüdische, sondern heidnische Leser im Auge. Da er einzelne lateinische Wörter gebraucht, wie er selbst einen lateinischen Namen führt, haben wir seine Leser in Rom zu suchen. Eigentümlich ist die Berücksichtigung der Person des Petrus. Dieser Apostel erscheint schon im ersten Kapitel als der zuerst berufene. Er wird auch sonst mehrfach erwähnt und dabei nicht nur gerühmt, sondern auch gerügt. Noch im letzten Kapitel lesen wir von einer dem Petrus zu bestellenden Botschaft. Den Verfasser betrifft vielleicht die nur in diesem Evangelium vorkommende Erzählung von dem ungenannten Züngling, der dem verratenen und gefangenen Gottessöhne folgte (^,5(f.). Papias bezeichnet Ularkus als einen Dolmetscher des Petrus, der das im Gedächtnis Behaltene sorgfältig aufschrieb, von dem Gehörten nichts ausließ, aber auch nichts hinzudichtete. Auch Justin, der Philosoph und Märtyrer, dessen Leben in die Zahre l00—-\65 fällt, redet von unserm Evangelium als von dem Buch der Denkwürdigkeiten des Petrus. Nach 3^'uäus verfaßte Markus feine Schrift, nachdem Petrus und Paulus bereits gestorben waren. Aus der Apostelgeschichte, sowie dem Kolosser-, philemon- und Timotheusbrief erfahren wir, daß Ularkus ursprünglich Zohaimes hieß, der Lohn einer Maria in Jerusalem und der Neffe des Barnabas war, diesen und Paulus auf ihrer ersten Misstonsreise eine Strecke weit begleitete, später mit seinem Oheim nach Lypern zog, aber weiterhin bei Paulus in Rom weilte und endlich von Paulus dorthin zurückgerufen wurde, nachdem er wieder an einem andern Ort gelebt hatte. Zu dem von Silvanus niedergeschriebenen ersten Petrusbrief wird ein Sohn des Petrus Namens Markus erwähnt. Wahrscheinlich ist auch hier unser Evangelist, der geistliche Sohn des Apostels, gemeint. Wenn das Babylon, von welchem aus Petrus schreibt, Rom bedeutet, so erhält die Annahme eine weitere Bestätigung, daß Markus nach den Missionsverträgen des Petrus ein Evangelium für römische Heiden verfaßt habe. Das Evangelium nach Lukas enthält manches Eigentümliche. Das gilt von feinem Anfang und besonders von dem Abschnitt, der am Schluß von Kapitel 9 beginnt und Kapitel \S endet. Es lehrt, daß das Heil aus Glauben, nicht aus Werken des Gesetzes kommt. Man denke an die Bethanische Maria, den betenden Zöllner, den verlorenen Sohn und Zachäus. Ebenso bekämpfen die Samaritergeschichten die pharisäische Engherzigkeit und zeigen paulinischen Geist. Bedeutsam ist auch das häufige (etwa ^2 malige) Vorkommen des Wortes „Freude". Ueber den Verfasser unterrichtet das Vorwort. (Auch Zosephus eröffnet sein Hauptwerk mit einem solchen.) Der Verfasser schöpft seine Kenntnis der Geschichte 3esu nicht aus eigenen Erlebnissen, sondern aus den von ihm eingeholten Mitteilungen anderer. Er will mit seiner Schrift einem angesehenen Gottesfreunde (Seneka?) die Gewißheit von der Zuverlässigkeit der Lehre verschaffen, in welcher derselbe bereits mündlich unterwiesen ist. Zrenäus sagt, Lukas, der Begleiter des Paulus, habe das von diesem Apostel verkündigte Evangelium in einem Buche niedergelegt. Natürlich schließt diese Äußerung nicht aus, daß Lukas nicht auch andere Sachverständige zu Rate zog. Aus den „Wir-Abschnitten" der von demselben Schriftsteller verfaßten Apostelgeschichte schließt man gewiß mit Recht, daß Lukas sich mit Paulus bei Gelegenheit der zweiten Missionsreise desselben in Troas verband und fortan in die Schicksale des Apostels verflochten wurde. Er weilte bei ihm während der zweijährigen Gefangenschaft in Eäsarea und folgte ihm nach Rom. Lukas wird auch am Schluß desKolofferbriefes, eines der Gefangenschaftsbriefe, als ein in Rom lebender Freund des Paulus und zugleich als Arzt bezeichnet. Nach dem 2. Timotheusbrief hielt sich Lukas auch während der 2. römischen Gefangenschaft bei Paulus auf. Da die Apostelgeschichte von dieser Gefangenschaft noch nichts berichtet, ist es am natürlichsten, anzunehmen, daß die 5. Schrift des Neuen Testamentes vor der Thristenverfolgung des Zahres 6^ entstand. Demnach wurde auch die 3. Schrift, unser Evangelium, der erste

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