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Dibre Emeth · 1905-01-01 · 2 (1905) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
61 (1905)
Issue
2 (1905)
Date
1905-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dibre 6metb. ein üiertelja!)r$blatt für Israeliten und freunde Israels. 1905, 61. Icrhrrgcrng. Wo. 2. Inhcikt: Das beste Buch. — Pastor Adolf Spieß. — Zu \. Mose 7, 9. — Zu Psalm 2% — Zu 'Kolosser 3, (6. — Abraham a Santa Clara über den Sonntag. — Selig entschlafen. — Zum Nachdenken. — Kleine Missionszeitung. — Aus der Geschichte der Juden Mährens. — Aus der jüdischen Presse. — Bücherbericht. — Empfangsbescheinigung. -- Antwort. Das beste Buch. Nicht ein Theologe, sondern ein Rom mschreiber, der Engländer Lharles Dickens, hat folgenden Ausspruch getan: „Das Neue Testament ist das beste Buch, welches die Welt je gekannt hat oder kennen wird." hiermit hat Dickens ohne Zweifel auch manchen Lesern der „D. E." aus der Seele gesprochen. Sie stimmen seinem Urteil mit voller Überzeugung zu. Sie möchten nicht mehr leben, wenn das Neue Testament sie auf ihrer Erdenfahrt nicht begleiten würde. Dies Buch ist ein Stahlbad, welches die geistliche Arankheit zu bannen und wahre Gesundheit mitzuteilen vermag. Dies Buch kann Müßiggänger in fleißige Arbeiter, Trunkenbolde in mäßige und nüchterne, Ehebrecher in keusche und sittsame Menschen verwandeln. Dies Wunder vollzieht sich heutzutage noch ebenso, wie es schon vor Jahrhunderten stattgefunden hat. Das Neue Testament unterstützt die allerwichtigste Aunst aufs allerwirksamste: die Erziehungskunst. Die letztere bearbeitet den kostbarsten Stoff für den edelsten Zweck: sie will die Seelenkräfte des Menschen in den Dienst seines Schöpfers stellen und so das göttliche Ebenbild in ihm erneuern. Mag der Zögling ein Europäer oder ein Afrikaner oder irgend ein anderer Erdenbewohner fein: das Neue Testament, welches ihm der Erzieher in die Hand gibt, und nach welchen: der Erzieher feine Aunst ausübt, kan:: in jeden: Fall wunderbare, heilsame Aräfte entfalten. Aber auch die ganze Reihe der sogenannten schönen Aünste weist den segensreichen Einfluß des zweiten Hauptteils der Bibel auf. Das Neue Testament hat Rafael, Murillo, Dürer, Rubens und viele andere Maler zu ihren herrlichsten Gemälden begeistert. Es hat Thorwaldsen die Hand geführt, als er den die Mühseligen und Beladenen einladenden, von seinen zwölf Aposteln un:gebenen Erlöser plastisch darstellte. Es hat Bach die Matthäus- und die Zohannespassion eingegeben und Mendelssohn befähigt, das Oratorium Paulus zu komponieren. And was soll ich vollends erst von den Dichtern sagen? Wäre das Neue Testament nicht vorhanden, so fehlten unfern: Schristtun: nicht nur der Heliand, die altsächsische Evangelienharmonie, oder Alopstocks Messias, sondern auch Dantes Göttliche Aomödie und Goethes Faust, vielleicht auch Shakespeares Hamlet. Das Neue Testament ist ein Hebel, welcher die edelsten Aräfte in Bewegung fetzt. Das zeigt auch ein Blick auf die Wissenschaft. Za, es gibt kein Gebiet des Lebens, auf welchen: es sich nicht schon als den besten Führer der Menschen erwiesen hätte. Ein so merkwürdiges Buch verdient unsere sorgfältigste Beachtung. Zu seinen: Studium wollen auch die nachstehenden Ben:erkungen anregen. Dieselben geben eine kurze Aennzeichnung der einzelnen Schriften, aus denen das ursprünglich in griechischer Sprache erschienene Neue Testament zusammengesetzt ist, und verbreiten sich zugleich über ihre Entstehung. Das Evangeliun: nach Matthäus eröffnet den neutestamentlichen Pentateuch oder Fünfband, die fünf Geschichtsbücher, welche den ersten hauptteil der sämtlichen 27 Schriften bilden. Alle vier Evangelien behandeln das Erdenleben des Sohnes Gottes. Die drei ersten befolgen hierbei die gleichen Grundsätze, wogegen das vierte ganz eigenartig ist. Aber auch jedes von den drei ersten, den: sogenannten synoptischen Evangelien, besitzt seine Eigentünllichkeiten. Das erste ist das jüdischeste. Es beginnt mit einer Ahnentafel Zesu, welche ihn, den Pflegesohn Josephs, als ein Glied der Familie Davids und einen Angehörigen des von Abraham stammenden Bolkes ausweist. (Thamar stellt die unter den ersten vierzehn Generationen angeblich fehlende Geschlechtsreihe dar.) Es knüpft auffallende, den Juden anstößige Berichte über den neue!: Bund dreizehnmal an Weissagungen des alten Bundes an. Es zeigt, wie das Gesetz des

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